18.11.2017

„Eine Reise wie keine andere“

 

Wer am Wochenende eineinhalb Stunden Zeit hat und schweren Gedanken entfliehen will, kann sich in diese Arte-Doku vertiefen. Es geht um ein Jahr im Leben unseres Planeten aus Sicht der Vögel in Interaktion mit anderen Tieren; das Ganze mit fantastischen Aufnahmen. 


16.11.2017

"Wer ist der Sokrates der Gegenwart?"

 

Einen anregenden Text zum Nachdenken über die heutige Bedeutung des gedanklichen Widerstands im Rahmen einer Gegenüberstellung der Philosophen Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas bietet die Neue Zürcher Zeitung.


11.11.2017

Mit heiterer Ruhe gegen die Intoleranz

 

In dieser Doku über den Philosophen Spinoza (1632 – 1677) – der Boykott der Wahrheit – wird eindrücklich geschildert, wie es einem in einer von Dogmen beherrschten Gesellschaft ergeht, wenn er die Denkfreiheit verteidigt. Erst gnadenlos beschimpft und verflucht, dann ausgehorcht von Spitzeln, wird schließlich sein „Theologisch-politisches Traktat“ von Universitätskanzleien sowie von staatlichen und kirchlichen Behörden wegen der „gefährlichen Ansichten“ verboten. Unter Strafandrohung von acht Jahren Zuchthaus darf das Buch nicht mal zustimmend erwähnt werden. Der Philosoph empört, weil ihm die gängige Meinung gleichgültig ist. Er spürt, wie es sich für einen Philosophen gehört, unerbittlich seiner Wahrheit nach, „ohne Angst vor dem Urteil der Menschen“. In der Sache lässt Spinoza niemals nach: Ein Gedanke höre nicht auf wahr zu sein, bloß weil er von den Vielen nicht anerkannt werde. „Üble Nachrede aber soll mich nicht dazu bringen, sie (die Wahrheit) im Stich zu lassen." Denn: „Kann man sich größeres Unglück für einen Staat ausdenken, als wenn ehrbare Männer nur darum, weil sie anders denken und nicht zu heucheln verstehen, wie Verbrecher des Landes verwiesen werden? Was kann verderblicher sein, als wenn Menschen nicht wegen eines Verbrechens oder einer Übeltat, sondern nur, weil sie freien Geistes sind, für Feinde erklärt“ werden? Spinoza bleibt sich selbst trotz des Hasses seiner Mitwelt treu und harrt „ohne die Verlockung des Ruhms“ in der Einsamkeit aus. Textlog führt dazu aus: „Er lebte, getreu seiner Lehre, erhaben über irdische Ehren und Glücksgüter, ohne Bedürfnisse, aber voll heiterer Ruhe, Herr seiner Leidenschaften, voll Milde und Wohlwollen gegen andere und Strenge gegen sich selbst. Die Reinheit seines Charakters haben selbst seine zahlreichen wütenden Gegner nicht anzuzweifeln gewagt.“


4.11.2017

Anregungen für Gewaltzeugen

 

„Wir alle können nicht vermeiden, dass die Präsenz von Gewalt, vor allem die ständige Präsenz, Spuren in uns hinterlässt.“ Das Statement stammt aus einem sechs Jahre alten Bericht der Psychologischen Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt Kompass Kirchheim. Es geht vorrangig darum, wie Helfer, etwa Therapeuten, in Anbetracht zwischenmenschlicher Gewalt gesund bleiben können. Von den Anregungen im Bericht könnte aber auch der wachsende Kreis der Personen, der mit unmittelbarer Zeugenschaft bei Gewalttaten konfrontiert ist, profitieren. Ebenso verantwortungsbewusste Bürger, welche die Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren ernst nehmen und die entsprechende Nachrichtenlage auszuhalten versuchen. Das soll natürlich nicht therapieersetzend sein – falls Betroffene überhaupt noch Termine dafür bekommen.

 

Die Wucht von Gewalterfahrungen kann sowohl zu sekundärer Traumatisierung als auch zur Änderung des Welt- und Selbstbildes führen sowie Grundannahmen des Lebens in Frage stellen. „Lange Zeit gab es den Irrtum zu glauben, dass wir im Laufe der Zeit, mit wachsender Gewöhnung an Gewalt, abhärten und somit geschützter werden. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr wir mit Gewalt und den Folgen von Gewalt konfrontiert werden, umso höher wird die Gefahr, dass wir selbst uns verändern, bis dahin, dass wir krank werden.“ Immunisierungsversuche seien zum Scheitern verurteilt. Veränderungen der eigenen Person sollten achtsam wahrgenommen werden. Dann besteht die Chance zu lernen, die Richtung der Veränderung zu beeinflussen. Der neunseitige Bericht geht auch darauf ein, dass öffentliche Nachrichten Verbitterung über das Versagen unserer Gesellschaft und des Rechtsstaats, etwa bezüglich der täterorientierten Justiz, hervorrufen können.

