4.11.2016

Integration: Einige Frauen Teil des Problems

 

Im Rahmen der Integration wird man auf absehbare Zeit nicht umhin kommen, die Rolle von zugewanderten Frauen unter die Lupe zu nehmen. Die syrische Frauenrechtlerin Hiwy Ahmed sagt im n-tv Interview: Manche arabische Frauen meinen: „Wenn mein Mann mich nicht schlägt, dann ist er kein Mann. Ich will da ganz offen sein. Manche Frauen sagen auch: Warum muss eine Frau arbeiten? Oder studieren? Die Frau hat sich um Haus und Kinder zu kümmern.“ Eine Extremvariante ist der 2011 gegründete „Club der gehorsamen Ehefrauen“: „Du musst deinen Mann befriedigen, unterwirf dich, wenn er Sex will“, so laut Blick eine 46-jährige Ärztin anlässlich der Clubgründung in Kuala Lumpur. Rund 800 Frauen aus Malaysia und etwa 200 weitere aus dem Nahen Osten hätten sich dem Club sofort angeschlossen, eine Expansion bis London, Frankfurt und Paris sei beabsichtigt. Weltweit gebe es inzwischen einige tausend Mitglieder. Dachorganisation des Clubs ist die bereits im Vorfeld ins Leben gerufene, auch bei Facebook vertretene Global Ikhwan-Bewegung zur Förderung der Polygamie. Förderer hat sie laut SZ auch unter ausländischen Firmen. Es gibt aber auch lautstarken Protest seitens Muslimen gegen die Gruppe.  


22.9.2016

Rückkehr der Vernunft?

 

„Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat erstmals klare Regeln für die Integration vor allem von moslemischen Zuwanderern in Deutschland genannt“, berichtet der Bayernkurier. Es dürften nicht alle Ausprägungen anderer Kulturen toleriert werden wie etwa Kinderehen oder Frauendiskriminierung. Ehrverletzung könnte niemals Gewalt rechtfertigen. Außerdem: „Wenn ein Mann von einer Frau kein Essen annehmen möchte, dann bekommt er eben kein Essen.“ Der Minister plädiert auch dafür, sich mit dem Sinn von christlichen Feiertagen und damit verbundenen Traditionen zu beschäftigen. Ein leichter kommunikativer Umschwung deutet sich auch in der Kirche an. Wie idea mitteilt, sagte der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge nach der Senatswahl: „Die AfD hat die Möglichkeit einer demokratischen Meinungsbildung für sich genutzt und einen beachtlichen Wahlerfolg erzielt. Das ist ihr gutes Recht.“ Die gewählten Vertreter müssten sich nun als Demokraten erweisen, die die Werte der freiheitlichen Gesellschaft achten. Wer letztgenannte bis dato tatsächlich missachtet, scheint den Verantwortlichen langsam klar zu werden. Nur: Nachdem sie selbst monatelang die intolerante Anspruchshaltung etlicher Eingewanderter geschürt haben, wird es umso schwerer sein, diese  auf ein vernünftiges Maß zu stutzen. Jedenfalls will ich nicht in der Nähe sein, wenn ein Frauenverächter tatsächlich kein Essen bekommen sollte.  

 

Nachtrag vom 28.10.: Das mit dem kommunikativen Umschwung in der Kirche war wohl zu voreilig, wie aus einer aktuellen Meldung von idea hervorgeht.


22.4.2016

Geht es überhaupt um Integration?

 

Die interessanteste Frage bei Illner kam per Zuschauerpost: Wer integriert da wen, in einer Schulklasse mit 70 Prozent Migrantenanteil? Nähme man zu dieser unbeantworteten Frage noch die Aussage von Claus Leggewie aus der gestrigen Talkrunde ernst, wir hätten ja kein starres Deutschland, in das sich jemand integriert, dann wäre die Frage, wozu überhaupt eine Integrationsdebatte geführt wird. Denn inhaltlich stünden dann die Fragestellungen an, welche Interessenwahrung der bisherigen Bevölkerung des Gastgeberlandes noch zusteht, wer sich dafür einsetzt und wie man diesen gesellschaftlich umwälzenden Vorgang nennt.


