10.5.2014

„Frauen reiten Sexspielzeug für guten Zweck“

 

Der Zweck heiligt die Mittel, wie die Medien der Bevölkerung mal wieder unisono beibringen: „Frauen reiten Sexspielzeug für guten Zweck“, titelt gerade die Huffington Post und verhilft damit „Simple Pickup“ zu größerer Bekanntheit. Die unter diesem Namen vereinten Männer sind der Ansicht, jede Frau mit bestimmten Psychotricks flach legen zu können. Aktueller Trick in punkto Sexualisierung der Gesellschaft ist die moralische Erpressung. N24 erklärt: „Ein YouTube-Video tritt den Beweis an: Wer heute Geld für einen guten Zweck einsammeln will, lädt Frauen zu einem Ritt auf einem Sexspielzeug ein. Und die Damen finden sichtlich Spaß an der Sache.“ Je länger sich die Frau auf dem millionenfach angeklickten Video zur geilen Belustigung Anderer präsentiert, desto mehr Geld kommt rein. Denn: „Für jede Sekunde, die ‚frau‘ auf dem mit einem Elektromotor betriebenen Sexspielzeug ausharrte, würde ‚Simple Pickup‘ fünf Dollar an das Orchid-Project (ein Verein gegen weibliche Genitalbeschneidung) spenden.“ Geplant sei, für jede geknackte 100.000-Klicks-Marke weitere 100 Dollar zu spenden. 500.000 Klicks auf das Video innerhalb eines Tages waren die Folge. Eine Menge Geld für den sozialen Verein kam zusammen – wer wollte dagegen schon etwas haben? Wer das Projekt unterstützen wolle, sehe sich einfach dieses Video an, so N24. Auch bild.de wirbt für den „You-Tube-Hit“: „Das klingt zunächst anrüchig, ist aber für den guten Zweck.“  


27.8.2013

Pädophilie: Unschuldslämmer SPD und GEW?

 

Die strukturellen Bedingungen für Pädoaktivisten sind bestens

 

Sollten den Grünen aufgrund der Pädophiliedebatte ein paar Wählerstimmen abhandenkommen, so stört das wohl kaum die rotgrünroten Regierungsfantasien. Die SPD jedoch lässt man besser ganz raus, mag sich Spiegel Online gedacht haben. Obwohl dem Magazin nach eigener Verlautbarung das 1980 erschienene Buch „Pädophilie heute“ vorliegt, gibt man lediglich wieder, was die von den Grünen beauftragten Parteienforscher scheibchenweise preisgeben und titelt am 11. August: „Auch FDP-Jugend wollte Pädophilie legalisieren“. In dem Buch indessen steht glasklar geschrieben, dass ein Antrag zur Streichung des §176 – Sexueller Missbrauch von Kindern – auf dem Kongress der deutschen Soziologen in Berlin im April 1979 von einer Arbeitsgruppe erstellt wurde, der „u. a. die Humanistische Union, die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft und Schwulengruppen der Jungsozialisten, Jungdemokraten und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft angehören“. Zu lesen ist dort außerdem über ein Idol der Pädophilenbewegung, Helmut Kentler, laut Wikipedia „Experte für Sexualerziehung“: „Kentler hatte zuvor in Berlin an einem mit stiller Duldung der SPD-Senatorin Reichelt unternommenen Experiment teilgenommen, Trebegänger, also jugendliche Ausreißer, bei Päderasten unterzubringen. Obwohl dieser Versuch von allen Beteiligten als gelungen angesehen wurde, musste er abgebrochen werden, da man bei einem Bekanntwerden in der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung befürchtete.“ Gemeint ist die SPD-Senatorin von 1971 bis 1981 Ilse Reichel, später Reichel-Koß, bis heute von der SPD hoch verehrt und mehrfach ausgezeichnet. In den späteren 1980ern gab der Berliner Senat bei Kentler ein Gutachten in Auftrag mit dem Titel „Homosexuelle als Betreuungs- und Erziehungs- personen unter besonderer Berücksichtigung des Pflegekindsverhältnisses“ – immer wieder gerne von Protagonisten für ihre Argumentation herangezogen. 1997 wollten Berliner SPD-Mitglieder Kentler den „Magnus-Hirschfeld-Emanzipations-Preis“ verleihen, sagten die Zeremonie aber aufgrund des Emma-Artikels „Die Schreibtischtäter“ kurz vorher ab.

