12.9.2017

Gespenstische Ignoranz

 

Nach dem gestrigen „Wohlfühl-TV mit der Kanzlerin“ bin ich geplättet angesichts der sturen Ahnungslosigkeit der brav klatschenden Zuschauer, die sich um die zunehmend gewalttätige Realität nicht sorgen wollen oder können. Die „verstörenden Vorfälle“ im Zug nach „Essen Original“ oder die jüngsten Vergewaltigungen in Leipzig, in München, in Riedering, in Winsen, in Niebüll, in Iserlohn, in Dortmund oder in Großhansdorf müssten in jedem gesund regierten Land dazu führen, die innere Sicherheit ganz oben auf die politische und mediale Agenda zu setzen; so lange, bis eine wirksame Handlungsstrategie umgesetzt wird. Statt-dessen wird so getan, als handle es sich um Einzelfälle, die sich auf einem anderen Planeten abspielen. Die Gewaltspirale wird aber nicht aufhören sich weiter zu drehen. Ganz im Gegenteil: Die Lage wird sich, angestachelt von dieser Täter provozierenden gespenstischen Ignoranz, rasant verschärfen. Noch in der nächsten Wahlperiode wird es deshalb zu unerträglichen Verwerfungen im Lande kommen, wenn nicht sofort damit begonnen wird zu erörtern, wie die – für zivilisierte Europäer ungewohnte – Brutalität einzudämmen ist.

 

Nachtrag: Zur Vergewaltigung in Riedering: „Wir haben heute im Kabinett auch über diesen Vorfall gesprochen“, sagte die Kanzlerin: „Wir müssen alles dafür tun, dass solche Verbrechen nicht mehr stattfinden.“ Beruhigender wäre gewesen: Wir tun alles dafür... 

 

Nachtrag vom 13.9.: "Die Zahl der Vergewaltigungen in Bayern ist im ersten Halbjahr sprunghaft angestiegen. Politik und Sicherheitsbehörden zeigen sich alarmiert"... mit konkreteren Handlungsvorschlägen des Landesinnenministers. Und beim BR liest man: Merkels Regierung werde jetzt "alles, aber auch alles Machbare" tun, "um Menschen das Gefühl und die Realität der Sicherheit zu geben". Innenminister Herrmann ließ verlauten: "Es ist ganz eindeutig, dass die Mehrzahl der zusätzlichen Tatverdächtigen eindeutig auch deutsche Tatverdächtige sind." Wer die sexuellen Übergriffe seit Monaten verfolgt, wird das nicht glauben können. Auch die Medien basteln schon mal Deutsche aus Marokkanern: "Vergewaltigungsvorwurf - drei Deutsche in Spanien festgenommen" titelte etwa die Welt Mitte August. Nur durch die Leserkommentare erfährt man die Wahrheit: "In der Online-Ausgabe der spanischen Zeitung 'El Pais' steht dieser Satz (ich zitiere wortwörtlich): 'Se trata de tres jovenes de nacionalidad alemana y origen marroqui.' Meine Spanischkenntnisse nach 37 Jahren in Spanien reichen aus, um zu übersetzen, dass die drei Männer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und marokkanischer Herkunft sind.“  

 

Nachtrag vom 17.9.: 16-Jährige wird von zwei Afghanen vergewaltigt, die Vergewaltigung durch einen Dritten wurde nur verhindert, weil sie ein Augenzeuge störte. Nähere Details: "Bewohner und Geschäftsleute aus dem Bahnhofsumfeld sind auch zwei Tage nach der Tat noch geschockt von dem brutalen Vorfall." Die verzweifelten Schreie der 16-Jährigen hörte auch ein Wirt im rund 200 Meter entfernten Restaurant. Der örtliche Helferkeis Asyl lässt verlauten: „Warten wir erst einmal ab, was wirklich Sache ist.“ Weitere sexuelle Nötigungen/Vergewaltigungen unter anderem auf Pellworm, in Echterdingen und Stuttgart. In Bad Wörishofen zeigt ein Mann einer 81-Jährigen sein erigiertes Glied und verfolgt sie nackt bis in ein angrenzendes Grundstück. Hochbetagte Frauen auch Opfer in München

 

Nachtrag vom 19.9.: In Hamburg wird eine Joggerin vergewaltigt und in der Gießener Innenstadt eine 28-Jährige: "Die Frau war zu Fuß in Richtung Ludwigstraße unterwegs, als die männliche Person sie von hinten plötzlich packte und auf die andere Straßenseite zog. Vor einer Garage im Bereich der Hausnummer 18 forderte der Unbekannte von der Frau, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Noch bevor es dazu kam, gelang es der 28-Jährigen, sich loszureißen. Der Täter konnte die Frau aber wieder einholen, schlug sie und zerrte sie an den Haaren in eine Einfahrt. Dort kam es dann zu einem sexuellen Übergriff."

