4.12.2017

Ein Weihnachtsmarkt ist ein Weihnachtsmarkt

 

In diesem Fall hat sie recht: Lamya Kaddor schreibt aktuell: „Lasst die Finger vom Christkind, von St. Martin, dem Nikolaus und allen anderen aus der Familie.“ Im Sinne von Political Correctness müsse man eben nicht zu neutraleren Namen kommen wie Lichtermarkt, Laternenfest oder Sonne-Mond-und-Sterne-Fest. Als Muslimin finde sie solche Traditionen schön und wichtig: „Deutschland ist zu 60 Prozent von Christen bevölkert und hat eine lange christliche Vergangenheit. Es gibt keinerlei Veranlassung, die hieraus entstandenen Traditionen gezielt abzuschwächen oder gar zu tilgen. Die zweitgrößte Religionsgruppe sind die Muslime, und die machen gerade mal fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung aus. Das ist keine Größe, an der sich andere universell orientieren müssten.“ Sie kenne auch keine Muslime, die eine Umbenennung von Weihnachtsmärkten oder St. Martinszügen verlangen würden. Ob es dennoch solche gibt, sei dahin gestellt. 

 

Was es gibt und nicht zu knapp sind deutsche Kindsköpfe aus der linksmarxistischen Szene, die ihren unreflektierten Atheismus wie einen Popanz vor sich hertragen und trotzig auf ihr „Lichterfest“ bestehen. Theoretischer Background ist etwa diese spinnerte Feinderklärung an die Religion aus dem Jahr 1909 – Feind in vorderster Front ist das Christentum und die heutige Lobbyaktivität für alles was muslimisch daher kommt im Sinne der Taktik kein Widerspruch, wie Richard Niedermeier („Allianz gegen das Christentum“) meint: Ideologen wollten es lieber mit dem Islam, als mit dem Christentum zu tun haben, denn: „Der Islam bedient ihre Ressentiments gegen die Religion überhaupt und lässt sich trefflich anführen, wenn Religion als rückwärtsgewandt diffamiert werden soll…ist es heute der antichristliche Charakter des Islam, den man nutzen will. Dieses antichristliche Motiv ist in der Gegenwart stärker als noch in der Aufklärung. Denn die durch den Islam in Europa erst realisierbare multikulturelle Gesellschaft soll dazu beitragen, das Christentum auch in seinen kulturellen Erscheinungsformen auszulöschen. Der Islam wird also instrumentalisiert in einem Kampf um die Seele Europas.“ Kaddors Gegenrede ist daher durchaus zu begrüßen.

 

Nachtrag vom 18.12.: "Im Johanneum in Lüneburg haben sich - nach langen Diskussionen - Eltern, Lehrer und Schüler entschlossen, während der Unterrichtszeit keine Weihnachtsfeier zu machen. Grund: Christliche Weihnachtslieder könnten nicht-christliche Schüler stören."

Siehe auch: "Ein Gymnasium in Lüneburg reagiert auf den Protest einer muslimischen Schülerin und verlegt die Weihnachtsfeier in die Freizeit."

Nachtrag vom 20.12.: "Schulleiter verstrickt sich mit Dementi in Widersprüche..."


23.11.2017

Das Ammenmärchen von den christlichen Naziführern

 

Jürgen Todenhöfer, Journalist und seit Januar Herausgeber* der Wochenzeitung „der Freitag“, haut auf Facebook folgenden Satz in die Tasten: „Es waren keine Muslime, die 6 Millionen Juden ermordet haben, sondern deutsche ‚Christen‘.“ Ob er tatsächlich so ungebildet ist? Die Politik der Nazis war auf Entchristlichung des öffentlichen Lebens ausgerichtet. Altgermani-sche Rituale sollten religiöser Ersatz werden. Mitglied der Kirche blieb Hitler nur, um nicht die Bevölkerung zu verprellen. Tatsächlich hatten er und seine Gefolgschaft nicht mehr als Verachtung für Religion und Kirche übrig. Man ließe sich nicht davon abhalten, „mit Stumpf und Stiel, mit allen seinen Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten“, zitiert die Karl-Leisner-Jugend in ihrem Bericht: „Über das Ziel, die Kirche zu vernichten, war man sich in der nationalsozialistischen Führung einig, umstritten war lediglich der Zeitpunkt.“ Auch Sebastian Haffner dokumentierte in seinem Zeitzeugenbericht „Germany: Jekyll & Hyde“: „Zynischer Nihilismus“ als markantes Merkmal der Naziführer; „im wahrsten Sinne gottlos“, nichts war ihnen heilig. „Es ist banal zu sagen, dass die Naziführer keine Religion, keine Moral, keine Menschlichkeit und keine traditionellen Hemmungen kennen.“  