 

„Wir sollten uns um eine innere Balance kümmern zwischen Schwerem und Leichtem, Leid und Sorglosigkeit, Spannung und Entspannung, Aktivität und Passivität.“ Hilfreich ist Austausch, um mit den Erlebnissen nicht allein zu bleiben. Weitere Anregungen: eindeutige Grenzen setzen; liebevoll auf sich achten; bewusst Nischen zum Auftanken schaffen; leben, lieben und genießen pflegen; auf Energieeffizienz achten; Zeit mit Menschen verbringen, die gut tun; Zeit in der Natur und mit Kreativität verbringen; den Körper pflegen durch genug Schlaf, Pausen, Urlaub, Wellness, gutes Essen und anderes mehr. „Wir sollten uns den Raum geben, um spirituell zu reifen.“ Existenzielle Fragen überdenken kann ebenso hilfreich sein wie eine reflektierte, reife Spiritualität als starke Stütze „in Momenten der Ohnmacht“. Wichtig sei außerdem die konkrete Sinnhaftigkeit in Beruf und Privatleben: „Was kann ich heute Sinnvolles tun? Jetzt? In dieser Phase meines Lebens. In dieser gesellschaftlichen Zeit.“ Eine resiliente Chance bei alldem: die tiefer gehende Lebensqualität.

 

Der Bericht enthält auch schwer verdauliche politische Details im Nachgang zum Stichwort „Odenwaldschule“ (Seiten 4 und 5). Außerdem zu beachten: Der Text stammt aus dem Jahr 2011. Zu den aktuellen Verjährungsfristen nach Sexualdelikten: siehe dort.


7. 10.2017

Selbstbestimmte Lebenszeit

 

Von so einem wie Seneca lässt man sich doch gerne die eigene Unvernunft vorhalten. „Das Leben ist kurz“, heißt es in dieser eingängigen Präsentation, das liegt aber an jedem selbst: „Auf die Zeit selber achtet keiner; da wird sozusagen nichts gefordert und nichts gegeben. Mit der kostbarsten Sache der Welt geht man um wie mit einem Spielzeug.“ Dabei wird niemand einem die Jahre wiedererstatten. Unverlierbare Weisheit und bewusst gelebte Muße sind nach Seneca die Eckpfeiler erfüllten Lebens: „Nicht nur recht kurz, sondern recht elend muss also das Leben solcher Menschen sein, die sich mit großer Mühe das erwerben, was sie nur mit noch größerer Mühe in ihrem Besitz halten können.“ Vielbeschäftigte sind in einer traurigen Lage. „Am traurigsten aber sieht es für diejenigen aus, die…ihre Tritte nach dem Schritt eines Anderen richten und sich sogar das Lieben und Hassen – die allerfreiesten menschlichen Regungen – befehlen lassen müssen.“ Während aber diese Menschen selbst hin- und hergedrängt werden und Andere wegdrängen, bleibt ihr Leben ohne Gewinn, ohne geistiges Wachstum. Der „Tugendprediger“ meint: „Das größte Hindernis im Leben ist die Erwartung, die uns an das Morgen bindet und uns das Heute verlieren lässt.“ Sein Tipp für die Praxis: Man muss gegen die Schnelligkeit der Zeit ankämpfen, indem man sie rasch nutzt. Wer die knappe Stunde in das Video investiert, hat sicher nichts verloren. 


8.4.2017

Ein paar Sekunden Meer

 

Wer sich am Wochenende von einem Geräuschemacher für ein paar Sekunden lang ans Meer entführen lassen will, der muss nur am Ende dieses kurzweiligen Interviews, das knapp elf Minuten dauert, die Augen schließen. Noch mehr Infos zu diesem kreativen Beruf: hier


1.4.2017

Flussplätschern

 

Für ein beruhigtes Wochenende: einfach mal einem sanften Flussplätschern lauschen.


18.3.2017

Interessante Ballonfahrt

 

Wer sich am Wochenende auf eine kurzweilige Ballonreise mit einem rundum angenehmen Erzähler, 300 Kilogramm Gas und 9.000 PS in 5.000 Metern Höhe und bei himmlischer Ruhe über die Alpen von Füssen nach Verona begeben möchte: hier ist der Zustieg.  


25.2.2017

Durchgeweht

 

Wer sich am Wochenende ein wenig durchgeweht fühlen will, der wird hier fündig.  


18.2.2017

Geistige Eigenständigkeit

 

Bei der NZZ erschien kürzlich ein Plädoyer zur Abschaffung der Fernsehgebühren in der Schweiz. Es ist zugleich eine allgemeine Fürsprache für die eigentliche Menschenrechtsidee, etwa für „die unveräußerlichen Rechte des Individuums wie seine persönliche Freiheit, unter welcher Liberale nicht die Erlangung von Macht verstehen, etwas zu tun (das ist die sozial-demokratische Definition von ‚Freiheit‘), sondern das Recht, in Ruhe gelassen zu werden – also von anderen nicht gezwungen zu werden, etwas gegen den eigenen Willen zu tun“. Kollektivistische Weltverbesserer hingegen sehen Menschen als Mittel zum Zweck und vergessen den Kontext: „Mit der Frage nach dem Wünschbaren endet jedoch der kognitive Prozess eines Kollektivisten. Der Kontext wird aus intellektueller Faulheit oder manipu-lativer Böswilligkeit ausgeblendet.“ In diesem Sinne lasse man sich nicht anstecken: weder von der öffentlichen, oft undifferenzierten Meinungsmacht noch von deren Ausgrenzungs-ritualen. Denn: „Nur in der reinen Luft eigenen Denkens, eigenen Empfindens, eigenen Urteils atmet man den frischen Hauch geistiger Selbständigkeit.“ (Moritz von Egidy)


11.2.2017

Kooperation und Koordination...

 

...hier oder dort kann man sehen, wie das geht und sich damit am Wochenende entspannen.