 

Möpse hat man niedlich zu finden

 

Ein weiteres, zumindest bemerkenswertes Detail: Die Soziologin Gisela Bleibtreu-Ehrenberg veröffentlicht 1985 „Der pädophile Impuls“ in der Zeitschrift „Der Monat neue Folge“, damals unter dem verantwortlichen Chefredakteur Michael Naumann, SPD-Politiker und späterer Kulturstaatsminister der rotgrünen Bundesregierung. Bleibtreu-Ehrenberg machte ihren Magister Artium über Homosexualität und Transvestition im Schamanismus und betrachtet Pädophilie auch aus Perspektive der Zoologie. So schreibt sie im „pädophilen Impuls“, nachdem sie die typischen Argumente der Pädobewegung wiederholte – Kinder müssten Sexualität auch praktisch von Erwachsenen lernen und Pädophilie habe nichts mit gewalttätigem Übergriff zu tun: „Wie wichtig die kindliche Autarkie bezüglich der eigenen Sexualinteressen ist, zeigt mindestens ein Faktum: Sowohl bei nichtmenschlichen freilebenden Primaten als auch bei solchen Naturvölkern, die einen die kindliche Sexualität voll akzeptierenden Erziehungsstil pflegen, gibt es keine Sexualverbrechen!“ Nach mehreren hanebüchenen Vergleichen, zum Beispiel, dass ein Individuum nicht mehr in der Lage sei sinnadäquat zu reagieren, wenn es speziell auf das Kindchenschema hin gezüchtete Hunde wie Möpse und Pekinesen nicht niedlich findet, kommt sie zu dem Schluss, dass Pädophile im Abendland zu „Opfern einer Kollektivneurose“ wurden und zitiert das altgermanische Rechtsweistum: „Falsche Gesetze zeitigen richtige Verbrechen.“ Die Soziologin verfasste 1986 auch das Vorwort zu der von der niederländischen Regierung geförderten Langzeitstudie „Pädosexuelle Erlebnisse“ des Soziologen Theo Sandfort. Laut Wikipedia ist dieses bedeutsam, weil es sich umfassend mit der „sämtlich aus den USA stammenden Kritik“ an der Studie auseinandersetzt: „Der Kritik von Mrazek (1985), dass die Studie ‚politisch‘ unterstützt worden sei, hält Bleibtreu-Ehrenberg vor, wie bestürzend es vor allem für nachgeborene Deutsche aufgrund ihrer katastrophalen Geschichte sei, dass gerade der Jude Mrazek offenbar sozialen Minderheiten verbieten wolle, sich politisch äußern zu dürfen.“ Ihrem wissenschaftlichen Ruf tut dies alles keinen Abbruch: 1988 wurde sie unter der Kohl-Regierung als Vorstandsmitglied in die Enquetekommission AIDS des Deutschen Bundestages berufen. Allseits, auch von Wikipedia, wird verschwiegen, dass Bleibtreu-Ehrenberg neben Helmut Kentler und Edward Brongersma im Kuratorium der Deutschen Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie (DSAP) gesessen ist. Brongersma von der damaligen niederländischen sozialistischen Partei der Arbeit unterstützte die pädophile Bewegung „mit Rat und Tat“, wie in „Pädophilie heute“ steht.

 

Politik und ihre „Kinderliebhaber“ 

 