 

Die Christenfeindlichkeit des Naziregimes dürfte jedem Journalisten ausreichend bekannt sein. Setzte Todenhöfer deshalb das Wort Christen in Anführungszeichen, weil er sehr wohl wusste, dass er Fake News postet? Was ihn angetrieben haben könnte, lässt sich ebenfalls aus Haffners Analyse herleiten: Die Nazipropaganda will „nicht überzeugen, sondern einen Eindruck hinterlassen“; sie richtet sich nicht an die Vernunft, sondern an das Gefühl. „Ob man etwas glaubt oder nicht – es darf nur nicht vergessen werden.“ Und es sollen imaginäre Bilder und Assoziationen beim Rezipienten entstehen, die vor allem bei Menschen mit geringem Unterscheidungs- und Urteilsvermögen „die Realität überdecken“. Jene überzeugt „ein eindrucksvoll gemaltes Bild, das aussieht wie etwas, wovon sie irgendwo einmal  etwas gehört haben“, viel mehr als das, was sie mit den eigenen fünf Sinnen wahrnehmen. Aus dieser Warte könnte Todenhöfers Hetze gegen Christen erfolgreich sein. 

 

Da der unsägliche Post nebenbei auch ein Schlag ins Gesicht aller christlichen Widerstandskämpfer ist, von denen etliche ihr Engagement mit dem Leben bezahlten, seien an dieser Stelle einige von ihnen aufgezählt: Korbinian Aigner, Alexander Heinrich Alef, Alois Andritzki, Hans Asmussen, Alfons Beil, August Benninghaus, Philipp Bleek, Dietrich Bonhoeffer, Alfred Friedrich Delp, Hans von Dohnanyi, Hugolinus Dörr, Hans Ehrenberg, Joseph Emonds, Birger Forell, August Froehlich, Clemens August Graf von Galen, Jakob Gapp, Martin Gauger, Anton Gebert, Eugen Gerstenmaier, Christoph Hackethal, Georg Häfner, Georg Heidingsfelder, Bernhard Heinzmann, Franz Jägerstätter, Julius von Jan, Katharina Katzenmaier, Alfons Kirchgässner, Kilian Kirchhoff, Erich Klausener, Hans Koch, Anna Bertha Königsegg, Max Lackmann, Hermann Lange, Bernhard Letterhaus, Bernhard Lichtenberg, Johannes Lohr, Johann Maier, Helene Kafka, Elpidius Markötter, Max Josef Metzger, Eduard Müller, Josef Müller, Otto Müller, Martin Niemöller, Emil Phillip, Harald Poelchau, Johannes Prassek, Konrad Graf von Preysing, Eitel-Friedrich von Rabenau, Arthur Rackwitz, Franz Reinisch, Josef Rieck, Johannes Ries, Leo Ries, Joseph Rossaint, Ernst Moritz Roth, Karl Schapper, Elisabeth Schmitz, Paul Schneider, Roman Karl Scholz, Aloys Scholze, Ulrich Sporleder, Karl Friedrich Stellbrink, Werner Straub, Engelmar Unzeitig, Maria von Wedemeyer, Franz Weiß, Friedrich Weißler, Bernhard Wensch, August Wessing, Wilhelm Wester, Hans Wölfel… 

 

*Siehe dazu auch: "Führende 'Freitag'-Mitarbeiter gehen wegen Herausgeber Jürgen Todenhöfer" oder bei der Jüdischen Allgemeinen: "Nicht mit Todenhöfer - Warum ich nach 26 Jahren nicht mehr für die Wochenzeitung schreiben werde...Auf meinen Absagebrief an Jakob Augstein habe ich keine Antwort erhalten. Ihm scheint das alles egal zu sein." 

