17.5.2018

Dramatik an Schulen spitzt sich zu 

 

Wie zu erwarten war, manövriert nicht zuletzt die fahrlässige Zuwanderungspolitik die Schulen in einen Kollaps hinein. 

 

Gewalt betreffend „wird den Lehrern nicht selten unter Androhung rechtlicher Konsequenzen ein ‚Maulkorb‘ verpasst“, schreibt „Christ in der Gegenwart“. Doch angesichts der Dramatik der Lage entledigen sich immer mehr Verantwortliche in der pädagogischen Praxis diesem autoritären Sprechverbot. Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) macht deutlich: Ministerien lügen, die behaupten, Gewalt gegen Lehrer seien Einzelfälle. Eine Umfrage im Auftrag des VBE ergab: „An fast jeder zweiten Schule in Deutschland wurden Lehrer schon einmal angegriffen, beleidigt oder bedroht.“ Differenzierter geht aus der Studie hervor: Knapp die Hälfte der Schulleitungen bestätigte psychische Gewalt und ein gutes Viertel körperliche Gewalt. „Für die Studie wurden die Kultusministerien der sechzehn Bundesländer angeschrieben. Neun antworteten nicht oder hatten keine Daten über Gewalttaten gegen Lehrkräfte erfasst.“  

 

Brandbriefe aus deutschen Schulen

 

Einen Tag, nachdem es über den Pressedienst des VBE hieß „Politik muss mit dem Märchen vom Einzelfall aufhören!“, titelte der Spiegel: „Lehrerpräsident stellt Gewaltstudie infrage.“ Körperliche Gewalttaten gegen Lehrer seien eher Einzelfälle. Die Thüringische Landeszeitung hingegen: „Gewalt gegen Lehrer ist ein massives Problem.“ Aus Nordrhein-Westfalen wird von gestiegenen Straftaten berichtet: „22.900 Straftaten wurden demzufolge im vergangenen Jahr an den Schulen des Landes begangen - nach 21.800 im Vorjahr.“ Auf einen Sicherheitsdienst an Schulen setzt man zum Beispiel in Berlin und in Trittau. Ebenfalls in Berlin erschien die Nachricht: „Antisemitismus auf dem Schulhof: Jede Woche gibt es Vorfälle, selbst an Kitas ein Thema.“ Brandbriefe aus Schulen kamen unter anderem aus Potsdam, Neukölln und Sachsen-Anhalt.  

 

Warum nicht: „Schule gegen Islamismus“?

 

Aus einer „Brennpunktschule mitten im Ruhrpott“ heißt es: Unterricht sei kaum möglich. Es ginge „dann nur noch darum, die Schüler im Zaum zu halten“. Einige Schüler „würden zum Teil ‚völlig gehirngewaschen aus den umliegenden Moscheen in den Unterricht‘ kommen … Die Schüler bestanden darauf, dass Allah die Welt erschaffen hat und basta … Nicht der Hauch einer Einsicht, dass man den Koran vielleicht nicht mehr auf heute beziehen kann.“ Die Schulen wollten immer nur „Schule gegen Rassismus“ sein, nicht aber „Schule gegen Sexismus“ – und schon gar nicht „Schule gegen Islamismus“. „Dabei müsste das das gute Renommee einer Schule sein: Dass sie für Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit eintritt!“, so die Lehrerin, die sich gezwungen sieht anonym zu bleiben. Sie hoffe nur noch auf Schüler, die noch argumentativ erreichbar sind.

 

Aktionistische Verblendung der Vereine

 

Dass man nur aus abgehobener Warte heraus für Demokratie an Schulen eintritt, ohne die desolaten Voraussetzungen zu beachten, legen diverse weltfremde Vereine nahe: Die Social-Profit-Organisation „Education Y“ etwa sucht gerade einen „Bildungsreferent*in für das Handlungsfeld Schule in Vollzeit“. Folgender Aufgabe widmet man sich dort: „Über die Handlungsfelder Familie, Kita und Schule bietet Education Y pädagogischen Fachkräften und Schüler*innen sowie Eltern Möglichkeiten für die Weiterentwicklung sozialer, kognitiver und emotionaler Kompetenzen sowie unmittelbar gelebter demokratischer Werte.“ Die Leitsätze eines weiteren der häufig mit Steuergeld gepeppten Vereine: „Dialog macht Schule setzt sich für eine Demokratie ein,
 in der alle gesellschaftlichen Gruppen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, die Gesellschaft und Politik mitgestalten können.“ Ziel: „Demokratiebildung für die Einwanderungsgesellschaft!“ 