Derzeit sind die strukturellen Bedingungen für die pädophile Lobby ausgezeichnet. Das betrifft nicht nur biologistische, die Eigenverantwortung und Religion zurückdrängende Denkrichtungen oder die unreflektierte Nachplapperei des freudianischen Dogmas, sexuelle Zurückhaltung führe zu Neurosen. Die derzeitige Volkserziehung contra die Sexualmoral, teils schon in Kindergärten, ist deckungsgleich mit der Strategie der Pädobewegung. Der Sozialwissenschaftler Arno Plack schrieb einmal: „Die völlige Abschaffung des Sexualstrafrechts kann darum nicht eher erfolgen, als die alte Sexualmoral in den Köpfen einer normbildenden Mehrheit überwunden ist.“ Das Zitat findet sich in Wolf Vogels „Verbotene Liebe“ (1986), der überzeugt ist: „Es gibt keine Altersstufe, für die ein sexueller Kontakt von vornherein falsch, schädlich oder ungut wäre.“ Vogels Bücher werden aktuell empfohlen von der Krummen 13; eine Pädophilengruppe, die, entgegen der Darstellung auf Wikipedia, ihre Arbeit nicht eingestellt hat, sondern hoch aktiv ist: „Wolf Vogel ist solchen Liebesbeziehungen zwischen Minderjährigen und Volljährigen nachgegangen, die dem Kind offensichtlich nicht geschadet haben.“ (Aktualisierte Empfehlung von Juni 2013). Auch die Politik spielt den „Kinderliebhabern“ in die Hände. Laut eines intern kursierenden Positionspapiers der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag bestehe „dringender Handlungsbedarf“ bezüglich der Aufklärung über andere Lebensformen und sexuelle Identitäten in allen Schulen und Fächern. Auch im Mathematikunterricht, wo sich die sexuelle Vielfalt in Textaufgaben widerspiegeln soll. „Jedenfalls ist der Vorschlag der SPD Gold wert!“, jubelt da ein User im Internetportal der Krummen 13. In den Deutschen Bundestag werden hingegen nur jene eingeladen, die etwas subtiler vorgehen. Der Gutachter Helmut Graupner, ein Vorreiter der europäischen Homosexuellenbewegung, spielt in Österreich, Deutschland und der EU eine prominente Rolle in Bezug auf die Akzeptanz sexueller Minderheiten. Die Bundestagsfraktion Die Linke lud ihn als Sachverständigen vor den Rechtsausschuss, als es um die Aufnahme des Merkmals „sexuelle Identität“ ins Grundgesetz ging. Und auf Einladung der Grünen sprach er als Sachverständiger zum Thema „Bekämpfung der Ausbeutung von Kindern“. Graupner äußert sich in einem Artikel zwar ablehnend gegenüber dem Begriff der Pädophilie, befürwortet aber die „generationsübergreifende sexuelle Beziehung“. Sexuelle Beziehungen mit vorpubertären Kindern seien nicht immer missbräuchlich und schädlich.

 

Heuchelei im Internet 

 

Im Internet tummeln sich neben ganz offen agierenden Aktivisten wie beim 2009 eingerichteten und international vernetzten „BoyWiki“ – „eine Möglichkeit für Pädophile und Knabenliebende, ihre Geschichte und Kultur zu beschreiben und zu bewahren“ – auch verdeckter Agierende. Zum Beispiel im Beratungsportal unter itp-arcados.net. Laut Eigendarstellung ist ITP eine Plattform, die seit 2002 „Fakten und Fiktionen im Umfeld der Pädophilie Raum bietet“. Namentlich wird die Gründung betreffend auf eine mittlerweile verstorbene Frau Bezug genommen. Wer diese Plattform heute weiterführt, erschließt sich dem Besucher nicht. Einerseits ist deutlich, in welche Richtung das Portal läuft, angesichts der Nivellierung ihrer eigenen Richtlinie, man vermittle keinerlei Pädophilenliteratur. Empfohlen werden unter anderem Bücher von Rüdiger Lautmann (Die Lust am Kind), Wolf Vogel (Heimliche Liebe) oder Florian Mildenberger (Beispiel: Peter Schult. Pädophilie im öffentlichen Diskurs). Die Erläuterung zu letztgenanntem lautet: „Insbesondere an Peter Schult (1928-1984), linksradikal und Päderast, entzündeten sich heftige Debatten um linke Politik, Homosexualität und Pädophilie. Seit auch Aktivisten und Politiker linker und alternativer Parteien Pädophilie gleichsetzen mit Kindsmissbrauch, ist die Diskussion zum Erliegen gekommen. Das Buch möchte dazu beitragen, diese Diskussion neu zu beginnen.“ Der Medizinhistoriker Mildenberger, Professor in Frankfurt (Oder), engagierte sich bei der mittlerweile eingestellten „Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation“. Auf deren Homepage ist zu lesen: „Noch ein Gerücht: Gigi steht auf Kindersex. Schön wär’s, klappt aber nicht. Das Durchschnittsalter der Redaktion liegt bei knapp über vierzig. Welcher Schokoladenonkel nimmt einen da noch mit?“ Wikipedia würdigt Mildenbergs „kritische Aufarbeitung der deutschen Pädophilenbewegung“, die sonst „wohl unter den Teppich gekehrt worden“ wäre.