 

Siehe außerdem: diesen Text auf dieser Homepage.


1.11.2017

Allerheiligen

 

Wer sich vergegenwärtigen will, was heute an Allerheiligen und morgen an Allerseelen gefeiert wird, der kann das hier nachlesen. Einen Impuls zum Festtag gibt es unter anderem von Anselm Grün und Impressionen vor Ort sind zum Beispiel dort festgehalten


29.8.2017

Vernachlässigte Existenzfragen

 

Wo bleibt der Wahlkampf? Das fragt man sich gerade bei „Christ in der Gegenwart“ mittels eines durchaus fetzigen Kommentars. Das bedeutet ja nicht gleich wieder, dass man jedem einzelnen Punkt zustimmen muss. 

 

In vier Wochen wird der Bundestag gewählt, doch die Bevölkerung sei abgestumpft und „gepflegt nachlässig“ respektive ignorant bis feige. „Als Erregungsersatz bietet die Boulevardpresse im Schulterschluss mit Proll-Fernsehen und sozialen Netzwerken Nichtigkeiten an, seien es geplante oder geplatzte Clubwechsel millionenschwerer Fußballsöldner oder Nacktbadeszenen gekaufter Second-Hand-Promis.“ Alles habe sich auf das Feld des bloß Spielerischen verlagert. „Heute so, morgen anders. Wer A sagt, kann auch B, C oder sonst was sagen.“ Diese vernebelte, unzuverlässige Politik wecke Zweifel an der Ernsthaftigkeit und „gefährdet womöglich Demokratie“, heißt es im Kommentar. 

 

An Zukunftsfragen mangelt es derweil nicht. Etwa bezüglich der sozialen Sicherungs-systeme in einer zunehmend digitalisierten Arbeits- und Verbrauchskultur, der Zukunft der jungen Generation oder  der Zuwanderung. Menschen mit Migrationshintergrund machten bereits ein Fünftel der Bevölkerung aus. „Völlig offen ist, wie die sehr zahlreichen Zuwanderer aus bildungsfernen Schichten und Kulturmilieus jene Bildungsstandards erreichen können, die eine hochtechnisierte Wohlfahrtsnation voraussetzt.“ Gleichzeitig seien qualifikationsbereite Zuwanderer durch Arbeitshemmnisse blockiert. „Wer etwas leisten will, soll und muss auch etwas leisten dürfen und dabei engagiert unterstützt werden. Wer dagegen nichts leisten will, wer als Zugereister andere Absichten hat, hat sein Anrecht auf Beheimatung verwirkt.“ Wie ist das politisch differenziert umzusetzen? „Eine Existenzfrage nicht nur für die Zugewanderten, sondern für die Republik.“

 

Auch eventuelle Langzeitwirkungen leitkultureller Vorstellungen des zunehmend präsenten Islam kommen zur Sprache: „Droht ein Kulturkampf massiverer Art, wie er sich im Kleinen - etwa in manchen Schulen und unter jungen Leuten - längst abzeichnet? Was kann ihn vorbeugend abwenden? Darüber wird im Wahlkampf kaum redlich offen diskutiert.“ Realismus sei hier angebracht. Und „eine ehrliche Offenheit, die nichts mehr beschönigt oder beschweigt…und sich nicht auf der Ebene der propagandistischen Kampfbegriffe ‚Islamophobie‘ und ‚Islamophilie‘ abspielt“. 