 

Neben all diesen Aktionen, die den Nachwuchs vom Lernen abhalten, stoßen die Landesregierungen noch mit ihren Vielfaltskoffern für Kitas und Grundschulen hinzu, um für „mehr Akzeptanz für Lesben, Schwule, Transsexuelle und andere sexuelle Minderheiten“ zu werben. Man wolle den Normalitätsbegriff in Frage stellen. „Im Koffer für die Kitas stecken 19 Kinderbücher für 3- bis 7-Jährige.“ Darunter: „Keine Angst in Andersrum - Eine Geschichte vom anderen Ufer“ der Travestiekünstlerin Olivia Jones. In „Andersrum“ ist die gleichgeschlechtliche Ehe die Norm. Was muslimische Jungs davon halten, die gerade aus der Moschee kommen, ist nicht evaluiert. 

 

Ähnliche Erfahrung in Österreich

 

Die schulische Lage in Österreich beleuchtet Addendum mit mehreren Erfahrungsberichten von Lehrern zum Thema „wachsenden Einfluss des fundamentalistischen Islam“. Eine, die seit 30 Jahren unterrichtet, sagt im Video: Teilweise hätten Muslime „ihre eigenen Gesetze, ihre eigenen Regeln, nach denen sie hier leben, und zeigen eigentlich keine Tendenzen, dass sie unsere Demokratie und die Art und Weise, wie wir hier leben, respektieren, akzeptieren, mitleben wollen“. Lehrer stünden dem machtlos gegenüber. „Ich habe den Eindruck, dass die muslimischen Mädchen ganz besonders unter so einer extrem ausgelebten Form des Islam leiden … Wir haben so für Frauenrechte gekämpft und überlassen jetzt diese Familien einfach ihren mitgebrachten Traditionen.“ Weitere Videos zur Sexualerziehung und zum Schwimmunterricht gibt es hier und dort. Auch in Wien stoße man auf taube Ohren.

 

Überlastete Infrastruktur

 

Der logische Effekt, dass bei ungebremster Zuwanderung die Infrastruktur nicht hinterher kommt, zeigt sich unter anderem im Hamburger Stadtteil Rissen: „Ihre Kinder können nicht wie geplant die Marschwegschule vor Ort besuchen.“ Grund: Die geplante Unterkunft für 300 Flüchtlinge. „Bis 2022 ist in Rissen die Realisierung von 1200 Wohneinheiten geplant. Ziel ist, eine gute Durchmischung von Flüchtlingen und Hamburgern zu erreichen.“ Im Stadtteil rumore es jetzt. „Nicht nur in Rissen, sondern im gesamten Bezirk sei die Lage dramatisch. Im Kerngebiet Altona entstehen zu Tausenden neue Wohnungen. Doch die Infrastruktur kommt nicht hinterher. Die Eltern sind alarmiert.“ 

 

Nachtrag vom 5.6.: "Nürnberger Schüler haben im Rahmen des Unterrichts eine vom Verfassungsschutz beobachtete Moschee besucht." Und: "500 Erzieher von 22 Grundschulen schreiben Brandbrief ... Die Situation an Neuköllns Schulen spitzt sich dramatisch zu ... Die Herausforderungen seien vor allem durch die Inklusion nicht mehr zu bewerkstelligen."

 

Nachtrag vom 13.6.: "Schläge, Drohungen und Mobbing - KMK-Präsident fordert Lehrer auf, gewalttätige Schüler anzuzeigen ... Auch Kinder, die nicht strafmündig sind, sollen die Konsequenzen ihres Handelns spüren."