 

ITP verweist andererseits auch auf Therapie für Pädophile. Allerdings wird klar, wenn man sich mit den Texten beschäftigt: es geht um Begleitung Pädophiler als Opfer ihrer repressiven Umgebung. So bezeichnet etwa der Psychologe Peter Näf die Aufdeckung von Missbrauchsfällen als „Kampagnen“ und Kinderschützer als „Extremisten“. Es gebe „Fachleute, die lieber Vorurteile repetieren (…) Durch den Bruch des Tabus wird dies jedoch langfristig wissenschaftlich nicht mehr haltbar sein.“ Mehrmals versucht Näf den Dreh hin zur Normalisierung pädophiler Handlungen: „Die vielen Tausenden von sexuellen Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen, die nur schon in der Schweiz vorkommen, werden durch das heutige aufgeheizte Klima noch mehr in die Heimlichkeit gedrängt.“ Manch ein unbedarfter Leser wird sich vielleicht denken, Näf habe ja gar nicht so unrecht. Es werden auch Aspekte angesprochen, die durchaus in der Realität problematisch sind, etwa dieser: „Lehrer und Erzieher müssen immer mehr Angst vor falschen Anschuldigungen rach- oder geltungssüchtiger Schüler haben. Falsche Anschuldigungen können sich heute auch finanziell lohnen (Genugtuungssummen).“ Kurz darauf ist Näf allerdings wieder ganz auf Seiten der missbräuchlich praktizierten Antidiskriminierungspolitik: „Wer viel reist, weiß, nirgends auf der Welt gibt es so wenige lachende und fröhliche Kindergesichter wie bei uns. Aber gerade wir unterschieben andern Völkern, ihre Traditionen seien falsch, indem wir sie auffordern, ihre Sicht und ihre Gesetze in Bezug auf Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern den unseren anzupassen. Eine wahrlich arrogante Haltung.“ Neben der Normalisierung ist die behauptete Selbstbestimmung der Kinder ein weiteres rhetorisch-strategisches Merkmal: „Es sind die Tausenden von unauffälligen Pädophilen, die, weil sie unauffällig und meist auch jung sind, nur in Ausnahmefällen mit der Justiz in Berührung kommen (…) Ganz besonders berühren mich jeweils die ganz Jungen (manchmal 14-Jährigen!), die diese Neigung bei sich entdecken und gewahr werden, dass sie jetzt zur meist verachteten Gruppe der Menschheit gehören und völlig allein gelassen werden.“ Näfs Forderungen sind: „Die Tausenden von bestehenden Beziehungen Kind/Erwachsene“ therapeutisch und sozial begleiten und außerdem weniger dramatisieren.

 

Ansonsten verweist ITP auf die Arbeitsgemeinschaft Pädophilie Düsseldorf und jungsforum.net. Dort ist zu lesen: „Jungsforum ist ein deutschsprachiges Forum für Boylover (Knabenliebhaber/pädophil empfindende), Menschen also, die vor allem Jungen vor oder in der Pubertät interessant und mitunter sexuell anziehend finden.“ Es gehe um Pädophilie und Päderastie, Sorgen und Nöte, aber „vor allem um eins: um Jungs, denn für uns sind sie die schönsten Wesen, die auf unserer Erde wandeln. Insbesondere jungen Menschen, die während ihrer Pubertät und Jugendzeit merken, dass sie nicht nur anders sind als viele ihrer Mitmenschen, sondern dass sie gar zu einer kriminalisierten Minderheit gehören, möchten wir Halt und Orientierung geben.“ Das Forum will zudem „mithelfen, in der Gesellschaft vorherrschende Ansichten und Vorurteile differenziert in Frage zu stellen, und das Thema in vielerlei Hinsicht neu zu bewerten. Das Jungsforum ist, obwohl sein Name das implizieren könnte, kein Forum für Jungs.“ Nicht fehlen darf bei ITP natürlich der Verweis auf Bleibtreu-Ehrenbergs „pädophilen Impuls“: „Der sei bei den entsprechend veranlagten Individuen stammesgeschichtlich von der Evolution fester verankert als der Brutpflegeinstinkt aufgrund genetischer Verwandtschaft, wie etwa der Mutterinstinkt.“ Und auf die anthropologisch notwendigen Doktorspiele: „Das mit der Reaktion auf das Kindchenschema zusammenhängende Liebkosen umfasst bei nichtmenschlichen Primaten und denjenigen Naturvölkern, die keine diesbezüglichen Tabus besitzen, Streicheln, Beriechen, Belecken, Balgen und das bekannte Lausen. Berührungen und Manipulationen an den Genitalien der Kinder gehören in diesen Kontext des Zuwendungsverhaltens mit hinein, wobei beim Menschen infolge der gesteigerten Beweglichkeit der Hand noch Handlungen hinzukommen, die manche der oben genannten Formen von Zuwendung ergänzen.“ 