 

Neben aller berechtigten Religionskritik lasse sich aber letztlich nicht bestreiten: „Nach den Jahrzehnten des staatlich verordneten Atheismus mit seiner Zerstörung des individual- wie sozialmoralischen Wertegerüsts haben Gebildete…wiederentdeckt, wie wesentlich der Glaube für die Sinnerfüllung des ganzen Lebens ist, gegen die persönliche wie kollektive Trostlosigkeit der verordneten Gottlosigkeit. Auch wenn der religiöse Glaube manipuliert und ideologisch ausgenutzt werden kann, wie man es im hindunationalistischen Indien genauso beobachten kann wie im buddhistisch imprägnierten Sri Lanka oder im wahabitischen Saudi-Arabien, hängt die Grundausrichtung, die Dynamik eines Gemeinwesens im Ganzen entscheidend von dem ab, was dem sterblichen Menschen wie viel wert, was ihm heilig ist…Wie viel ist den Deutschen im einst christlichen Abendland das Christentum noch wert? Auch Religion als substanzieller Teil von Kultur ist politisch.

 

Daher müsste die Erosion des Christlichen sehr wohl ein zutiefst beunruhigendes Thema der politischen wie intellektuellen Eliten sein.“ Warum ist es das nicht?


8.7.2017

Die zarte Lücke

 

Das perfekte Sinnbild des Gegenteils zur G20-Gewaltorgie ist Michelangelos „Erschaffung Adams“. Einen Auszug des Deckenfreskos in der Sixtinischen Kapelle in Vatikanstadt kennt vermutlich fast jeder. Er zeigt die beiden Hände mit den ausgestreckten Zeigefingern, die sich fast berühren. Hier ist er zu sehen. Der betrachtende Mensch kann sich wohl kaum erwehren die Berührung gedanklich zu vollenden respektive vorwegzunehmen; obwohl der Abstand als Lücke deutlich sichtbar bleibt. Wer es vermag, der kann einmal bei günstiger Gelegenheit mit aller verfügbaren Offenheit in diese Lücke eintauchen, die so zart anmutet und so viel zu versprechen scheint. Das ist erfüllend und ungemein immunisierend. Es vergegenwärtigt zudem, wie tief besagte Zeitgenossen gesunken sind und was sie, bar jeder Ahnung, entbehren. Goethe schrieb übrigens 1787: „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag.“


28.6.2017

Kamerun: Mordserie an Bischöfen

 

Ganz so bequem werden Verantwortliche in Kamerun den Fall wohl nicht abschließen können: „Bischof Jean Marie Benoît Bala hat nicht Selbstmord begangen, er wurde brutal ermordet“: meldet sich die Kameruner Bischofskonferenz lautstark zu Wort. „Die Leiche des Bischofs von Bafia wurde am 2. Juni im Fluss Sanaga gefunden. Der Kirchenmann war seit dem Vormittag des 31. März vermisst worden, nachdem sein Fahrzeug auf einer Brücke gefunden worden war.“ Der Catholic Herald berichtet, dass bereits Anfang Juni am Körper des charismatischen 58-jährigen Geistlichen Folterspuren gefunden wurden. Trotzdem kolportierten dortige Medien die These vom Suizid. Die Bischöfe in Kamerun verweisen auf eine Mordserie an katholischen Geistlichen und Ordensleuten seit den 1990er Jahren – kein einziger davon wurde aufgeklärt. Radio Vatikan ergänzt: „Anonymen Quellen zufolge hatte Bischof Bala Hintergründe über ungeklärte Priestermorde aufgedeckt, was ihm zum Verhängnis geworden sein könnte.“ In Kamerun sind laut Auswärtigem Amt circa 25 Prozent Katholiken, 25 Prozent Protestanten und 20 Prozent Muslime. Weitere, gut dargestellte Hintergrundinfos zu Kamerun bietet das Länder-Informations-Portal.


4./5.6.2017

Pfingstgottesdienst       flüchtlingspolitikfrei


4.6.2017

Offener Brief an Repräsentanten des Evangelischen Kirchentags

 

Siehe auch den Beitrag eines Studenten: Ich erlaubte mir, "am Breitscheidplatz einen Zettel mit der Aufschrift 'Demokratie verteidigen – Islamisten stoppen!!! Ja zu einer multireligiösen Stadt, Nein zur Verhöhnung der Anschlagsopfer durch Islamisten' anzubringen. Nachdem mir zunächst Mitglieder der Kirche, in der ich selbst Mitglied bin, mit einer Anzeige drohten, prüfte die Polizei 20 Minuten lang, ob meine Zettel gegen die Auflagen für den Gedenkort verstoßen".