 

Nachtrag vom 21.9.: Eine 23-Jährige aus Hamburg zeigt an, am Bramfelder See von fünf Männern umringt, zu Boden geworfen und sexuell genötigt worden zu sein (Abendblatt: "Opfer ist schwer traumatisiert"). In Mannheim wird eine 21-Jährige gepackt, in eine dunkle Ecke gezogen und vergewaltigt. In Cochem wird eine junge Niederländerin auf dem Campingplatz brutal überfallen und vergewaltigt.

 

Nachtrag vom 25.9.: Zwei Festnahmen nach sexuellem Missbrauch in Hamburg, in Hannover wird eine Frau auf einer öffentlichen Toilette vergewaltigt, in Tübingen zeigt eine 20-Jährige eine Vergewaltigung im Botanischen Garten an und in Goslar soll eine ehrenamtliche Flüchtlingshelferin vergewaltigt worden sein. Sexuelle Belästigungen unter anderem in Unna, in Lörrach, in Aulendorf, in Tholey und in Sillenbuch

 

Nachtrag vom 13.10.: Zivilfahnder bemerkten, wie drei Jugendliche zwei Mädchen bedrängten und in eine Straßenbahn verfolgten. „Als der 18-jährige Iraker sowie der 19-jährige Afghane und der 19-jährige Syrer die deutschen Mädchen weiter bedrängten und gegen ihren Willen anfassten, gingen die Polizisten dazwischen…Daraufhin bespuckten die Männer die Polizisten. Einer habe mit einem Gürtel auf einen der Beamten eingeschlagen und ihn mit einem Schlüsselbund beworfen.“ Der Polizist wurde im Krankenhaus versorgt. Nach dem Busausstieg trat einer der 19-Jährigen auf die Polizisten ein, „sodass sich diese in einen haltenden Linienbus zurückziehen mussten“. Die 19-Jährigen bewarfen dann den Bus mit Steinen, mindestens eine Scheibe der Haltestelle ging zu Bruch. Nach Ingewahrsamnahme und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft kamen die Männer wieder frei. „Gegen sie wird nun wegen des Verdachts der Körperverletzung, Sachbeschädigung, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung mit Hochdruck ermittelt.“

 

Nachtrag vom 27.10.: In Enzweihingen muss eine 14-Jährige Folgendes erleben: "Plötzlich griff einer der Täter ihren Arm und hielt sie fest. Gleichzeitig deckte er mit seiner anderen Hand ihren Mund zu. Der zweite Täter begrapschte das Mädchen währenddessen."

 

Nachtrag vom 3.11.: Mann findet die Leiche seiner Frau mit entblößtem Unterkörper in der Feldmark, Kreis Segeberg, nachdem sie vom Spaziergang mit dem Hund nicht zurückkam.

Nachtrag: Der Ehemann soll jetzt der Täter sein. Der Fall wird nach merkwürdigen Widersprüchen und plötzlich gelöschten Medienberichten weiter beobachtet.  

Außerdem: In Hamburg-Harburg wird eine 27-jährige Joggerin von hinten gepackt und ins Gebüsch gezogen. Ein zweiter Mann kam hinzu. Auf Rufe eines Unbekannten ließen sie ab.

 

Nachtrag vom 4.12.: Die Geschädigte wird in Sebald "überfallartig von ihrem Weg abgebracht und von zwei Männern missbraucht. Eine dritte Person...soll dabei anwesend, aber nicht weiter an dem sexuellen Übergriff beteiligt gewesen sein. Die Frau erlitt einen Schock und kam zur weiteren Versorgung ihrer Verletzungen in eine Klinik." In Magdeburg wird gegen 4 Uhr eine 26-Jährige von zwei Männern überfallen. Die Täter greifen die junge Frau unvermittelt an, würgen sie und fassen ihr an Brust und Po. "Im Anschluss versuchten sie ihr Opfer noch in ein Gebüsch zu ziehen." In München wird eine 32-Jährige gegen 3 Uhr von einem Mann an eine Hauswand gedrückt. "Er versuchte sie auf den Mund zu küssen und zog ihr unter dem Kleid die Strumpfhose nach unten."

 

Nachtrag vom 8.12.: "In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 sind in Bayern fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt tauchen in der Polizeistatistik 685 Fälle auf, ein Plus von 48 Prozent. Besonders auffällig: Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg gar um 91 Prozent auf 126."


4.4.2017

Freispruch für Grapscher

 

Man hätte doch gerne Antworten auf einige Fragezeichen in folgendem Fall: Nach den – laut Staatsanwalt glaubwürdigen – Aussagen eines zehnjährigen Mädchens sowie einer Freundin und eines Freundes griff ein 28-Jähriger im Quickborner Freibad absichtlich der Zehnjährigen in den Schritt. Der Prozess gegen ihn vor dem Jugendschöffengericht (?) Pinneberg endete nun mit einem Freispruch. (?) Der Staatsanwalt forderte neun Monate Gefängnis auf Bewährung, die Nebenklagevertreterin zusätzlich 1.000 Euro Schmerzens-geld: „Ein Griff in den Schritt ist kein Zufall.“ Die Richterin sprach den Mann trotzdem frei: „Nach unserer Überzeugung hat es eine Berührung gegeben. Was passiert ist, ist ein No-Go. Es gibt aber keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass das eine gezielte sexuelle Handlung war.“ Es hätte jedenfalls nicht zweifelsfrei bewiesen und rekonstruiert werden können. (?) Strafmildernd sei außerdem die starke Alkoholisierung des Mannes zu berücksichtigen. (?) Die SHZ hat die Kommentarfunktion für diesen Artikel deaktiviert. (?)