 

Sexualerziehung als politische Waffe

 

Apropos Doktorspiele: 2006 ließ Ursula von der Leyen den Elternratgeber „Körper, Liebe, Doktorspiele“, der bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erschien und „kindliche Erkundungen“ in die Intimsphäre Erwachsener empfiehlt, zurückziehen. Eine Enttäuschung offenbar für die „taz“, die bald darauf die norwegische Pädagogin Pia Friis zu Wort kommen ließ. Im Kindergarten sollten doch alle Typen des sexuellen Spiels erlaubt sein und gefördert werden. Wenn Kindergartenpersonal auf onanierende Kinder stößt, dann solle gefragt werden: „Na, ist das schön, was ihr macht?“ oder „Fühlt sich das gut an?“ 

 

Kentler schrieb seinerzeit: „Die auch heute noch herrschende Sexualfeindschaft und eine mit Kinderschutzforderungen sich tarnende Kinderfeindlichkeit mögen noch eine Zeitlang als Denkhemmung, erst recht als Widerstand gegen die Realisierung solcher Überlegungen wirken. Es genügt aber, die Reformen des Sexualstrafrechts bei uns und in anderen europäischen Ländern zu beobachten, und man wird erkennen: Entscheidende Weichenstellungen, die zu einer sexualfreundlichen Kultur und freundlicheren Einstellung gegenüber der ‚Kindersexualität‘ führen könnten, sind bereits vollzogen.“ Angesichts der strukturellen Bedingungen und der politischerseits nicht kritisch hinterfragten Mitgliedschaft der Bundesjustizministerin in der Humanistischen Union (HU), wirkt Kentlers Prognose gar nicht so deplatziert. Offiziell distanzierte sich die HU vor vielen Jahren von ihrer vormals offenen Pädophilenunterstützung. Nach Kentlers Tod 2008 jedoch erschien auf deren Homepage folgender Nachruf: „Ein Leuchtturm unseres Beirats ist erloschen. Wie kein zweiter verkörperte Helmut Kentler die humanistische Aufgabe einer aufklärerischen Sexualerziehung.“ Für die „taz“ war er der „verdienstvolle Streiter für eine erlaubende Sexualmoral“ und „ein couragierter Gutachter vor Gerichten“ – freilich ganz im Sinne der Angeklagten. Sexualerziehung wurde von diversen Akteuren immer wieder als politisches Mittel in die Manege geworfen, um ideologische oder auch rein triebgesteuerte Fantasien durchzusetzen. Aktuell vermittelt das Gros der Zeitungen als normbildendes Medium, Sex von Erwachsenen mit Kindern sei ein Tabu.

 

Kann man sich darauf verlassen, dass sie das auch morgen noch vermitteln?


21.8.2013

„Kindliche Sexualität“

 

„Hier geraten wir in eine Strömung, die gefährlich ist. Der Begriff wurde in den 1980er-Jahren von Sexualwissenschaftlern eingeführt, die der Pädophilie nahestanden.“

Das Basler Elternpaar Walker in einem aufschlussreichen Interview


17.8.2013

Leserbrief zu einem Interview über Leben ohne Sex

 

Psychologe Julian S. Bielicki erklärte in einem Interview, glücklich zu sein bedeute nicht Triebbedürfnisse auszuleben, sondern sie zu reflektieren und zu dosieren. Die evolutionäre Entwicklung als Kulturwesen gehe vom Triebhaften zum Menschlichen (Bildung etc.).

 

Vielen Dank für dieses Fundstück!