 

Nachtrag vom 24.6.: "Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, rechnet nach den Sommerferien mit einem Desaster. An vielen Orten fehlten Pädagogen, es müsste nur mal jemand krank werden, 'dann bricht das Kartenhaus zusammen'."


19.3.2018

Islamunterricht an Schulen

 

Die Leidenschaftlichkeit, mit der die Süddeutsche Zeitung Werbung für den Islamunterricht an hiesigen Schulen betreibt – wie auch schon 2016 – und die Aggressivität, mit der die Huffington Post gegen die erfahrene Migrationsforscherin Necla Kelek hetzt, ist schon auffallend. Beiden Postillen geht es einmal mehr vorrangig um Pflege von Freund-Feind-Bildern, anstatt um sachliche Erörterung. Dass der „Nutzen des Islamunterrichts“ weder unumstritten ist noch bei Experten und Bildungspolitikern Einigkeit über den staatlichen Islamunterricht als Schlüssel zur Integration herrscht, wie die Süddeutsche fälschlicherweise verbreitet, zeigt zum Beispiel dieses zehnminütige Interview der Plattform Addendum über die Situation in Wien ab Minute 6:20: 

 

„Mit der Sorge, dass der Islam-Unterricht die Integration erschwere, ist der Schuldirektor nicht allein.“ Ein  irakischer Vater sagt – anonym, aus Angst vor negativen Konsequenzen: „Ich will, dass meine Tochter weder Arabisch noch Islam lernt. Ich habe sie hierher gebracht, um Deutsch zu lernen.“ Die Islam-Lehrerin aber bestehe auf den „obligatorischen“ Unterricht. „Die Gefahr für die Kinder ist groß, sie nutzen die Kinder aus. Sie versuchen, über den Unterricht einen Zugang zu bekommen.“ Mehr zur islamischen Religionspädagogik in Österreich steht an dieser Stelle

 

Was den Sichtweisen übergeordnet ist, formuliert ein Leser in seiner Zuschrift: „Als aktiver Garant und Beschützer der Grund- und Menschenrechte muss für den säkular-demokrati-schen Rechtsstaat die Prämisse gelten, dass religiöse Glaubenssysteme nur in einer Form akzeptiert werden können, in der die Grund- und Menschenrechte nicht verletzt werden.“ 

 

Nachtrag vom 24.3.: Religiöses Mobbing an Berliner Schulen: "Unsere Tochter wurde von muslimischen Schülern angepöbelt, weil sie nicht an Allah glaubt ... Der körperlich deutlich überlegene Schüler habe der damaligen Zweitklässlerin gesagt, sie solle geschlagen und anschließend umgebracht werden, weil sie nicht an Allah glaube ... Wer nicht an Allah glaube, werde verbrannt, hätte eine Mitschülerin dem Mädchen klar gemacht ... Der Vater erzählt, dass es in Whatsapp-Gruppen der Grundschüler auch ein Enthauptungsvideo des IS kursierte. Der Schulleiter bestätigt das ... Über 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind nichtdeutscher Herkunft." Quelle: Berliner Zeitung   

 

Nachtrag vom 26.3.: "Einige Brennpunkt-Schulen laufen Gefahr, außer Kontrolle zu geraten." Verbalattacken und Übergriffe auf Lehrer oder Mitschüler, vereinzelt bringen Schüler Messer oder Reizgas-Sprays mit in den Unterricht. Beispielsatz: "Von dir Schlampe lasse ich mir gar nichts sagen!". "Das sei in manchen Schulen sogar schon Alltag." Focus

 

Nachtrag vom 31.3.: "In einem Brief an die Elternvertreter der Schule, der der Berliner Morgenpost vorliegt, sprach er zudem erstmals davon, dass mehrere Schüler von den Vorfällen betroffen waren. 'Kinder unserer Schule wurden von einigen Kindern allein aus dem Grund, dass sie nicht an Allah glauben, bedrängt', schreibt er darin."


22.2.2018

Islamisch betriebene Kindergärten?

