13.11.2015

Vergewaltigungsopfer: Habt euch doch nicht so

 

Einen geradezu vollidiotischen Kommentar darf Chin Meyer heute mittels des Berliner Kuriers hinausposaunen. Wann wir uns eigentlich in ein Volk von „Pussys“ verwandelt hätten, fragt er sich. Seine „Großmutter verhungerte 1945 in Hinterpommern und wurde vorher periodisch von Russen vergewaltigt.“ In ihrem Tagebuch habe jedoch nach einer Vergewaltigung nur „sehr unangenehme Nacht!“ gestanden.

 

Eine lobenswerte Geste also, gewaltbesetzte Grenzüberschreitungen zu verniedlichen – wie es vor der Emanzipation üblich war? Der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik käme das gerade recht. Die Leugnung von sexuellen Übergriffen seitens Männer mit voremanzipatorischem Frauenbild lässt sich jedenfalls nicht mehr allzu lange durchziehen. Täglich gibt es neue Meldungen. Aktuell siehe hier, hier, hier oder hier.

 

Wer diese Gefahrenlage leugnet oder verharmlost und sich gleichzeitig auf der menschenrechtlichen Seite wähnt, hat nichts begriffen. Artikel 29 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

 

1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.

2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.

3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden. 

 

Hinweis: Die Autorin beobachtet die Situation seit Ende Oktober. Allein aus dieser kurzen Zeitspanne liegt eine siebenseitige Linkliste zu relevanten Meldungen vor.    


1.11.2015

Kondomspende: Und Frauen werden nachgeliefert?

 

Ritex spendete also über 100.000 Kondome an Organisationen, die Erstaufnahmen und Flüchtlingsunterkünfte betreuen. Wie openPR berichtet, verteilt der Arbeiter-Samariter-Bund das „Starter Kits“ mit „lebensnotwendigen Utensilien“. Der Geschäftsführer von Ritex will den Menschen „ein bisschen Normalität und Selbstbestimmung“ ermöglichen. Und der Leiter der Betreuung für Bielefelder Unterkünfte wird „alles dafür tun, dass die Kondome schnellstmöglich verteilt werden“.

 

Da ein Großteil der Flüchtlinge ohne weibliche Begleitung reist, stellt sich doch die Frage: Werden die Frauen nachgeliefert? Oder sollen sie sich diese im Rahmen ihrer Selbstbestimmung einfach nehmen? Wie zum Beispiel hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier?

 

Die mediale Leugnung von sexuellen Übergriffen seitens einiger Asylbewerber macht die Situation betroffener Frauen sicher nicht leichter, wenn sie sich mit der ihnen zugefügten Gewalt nicht ernst genommen sehen. So schreibt etwa der Lokalkompass: „Darüber hinaus sind zahlreiche Gerüchte über Massendiebstähle und Vergewaltigen von rechten Netzwerken in Umlauf gesetzt worden, die allesamt erstunken und erlogen sind.“ Das ist eine eklatante Missachtung der Informationspflicht. Die Fälle sind recherchierbar. Darüber hinaus sind es nur die angezeigten Taten. Sicher gibt es auch betroffene Frauen, die sich aus Sorge für unglaubwürdig gehalten zu werden, diesem zusätzlichen Martyrium nicht aussetzen.

 

Unglaubwürdig erscheint indessen, dass Presse und Arbeiter-Samariter-Bund nicht informiert sein sollten über die frauenverächtliche Sozialisierung von Männern etwa aus dem arabischen Raum. Westliche Frauen sind freizügig ergo Freiwild: besonders bildungsferne Männer internalisieren dieses Vorurteil dort von früh auf. Was wohl lernen nun diese Männer, wenn sie nach Deutschland kommen und als erstes eine Packung Kondome in die Hand gedrückt bekommen?

 

Die Kondomspende an Flüchtlinge ist nur eines: ein verheerendes Signal.


30.10.2015

Der böse Bube aber auch

 

Ein sexueller Übergriff ist nichts weiter als Stoff für eine nette Anekdote, meint wohl die Kreiszeitung. Unter dem Titel: „Auf Streife mit Beamten der Bremer Freimarktswache: Zwischen Normalbürgern und bösen Buben“ wird geschildert, wie „drei aufgelöste Mädchen“ auf die Beamten zu rennen, nachdem sie ein Junge bedrängt und an den Po fasste. Der „vermeintliche Grapscher“ wehrt sich, als ihn die Polizei konfrontiert. „Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, belagern plötzlich 30 Jugendliche die Beamten. Sie schreien: Polizeigewalt!“ Später auf der Wache „schlägt der Junge seinen Kopf gegen die Wand, er schreit, schlägt wild um sich. Doch da hat er die Rechnung ohne Kordes gemacht, der den schwarzen Gürtel im Jiu-Jitsu hat.“ Der „junge Flüchtling“ wird schließlich von den Eltern abgeholt, die Mädchen erstatten Anzeige. Der Polizist sagt dann augenzwinkernd: „Der Rundgang ist erst mal beendet.“ Wirklich richtig nett. Fragt sich nur, für wen.


23.10.2015

Wo bleibt der Aufschrei?

 

Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf über aktuelle Berichte: Kinder bezahlen die Menschenhändler mit Sex, um zu überleben und die Flucht fortsetzen zu können. UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming: „Dies geschieht zum Beispiel, nachdem ihr Geld aufgebraucht ist oder nachdem es ihnen auf der Flucht gestohlen wurde.“


20.10.2015

Angestellter muss Puffauto fahren

 

Das Arbeitsgericht Mönchengladbach (- 2 Ca 1765/15 -) bestätigte die ordentliche Kündigung eines langjährig Angestellten, der sich weigerte, mit einem „Puffauto“ herumzufahren und Geschäfte zu tätigen. Die Dienstwagen wurden optisch verändert:  Großflächig zu sehen sind nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps sowie rote Radkappen. Die ordentliche Kündigung „war nicht auf ihre soziale Rechtfertigung hin zu überprüfen“, so das Gericht.


11. März 2015

Bumsfidele Nächstenliebe?   

 

Ulrich Wagner hat vermutlich nur weitergedacht, was Leitmedien und Politik seit Jahr und Tag vermitteln: Prostitution sei ein ganz normaler, wertzuschätzender Beruf und gelebte sexuelle Vielfalt sowieso der Fetisch in Reinkultur – inzwischen auch für die Evangelische Kirche in Deutschland mit ihrer Klotüraktion. In Anbetracht der sexualisierenden Erziehung neuerdings vom Kleinkindalter an, gepaart mit der anspruchskreierenden Willkommenskultur, jegliche auch nur potenziell vorhandenen Bedürfnisse zugereister Flüchtlinge sofort zu befriedigen, ist die Forderung des evangelischen Pfarrers im Ruhestand nach Gratis-Prostituierten für Asylbewerber folgerichtig. Er spiegelt damit den Zustand der hiesigen Politik, die dafür sorgte, dass Deutschland zum Puff Europas abgestiegen ist.