Ich empfehle dazu den Artikel „Kuck mal, meine Vagina“ von Jan Fleischhauer und Wiebke Hollersen auf Spiegel online. Es geht darum, wohin die Überbewertung des Sexualtriebs führt, gerade in linken Kreisen, etwa im Schülerladen Rote Freiheit in der 68er-Zeit. Zur Formung der sozialistischen Persönlichkeit gehörte vorrangig die „Befreiung der Sexualität“, die „Sexualisierung der Kindheit, ein schrittweises Absenken der Tabuschranken, an dessen Ende sogar der Geschlechtsverkehr mit Kindern denkbar ist.“ Auszug aus den Notizen über den Schülerladen: „Von einer ‚Sexübung‘ war am 11. Dezember die Rede, von einer ‚Fickstunde‘ am 14. Januar.“ Wesentliches Motiv für die Linken ist und war: „Die Kontrolle der Triebe wird als Herrschaftsinstrument verstanden, mit der die bürgerliche Gesellschaft ihre Macht festigt…Nur wer sich der sexuellen Repression entzieht, kann ein wahrhaft freier Mensch werden.“ Dass es sich dabei vorrangig um krampfhaftes Abgewöhnen natürlicher Schamgrenzen und vielfach um eingeredete Bedürfnisse handelt, mögen auch einige Liberale übersehen. Vielleicht sollten diese mal über diesen gemeinsamen Schnittpunkt mit der Linken genauer reflektieren. Unter Freiheit verstehe ich jedenfalls, unabhängig von Erziehungstheorien und Sexualtheorien zu bleiben.


16.5.2013

Pädophilenszene: Weiterhin aktiv

 

Welch investigative Leistung, die uns „Spiegel Online“ nun vorsetzte: „Pädophile hatten bei den Grünen größeren Einfluss als bisher bekannt.“ Tatsächlich ist die Pädophilenfreundlichkeit der Grünen in den 1980er Jahren seit langem bekannt, sofern man sich über das Internet informiert, anstatt sich mit den selektierten Mainstreampressehäppchen zu begnügen.

 

Am 4.Februar 1985 brachte die grüne Bundestagsfraktion einen Gesetzentwurf  ein mit der Forderung, die Paragraphen 175 – Homosexuelle Handlungen – (existierte bis 1994) und 182 – Sexueller Missbrauch von Jugendlichen – zu streichen. Aufrecht, doch allein auf grüner Flur, die Fraktionskollegen waren gerade in Wackersdorf, verteidigte Herbert Rusche den Gesetzentwurf im Parlament. Rusche war der erste Abgeordnete im Bundestag, der sich zu seiner Homosexualität bekannte. Laut Plenarprotokoll betonte er während der Lesung am 12. Dezember 1985 mehrfach, seine Fraktion unterstütze den Gesetzentwurf nach Absprache einstimmig.

 

Auch die weitergehenden Forderungen bezüglich Legalisierung von Sex mit Kindern sind Informierten längst bekannt. Neuigkeitswert hätte allenfalls die Nachricht, dass Herbert Rusche seine neue Heimat nun in der Piratenpartei hat. Im Februar wurde er auf den zweiten Listenplatz der hessischen Piraten-Landesliste für die kommende Bundestagswahl gewählt.

 

Indessen ist die Pädophilenszene nach wie vor aktiv und sucht ihr Glück bei neuen Parteien, bisher allerdings, soweit ersichtlich, erfolglos. So forderte etwa ein Schwulenaktivist namens Kurt Hartmann im März 2003 eine sexualpolitische Plattform in der damaligen BAG.queer innerhalb der PDS mit dem betitelten Diskussionspapier „Für einen perversen Sozialismus“. Trittbrettfahrer posten außerdem bei der Piratenpartei zum Beispiel Folgendes: „Wir können eine AG Sexualstrefrecht machen, aber wir können da nicht die üblichen Verdächtigen zusammenbringen und im eigenen Saft diskutieren und AHS-Positionen (Anm. d. Verf.: AHS = Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität) entwickeln. Das ist völlig vertan, da schreibt dann irgendein Alpha-Blogger was von der Pädo-Gruppe bei den Piraten und dann schreit der Mob und alle fliegen achtkantig raus und die Partei distanziert sich von allen Positionen. Ich finde, da muss eine bessere Strategie her. Ich habe aber keinen wirklich guten Plan bisher.“ Ganz offen wirbt auch der 2002 gegründete Verein für belletristische und wissenschaftliche Pädoliteratur für „neue Strukturen im Bereich pädophiler Emanzipation“ sowie darum, die „Pädo-Kultur weiter zu vervielfältigen und dem Gedankengut Beachtung und Anerkennung zu verschaffen“.

 

Arbeitete „Spiegel Online“ tatsächlich investigativ hinsichtlich dieses Themas, ginge es schon längst um mehr als die grüne Vergangenheit.