 

Ibrahim Olgun ist seit 2016 Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und wünscht sich „alle muslimischen Kindergärten unter einem Dach“. Sollte das umgesetzt werden, wäre es „eine massive Korrektur der bisherigen Position der Glaubens-gemeinschaft“: bisher heiße es nämlich, in Wien gibt es eigentlich keine islamischen Kindergärten. Olgun wolle nun eine Stiftung für muslimisch betriebene Kindergärten gründen; analog zur Nikolausstiftung der katholischen Kirche. Das Ziel: Diese Kindergärten sind dann „unter unserer Aufsicht“, so der Theologe. Die Glaubensgemeinschaft möchte Pädagogen künftig selbst ausbilden, etwa in einer privaten „Schule für Elementar-pädagogik“. Mit dem Wiener Stadtschulrat habe man bereits gesprochen. Die von türkischen Vereinen dominierte IGGÖ hege außerdem den Wunsch, „selbst Kindergärten zu betreiben und eine Art Oberaufsicht über die islamisch geführten Kindergärten zu übernehmen (deren Existenz die Glaubensgemeinschaft bisher eher in Abrede gestellt hat)“.

 

Die Recherche-Plattform Addendum hat sich des Projektes „Islamkindergärten“ – nicht nur für Österreich relevant – unter diversen Fragestellungen angenommen. Zum Beispiel: „Was ist ein islamischer Kindergarten eigentlich?“ Aufgrund fehlender einheitlicher Kriterien gibt es schon an dieser Stelle keine klare Antwort. Nach Lektüre bisheriger Studien zum Thema stellt Addendum fest: „Sie sind alle nur begrenzt aussagefähig und bilden nicht wirklich eine Grundlage für politische Entscheidungen … Was in den Kindergärten tatsächlich passiert, lässt sich kaum seriös untersuchen.“ Das Kindergartenwesen sei gewissermaßen eine Blackbox. „Ob in einzelnen Kindergärten tatsächlich religiöse Indoktrinierung oder ein Erziehungsprogramm stattfindet, das eher zur Segregation als zur Integration führt, lässt sich schwer feststellen. Die Frage, die sich die Politik am Ende stellen muss, ist, ob sie das Risiko, das damit verbunden ist, eingehen will oder Möglichkeiten findet, entweder alle Kindergärten selbst zu betreiben oder eine effiziente Kontrolle zu etablieren.“

 

Das führt zur nächsten Fragestellung: „Wie kann man Kindergärten überhaupt kontrollieren?“ In Österreich werden jeder Kindergarten einmal, zwei Drittel von ihnen zweimal pro Jahr kontrolliert. „Bei Kindergärten finden diese Kontrollen außerdem unangekündigt statt, damit nichts verheimlicht werden kann. Nur bei kleineren Kindergruppen werden Termine ausgemacht, damit die Prüfer nicht wegen eines Ausflugs vor verschlossenen Türen stehen.“ Erfahrungsgemäß beziehen sich Art und Qualität der Kontrollen aber vorwiegend auf „strukturelle Abläufe“ und weniger auf das „Kindeswohl“. Leicht nachvollziehbar, dass die Prüfung der ordnungsgemäßen Anbringung von Feuerlöschern und Rauchmeldern einfacher ist, als die Prüfung der Umsetzung des pädagogischen Konzepts. „Wie genau ein Prüfer das bei der Aufsicht kontrolliert, wird nicht elaboriert.“ Und die Stadt Wien, die bisher die Kontrolleure stellt, meinte bereits 2015: „Wir wissen nicht, was passiert, wenn wir zur Tür hinausgehen.“  

 

Angesichts der zuwanderungsbedingten Entwicklung ist von zukünftig flächendeckend islamisch betriebenen Kindergärten auszugehen. Ein krasser Gegensatz zum Konzept der deutschen Kindergärten und Grundschulen, in denen zunehmend frühsexualisierende Inhalte vermittelt werden sollen. Was das bedeuten würde für die künftige Rollenverteilung im gesellschaftlichen Zusammenleben, könnte spätestens in 20 Jahren offensichtlich werden. Da der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Befreiung vom „Aufklärungsunterricht“ in Kindergärten und Grundschulen verboten hat, bliebe hiesigen Eltern dann nur die Alternative, ihre Kinder in Islamkindergärten zu schicken.  