21.3.2016

Ein Drama verwelkender Potenziale 

 

Das Bildungsniveau der Flüchtlinge aus Syrien sei vermutlich dramatisch schlecht, heißt es gerade in einigen Zeitungen. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere Bildungszentren, etwa das ifo Zentrum für Bildungsökonomik, das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung oder der Aktionsrat Bildung. Rund zwei Drittel seien „im Grunde Analphabeten“, meint der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, Dieter Lenzen. Auf Deutschland kämen daher erhebliche Integrationsprobleme zu. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR behauptete hingegen noch im Dezember, 86 Prozent der Flüchtlinge seien hochqualifiziert – Ergebnis seiner Befragung von 1200 Asylsuchenden an der türkisch-griechischen Grenze. Der Focus verkauft diese Befragung unter dem Titel „UN-Studie“. Alles klar. Ob die einheimischen und die gut integrierten Kinder noch zu ihrem Menschenrecht auf Bildung inklusive Förderung ihrer individuellen Talente kommen, ist fraglich, wenn man sich den drastischen Niveauabfall in Schwedens Schulen vergegenwärtigt. In Sachen Bildung entsteht gerade ein Drama verwelkender Potenziale mit Langzeitwirkung. 


10.3.2016

Seifenblasenkultur 

 

Im Interview mit der Welt fragt eine bosnische Autorin, wer den Geflüchteten deutsche und europäische Werte beibringen soll angesichts einer „Verständniskultur, in der Probleme der Zuwanderung kleingeredet und ausgeblendet werden“. Die Frage ist gut, der Begriff „Verständniskultur“ allerdings allzu höflich, auch wenn sich diese nur auf Geflüchtete bezieht. Denn häufig geht es den Meinungsführern ja doch nur um die eigene Nestpflege oder um geldwerte Vorteile. Seifenblasenkultur trifft die Sache schon eher. 


11.2.2016

Rassismusbesoffene Toleranz oder toleranzbesoffener Rassismus?

 

Politikern und Journalisten gefällt es anscheinend, so oft als möglich das Wort "Rassismus" im Munde oder mit der Feder zu führen. Das ist bemerkenswert: sollte es doch um Antirassismus gehen. Oder geht es gar nicht so sehr um Antirassismus, sondern vielmehr um Stigmatisierung – weil dieser Vorgang aufregender und geistig weniger anstrengend ist? Wie auch immer: Es gibt wenigstens einzelne Personen, die ernsthaft an einer integrativen Gesellschaft arbeiten. Zum Beispiel Ahmad Mansour mit seinem Engagement gegen muslimischen Antisemitismus und seiner präventiven Jugendarbeit in Berlin-Neukölln. Bei Letzterem sei "viel schief gelaufen", sagte er jetzt Deutschlandradiokultur im Gespräch. Die Jugendlichen kommen aus patriarchalischen Strukturen mit Geschlechtertrennung und Tabuisierung der Sexualität. Mansour versucht, deren kritisches Denken zu fördern: auch in Bezug auf ihren ursprünglichen Kulturkreis. Hinderlich daran sei die "falsch verstandene Toleranz in der deutschen Gesellschaft", die ihrerseits Themen tabuisiere und wichtige Probleme nicht anspreche. Wenn etwa Politik und Gesellschaft akzeptieren, dass Eltern ihre Töchter vom Schwimmunterricht fernhalten und damit bestimmte Geschlechterbilder vermitteln, dann hätten die Mädchen auch später weniger Chancen. Der Psychologe meint: "Und das ist nichts anderes als Rassismus. Das werde ich nicht Toleranz nennen."


24.1.2016

Rhetorische Winkelzüge

 

Eben gefunden auf faz.net: eine Aussage der Bundesintegrationsbeauftragten Aydan Özoguz: "Was in Köln und anderen Städten geschah, ist kein Ausleben einer Religion."

 

Dem kann jeder wie auch immer religiös Orientierte zustimmen. Hat das Kölndesaster dann doch nichts mit der Herkunft der Täter zu tun, wie Özoguz's Aussage impliziert?

 

Gegenfrage: Warum vermeidet sie das Wort Sozialisation?