4.2.2013

Sexismusdebatte: Fragwürdige moralische Vorbilder

 

Mit einer Prise Empathie, zwei Teelöffeln Wohlwollen und einem halben Liter Besonnenheit könnte man wohl alle in der Sexismusdebatte vorgetragenen Argumente verstehen. Wäre die Debatte lösungsorientiert, dann würde dies als Voraussetzung dafür gelten, erst einmal zu einer ganzheitlichen Einschätzung der Lage zu kommen. Exemplarisch aber bewies die Runde am Mittwoch bei Anne Will, dass es wieder mal zuvörderst um die Herstellung einer Einheitsmeinung geht. Die Art und Weise der Kommunikation befördert dabei genau jene zwischenmenschliche Respektlosigkeit, auf der auch alle Formen sexueller Übergriffigkeiten basieren.

 

Die Respektlosigkeit beginnt bereits dort, wo den Zuschauern eine als Talkshow ausgewiesene Sendung angeboten wird, die aber tatsächlich als Basistreffen der Gruppe „Aufschrei“ konzipiert ist. Sie setzt sich fort über die Gaukelei der Einheitsfrontkämpfer, man wolle eine pluralistische Gesellschaft – zur Erinnerung: Pluralismus bedeutet, andere Meinungen und Anschauungen zu respektieren. Und sie findet einen ihrer bemerkenswerten Höhepunkte dort, wo ein als honorig geltender Politiker eine andersdenkende Frau in aller Öffentlichkeit zur Unperson erklären darf. Der Lerneffekt bei unbedarften Zuschauern ist: Grenzüberschreitungen sind heutzutage erlaubt.

 

Der informierte Zuschauer fragt sich wohl eher, warum in Sachen moralisches Vorbild gerade auch jenes Frauentrio Leutheuser-Schnarrenberger/Künast/Roth um fachliche Meinung gebeten wird, das allen Kritiken zum Trotz weiterhin seine Mitgliedschaft bei der lange Zeit offen pädophilenfreundlichen Humanistischen Union verteidigt – selbst nach „Operation Zucker“, die klar gemacht hat, dass ein Stopp dieser abscheulichen Kinderprostitution keinerlei Aufschub erfahren darf. Deutschland befasst sich mit seinem Sexismusproblem, vermitteln die Medien in alle Welt. Schweigen herrscht darüber, dass Deutschland das Übereinkommen des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung, zur Ahndung von Kinderprostitution als ein Verbrechen, immer noch nicht ratifiziert hat. Aber wie soll man der Welt auch vermitteln, dass sich die deutsche Bundesjustizministerin gegen die Ratifizierung sträubt, während sie in Sachen Dirndl moralisch hoch rüstet?


5/2004

www.kindersindtabu.de

 

Wie alt bist du denn? Was sind deine Hobbies? Schickst du mir mal ein Foto von dir? – Auch in Internetchats ganz normale Fragen, die sich Kinder und Jugendliche untereinander stellen. Nicht so, wenn sich hinter einem der Chatter ein pädophiler Erwachsener verbirgt. Für Pädophile ist die zunehmende Onlinenutzung junger Leute eine willkommene Entwicklung: Sie schleichen sich in (häufig nicht moderierte) Kinderchats ein, geben sich als Gleichaltrige aus und versuchen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Ihr Ziel: Die Kinder in sexuelle Gespräche verwickeln oder reale Treffen vereinbaren, wobei es bereits zu Misshandlungen und Vergewaltigungen kam. Ein aktueller Fall veranlasste jetzt das Karlsruher Kinderbüro, Eltern und junge Chatter über diese Gefahr im Netz aufzuklären. Ein über 40-jähriger Mann belästigte einen elfjährigen Jungen mit anzüglichen Mails. „Die Mutter hat den Kontakt sofort unterbunden“, erzählte Sabine Pfortner vom Kinderbüro Anfang Mai bei einer Pressekonferenz. Aufklärung sei unbedingt geboten, denn Kinder sind neugierig und erzählen schnell viel von sich. Mit den Informationen können Pädophile im nicht kontrollierbaren „Flüsterbereich“ des Chatrooms, in den sich Jugendliche zum Flirten zurückziehen, unbeobachtet Intimität herstellen. Mit Fragen wie „Hast du eigentlich schon mal Sex gehabt“ gewöhnen sie ihre minderjährigen Chatpartner an Grenzüberschreitungen. „Manche Pädophile fordern die Kinder zu sexuellen Handlungen auf oder schicken Fotos von ihren Genitalien, als sei das völlig normal“, so Pfortner. Wenn die Kinder Fotos von sich an den unbekannten Mailpartner senden, können diese per Bildbearbeitung verändert oder in anderen sexuellen Kontexten wieder auftauchen. „Das ist eine ganz üble Nebenwirkung“, betonte Renate Fiedler von der Fachberatungsstelle AllerleiRauh. Wenn die Bilder ein Eigenleben entwickeln, könnten Opfer das erlittene Trauma kaum abschließen.