1.3.2017

Tägliche Sexualdelikte

 

Täglich verfolgte sexuelle Übergriffe Anfang des Jahres, die es erstens bis zur polizeilichen Anzeige und zweitens bis zur Veröffentlichung geschafft haben, sind hier gelistet.


1.2.2017

Justiz: Geboten ist Vorsicht statt Nachsicht

 

Nach der brutalen Vergewaltigung einer türkischen Austauschstudentin im April 2016 am Wiener Praterstern sind nun die drei afghanischen Flüchtlinge verurteilt worden; zwei zu sechs Jahren und einer zu fünf Jahren Haft. Die Täter verfolgten ihr Opfer auf ein öffentliches WC und schlugen den Kopf der Studentin mehrmals gegen die Kloschüssel. Zwei vergingen sich nacheinander an der 21-Jährigen, während der dritte das Opfer fixierte. 

„Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, weshalb die Urteile noch nicht rechtskräftig sind.“ Ob die Täter nach der Haft ein Aufenthaltsrecht erhalten, sei eine offene Frage. Man könne ja einsehen, dass „ihnen in Oberösterreich fad ist, aber das rechtfertigt nicht, dass sie in Wien herumlungern und Frauen auflauern", so ein Richter in der Urteilsbegründung.

 

Während der Gerichtsverhandlung relativierten die Täter immer wieder ihre Handlungen. Dennoch wurde als strafmildernd geltend gemacht: Attestierte Entwicklungsverzögerung beim jüngsten Täter, bisherige Schuldlosigkeit, ungünstige Familienverhältnisse und Flucht ohne erwachsene Begleitung über die Balkanroute nach Österreich (?). Die Verteidiger wiesen zudem darauf hin, dass Frauen in Afghanistan einen anderen Stellenwert haben, was keine Entschuldigung sein solle, aber eine Rolle gespielt haben könne. Da gegen den jüngsten Angeklagten aufgrund von „Problemen mit weiblichen Justizwachebeamten“ während der U-Haft ein zusätzlicher Strafantrag vorliegt, fragt sich dessen Rechtsvertreter, „ob sein Mandant aufgrund seiner Herkunft und anderen Sozialisierung überhaupt in der Lage sei, unsere Rechtsansichten zu verstehen“. Das sei wohl auch der Grund für seine Aussage, er habe kein Gesetz gebrochen.

 

So die Lage. Was will man jetzt mit unserem rehabilitativ und nachsichtig angelegten Strafrechtssystem erreichen bei Leuten, die nicht mal ansatzweise bereit respektive fähig sind hiesige Gegebenheiten zu respektieren? Die Gesellschaft ändert sich, hört man allerorten, sämtliche Institutionen stellen sich im Zuge der Einwanderung um und auf anders sozialisierte Menschen ein. Wie sollte die Justiz im Zuge dieser Umstellung außen vor bleiben und gleichzeitig der Situation gerecht werden? Glaubt man ernsthaft, aggressionsgeladene Frauenverächter mit Aufklärungsfilmchen zu beeindrucken? Das Vergewaltigungsopfer von Wien ist übrigens längst in die Türkei – wo es eine „Schande“ sei über solche Taten zu sprechen – zurückgekehrt und bis heute traumatisiert. Zum Prozessauftakt gegen die afghanischen Peiniger ließ sie folgenden Brief verlesen: „Drei Monate konnte ich nicht in den Spiegel schauen. Ich fühle mich wie Restmüll. Ich habe niemanden etwas getan, warum werde ich bestraft? Meine Lebensfreude ist dahin. Ich bin um Jahre gealtert. Ich habe die Sekunden gezählt, bis es vorbei war. Ich dachte, ich sterbe dort“, so die Studentin. Quellen: hier und dort. 

 

In Bezug auf den Sexualmord an der Freiburger Studentin hat sich die Sonderkommission Dreisam gestern aufgelöst. „Im Rahmen der Ermittlungen konnten keinerlei Hinweise darauf erlangt werden, dass sich Täter und Opfer zuvor kannten. Der Beschuldigte hat sich bislang nicht zur Tat geäußert, er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Zur Feststellung des tatsächlichen Alters wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis noch nicht vorliegt.“ Das Gutachten ging bereits Anfang Dezember in Auftrag. 

 

Nachtrag vom 2.2.: Siehe auch Bild: "Ein gutes Bei­spiel für den An­spruch der Be­völ­ke­rung und die ju­ris­ti­sche Rea­li­tät": "Doppel-Fummler kommt mit 720 Euro Strafe davon." 

 

Nachtrag vom 16.2.: Zu noch deutlich milderen Urteilen nach Sexualstraftaten in Deutschland siehe auch hier oder dort.