13.4.2017

Die Gelegenheit in der Zeit 

 

Ostern erinnert an die Möglichkeit der Erneuerung. Wer in diesen Tagen über einen Neubeginn nachdenken möchte, dem könnte die Vergegenwärtigung von Chronos – der griechische Gott mit der geflügelten Sanduhr – und Kairos – der Gott der günstigen Gelegenheit und des rechten Augenblicks – als Leitfaden dienen. Hier findet sich eine philosophische und dort eine christliche Betrachtung dazu.  


11.4.2017

Nivellierer als Strippenzieher

 

Ein interessantes Urteil: „Islamisches Kulturzentrum darf von Innenminister des Landes Bremen als ‚salafistisch‘ bezeichnet werden“, so das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen nach einem Beschluss vom Dezember 2015: „Zwar verlange die Religionsfreiheit vom Staat besondere Zurückhaltung. Daher seien diffamierende, diskriminierende oder verfälschende Darstellungen einer religiösen Gemeinschaft zu unterlassen. Jedoch enthalte die Beschreibung ‚salafistisch‘ keine diffamierenden oder verfälschenden Darstellungen.“

 

Bei der Bundeszentrale für politische Bildung versuchte sich Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber drei Monate vorher an der Präsentation einer Typologie zum komplexen Phänomen Salafismus. Sein Fazit: „Alle genannten Handlungsstile des Salafismus können auch dem Fundamentalismus zugerechnet werden“ mit „einer deutlichen und hohen Extremismusintensität.“ Geht man nach dieser Definition und führt sich das aktuelle Sprachdiktat vor Augen, dann dürfte wohl der Beschluss des OVG Bremen heute keinen Bestand mehr haben.

 

Um die Hintergründe der Debatte vollumfänglich zu erfassen, darf im Übrigen nicht untergehen, was ein Leser beim Tagesspiegel so formulierte: „Es ist nur zu offensichtlich, dass Viele die Gunst der Stunde nutzen wollen, um sich auf diese Weise aller Religionen zu entledigen…Wenn dem Islam seitens unserer Mehrheitsgesellschaft erst einmal seine Existenzberichtigung aberkannt wurde, dann wird auch dem traditionellen Christen-  und Judentum auf Dauer keine Existenzberechtigung mehr eingeräumt werden. Wieder ein Schritt hin zur großen ideologischen Monokultur. Keine Ländergrenzen mehr, keine Nationen, keine Religionen, keine Kulturen…“  


30.3.2017

Heringssalat bald überall?

 

Wenn man in Berlin eine Veranstaltung zum ausgewiesenen Thema rund um die christliche Religion besucht, kann es schon mal vorkommen, dass sich dort Atheisten dazu setzen, die sich dann darüber beschweren, dass es hier nur um christliche Religion geht und nicht um andere Religionen oder um Atheismus. Selbst erlebt, und nicht nur einmal. Zu solchen Zeitgenossen gehört auch Volker Beck von den Grünen. Laut Idea hatte der Politiker das christliche Hilfswerk für verfolgte Christen „Open Doors“ dahin gehend kritisiert, dass es diesem nur um Christen gehe und nicht um alle religiös Verfolgten. Der gleiche Duktus wäre die Grünen dafür zu kritisieren, dass es diesen nur um ihre eigenen politischen Positionen geht und nicht um die aller politischen Parteien. Es entspräche auch solch einer Einstellung in ein Schreibwarengeschäft zu gehen und sich dann zu beschweren, dass man dort keinen Heringssalat kaufen kann nach dem Motto: Jeder hat sich um alles zu kümmern. Die Welt wartet gespannt auf die nächste Ausweitung des Antidiskriminierungsgesetzes.