 

Prävention

 

Die mit dem Thema befassten Fachleute setzen vor allem auf Prävention. Zu den unerlässlichen Regeln gehöre, niemals persönliche Daten wie Name, Telefonnummer oder Adresse herauszugeben. Ein reales Treffen mit einer Chatbekanntschaft sollte nur an öffentlichen Plätzen und im Beisein der Eltern stattfinden. Außerdem müsse es Kindern möglich sein, sich vertrauensvoll an ihre Eltern zu wenden, ohne ein Internetverbot zu befürchten. Das Kinderbüro hat dazu einen Newsletter herausgegeben. Die Mitarbeiterinnen wollen Kinder nicht vom Internet fernhalten, sondern für einen reflektierten Umgang mit dem Medium werben. Dafür sprach sich auch Bürgermeister Harald Denecken aus. Für ihn sind die elektronischen Medien gleichzeitig „Segen und Fluch“.

 

Weltweiter Kampf

 

Gegen Pädophilie im Internet wollen mittlerweile zahlreiche Organisationen im In- und Ausland vorgehen. So bietet etwa die Initiative „NetKids“ unter www.kindersindtabu.de ausführliche Infos, Aufklärung und Schutzmöglichkeiten. Das EU-Programm „Sicherheit im Internet“ ist die Antwort der Europäischen Nation auf Verbrechen im Netz. Unter www.saferinternet.org finden Interessierte vielfältige Informationen darüber, wie die verschiedenen Länder mit der Problematik umgehen. So drohen etwa Pädophilen in Großbritannien bis zu fünf Jahre Gefängnis. Außerdem hat die dortige Regierung ein „Internet Crime Forum“ eingerichtet. Dort finden sich auch zahlreiche Berichte wie den über den „Weltgipfel über Medien für Kinder“ in Brasilien.

 

Sogenannte „ChatNannies“ entwickelte der britische IT-Spezialist Jim Wightman, wie jetzt New Scientist online berichtet. Die lernfähige Software imitiert junge Menschen, die sich im Chat unterhalten, und analysiert das Verhalten des Gegenübers. Bei verdächtigen Aktivitäten mailt das „ChatNanny“ Gesprächsmitschnitte und die betreffende Internetadresse an den Programmbetreiber.

 

Beim zweiten „Weltkongress gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern“ im Dezember 2001 im japanischen Yokohama nahmen neben der schwedischen Königin Sylvia Vertreter höchster Regierungskreise und internationaler Organisationen teil. Tenor der über zweitausend Teilnehmer war „Zero tolerance“ beim Kampf gegen Kinderpornographie und ähnlicher Verbrechen.

 

Was sagt das Gesetz?

 

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Strafgesetzbuch (StGB) in den Paragraphen 174 bis 184 geregelt. Eine Änderung des Paragraphen 184 sorgt seit April für eine Verschärfung der Bestimmungen. „Wir sind dabei, dazu eine Broschüre zu erstellen“, teilte Klaus Wenz, zuständig für Sexualdelikte bei der Karlsruher Kriminalpolizei, mit. Im Stadtkreis Karlsruhe gebe es derzeit zweimal pro Woche Durchsuchungsmaßnahmen in Bezug auf sexuelle Verbrechen im Internet. Allein im letzten Jahr seien 180 Fälle aufgeklärt worden. „Die Täter müssen mit einer Geldstrafe bis zu zehntausend Euro rechnen, bei Wiederholungsfällen gibt es häufig Gefängnisstrafe auf Bewährung“, erläuterte Wenz. In allen Fällen wird der PC eingezogen. Der Kripobeamte rät Eltern, bei verdächtigen Interaktionen im Netz umgehend die Polizei zu informieren.