20.2.2018

Zeigen statt sprechen

 

„Warum wollen Sie denn mehr dazu wissen, Sie müssen sich doch nur die Erdbeere merken“, versicherte mir der Verkäufer, als ich für meinen neuen Epson-Drucker die zugehörigen Tintenpatronen kaufte. Tatsächlich prangt auf der Verpackung eine riesige Erdbeere. Auf anderen Modellen der Epson-Serie prangen ein Apfel, ein Gänseblümchen oder ein Hirsch. Man muss also für den Kauf neuer Epson-Tinte gar nichts mehr lesen oder überlegen, ja noch nicht einmal mehr sprechen: Wer mit einer Erdbeere, einem Apfel oder einem gepflückten Gänseblümchen in den Saturn geht und sein Mitbringsel dem Verkäufer zeigt, der bekommt vermutlich sofort das richtige Produkt in die Hand gedrückt. Nur Hirsch-Tinten-Verbraucher müssen noch den Mund aufmachen – zumindest in hiesigen Breiten-graden. Im frühen Mittelalter, als eher wenige Menschen lesen und schreiben konnten, war die Kommunikation über Bilder, Gesten, Zeichen und rituelle Handlungsweisen flächendeckend üblich. Es spricht einiges dafür, dass man sich dorthin zurück sehnt. Die Misere des Bildungssystems jedenfalls sähe aus dieser Warte weniger „düster“ aus.

 

Siehe zum Thema auch: „Jugendliche auf dem Stand von Erstklässlern“ bei der FAZ, „Berlins Drittklässler können nicht schreiben“ beim Tagesspiegel, „Deutsch und Ausbildungsreife mangelhaft – so mies sind Berlins Azubi-Bewerbungen“ bei der Berliner Zeitung, „Viele Analphabeten unter Flüchtlingen haben Probleme Deutsch zu lernen“ bei der FAZ oder „Zuwandererkinder an vielen NRW-Schulen in der Mehrheit“ bei der Welt.


1.2.2018

Lehrermangel und „Gesten des Vorwurfs“

 

Der Spiegel schreibt: Lehrermangel an Grundschulen wird sich „dramatisch verschärfen“. Bis zum Jahr 2025 würden bundesweit rund 105.000 Grundschullehrer benötigt. „Da im gleichen Zeitraum aber nur 70.000 Absolventen aus den Unis auf den Arbeitsmarkt kommen, bleibt eine Lücke von mindestens 35.000 Lehrern.“ Ob das Wörtchen „mindestens“ den weiteren Bedarf nach Ankunft von Familiennachzüglern berücksichtigen soll, ist unklar. Kultus- und Bildungsminister regen sich jedenfalls über die Bertelsmann-Studie auf, zum Beispiel über die „Gesten des Vorwurfs“ an die Politik. Bisher wird der Lehrermangel durch Einsatz von Pensionären und Quereinsteigern – „ohne Vorbildung“, mit berufsbegleitender Nachqualifizierung – halbwegs kompensiert. Wie sich der Lehrermangel in der Praxis auswirkt, verdeutlicht diese deftige Pressemitteilung der Niedersächsischen Direktorenvereinigung zur Abordnung von Gymnasiallehrkräften an Grundschulen: „Obwohl es schon bei den letzten zwei Einstellungsterminen nicht darum ging, Lehrkräfte im erforderlichen Umfang einzustellen, und durchaus qualifizierte Bewerber von Mangelfächern (z.B. Informatik) ohne Planstelle blieben, wurden im Sommer kurzfristig alle bereits bewilligten Einstellungsermächtigungen zurückgezogen, um so besondere soziale Projekte (‚Helfende Hände‘ z.B.) zu finanzieren.“ Der weitere Abstieg des Bildungsniveaus hierzulande ist so gut wie sicher. Denn eine Problemlösung wird nicht nur von beleidigten Ministern blockiert, die sich lieber mit „Gesten des Vorwurfs“ befassen, sondern auch von Falschbehauptungen: „Tatsächlich fällt mehr als doppelt so viel Unterricht aus, als Behörden und Bildungsminister behaupten“, hieß es etwa im Oktober in der Zeit