18.6.2018

Nachzug: Heile Familienwelt?

 

Der Bundestag hat die neue Regelung zum Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte beschlossen: mit 370 Ja-Stimmen bei 279 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Auf der Homepage des Bundestags erfährt man Genaueres – untermalt mit einem explizit nach links weisenden Schild „Flüchtlingspolitik“. Zum Nachzug von Familienangehörigen aus Sicht des Berliner Willkommenszentrums: siehe dort.

 

Forderungen und Warnungen

 

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte im Vorfeld aus Gründen der Machbarkeit die Aussetzung des Familiennachzugs begrüßt und rechnet auf kommunaler Ebene mit weiteren Zuzugsstopps für Flüchtlinge wie etwa in Cottbus. Einen Anhaltspunkt dafür, wie groß der Bedarf am Familiennachzug sein kann, bietet ein Bericht aus dem Landkreis Regensburg: „34 Antragsteller holten 130 Familienmitglieder nach Deutschland. Das ist fast das Vierfache der Menschen, die einen Antrag stellten.“ Sozialverbände hingegen wollen „die Gleichbehandlung von subsidiär Schutzberechtigten und Flüchtlingen im Sinne der Genfer Flüchtlings-konvention“: „Für beide Gruppen soll der Familiennachzug gleichermaßen uneingeschränkt möglich sein.“ Der Paritätische Wohlfahrtsverband will zudem „eine Erweiterung des Anspruchs auf Familiennachzug für volljährige Geschwister“. Die Bundesregierung sei gefordert, legale Zugangswege zu internationalem Schutz in Deutschland auszubauen. Alles andere erschwere den Integrationsprozess.   

 

Nicht zuletzt Ökonomen sehen das mit Verweis auf traditionelle Rollenverteilung in muslimischen Familien anders. Frauen seien seltener in Integrationskursen, pflegten weniger soziale Kontakte zur einheimischen Bevölkerung und sprächen deshalb wenig oder gar kein Deutsch. „Dies wiederum schmälert auch die Zukunftschancen ihrer Kinder.“ Selbst das Wissenschaftszentrum Berlin verweist auf negative Erfahrungen: Erste Gastarbeiter, die vor 50 Jahren nach Deutschland kamen, lebten hier modern und fanden Anschluss an die hiesige Bevölkerung. Als dann die Familien nachzogen und sich damit Gemeinschaften bildeten, wurden aus den modernen Männern plötzlich konservative Familienväter“ – mit sozialer Segregation als Folge.

 

Tödliche Familienbande

 

Soziale Verbände stellen die Sachlage regelmäßig so dar, als sei der Familiennachzug heilsam in jeder Hinsicht. Das mag teilweise zutreffen. Für nachgezogene Frauen aus patriarchalisch sozialisierten Gesellschaften, die sich tatsächlich hierzulande integrieren und ergo emanzipieren wollen, kann es nur höhnisch sein. Aus einem Besitzdenken der Frau gegenüber heraus sowie aus persönlicher Schwäche mit Eifersucht umzugehen werden selbst entscheidende Frauen nicht nur massiv unter Druck gesetzt, sondern auch schamlos ermordet. Auf offener Straße wird etwa in Hannover eine 35-Jährige und in Viersen eine 17-Jährige erstochen. In Neukölln entkommt eine 18-jährige Ex-Freundin nur knapp dem Tod.

 

Und auch wenn man kaum noch was davon hört: Frauen muslimischer Männer in Deutschland werden nach wie vor Opfer von Ehrenmord. Die zwei häufigsten Motive laut einer Studie: eine beabsichtigte oder vollzogene Ehescheidung und eine außereheliche Beziehung. In diesem Kontext existiere kaum Solidarität zwischen Frauen: „Mütter und Schwestern wissen im Vorfeld der Tat sehr wohl um die Gefährdung der Opfer, unternehmen jedoch nur in den wenigsten Fällen Versuche, die Tat zu verhindern oder das Opfer zumindest zu schützen. Schwestern zeigen sich solidarisch mit den Tätern.“ Und zum unbedingten Gehorsam erzogene Mütter bestärken den Täter oft noch.

 

Frauen und Kinder als radikale Herausforderung 

 

Dabei bleibt es zunehmend nicht. Offenbar nach dem Motto „Gewehr bei Fuß“ verankern salafistische Mütter „ihre menschenverachtende Doktrin in Kinderköpfen“, wie jetzt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) „vor dem Einfluss Dutzender Frauen aus der Salafistenszene in NRW“ warnt: Sie „spielten bei der Verbreitung extremistischer Propaganda eine wichtige Rolle“, seien engagiert in der Gefangenenhilfe, beim Sammeln von Spenden und als Ideologieproduzentinnen. Frauen stellten derzeit einen Anteil von zwölf Prozent der Salafistenszene. Und: „Es laufen in NRW immer mehr radikalisierte Kinder herum.“ Die angestrebte Lösung: Orientierungshilfen für Jugendämter sowie Sensibilisierung und Prävention in Schulen, Ordnungsbehörden und Sozialarbeit.

 

Szene breitet sich aus

 

Und während man diese Maßnahmen der Arbeitsplatzbeschaffung für Opportunisten plant, breitet sich die Szene ganz gemütlich immer weiter aus. „Die Sächsische Begegnungsstätte (SBS) – eine vom Verfassungsschutz wegen ihrer Nähe zur extremistischen Muslimbruderschaft und ähnlicher Vereinigungen beobachtete gemeinnützige Unternehmergesellschaft – nutzt eine Immobilie in Zittau“, geht aus dem gerade vorgelegten Verfassungsschutzbericht des Freistaats für 2017 hervor. „Durch die Schaffung von vermeintlich seriösen Angeboten für Muslime versucht die SBS insbesondere im ländlichen Raum im extremistischen Sinne Einfluss auf die islamische Gemeinschaft zu erlangen“ – auch in Görlitz, Pirna, Riesa und anderswo.

 

In Brandenburg warnt der Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) vor der wachsenden Bedrohung durch kaukasische Islamisten: „Wir müssen die Entwicklungen innerhalb der islamistischen Szene sehr ernst nehmen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.“ Dem Verfassungsschutzchef Frank Nürnberger liegt es allerdings politisch korrekt näher vor Verallgemeinerung zu warnen: „In Brandenburg leben mehrere zehntausend Muslime, davon gelten lediglich (?) 130 als Islamisten … Wer Muslime von vornherein als potenzielle Terroristen abstempelt, schürt übertriebene Ängste in der Bevölkerung und erschwert die Integration der zu uns geflüchteten Menschen.“ Schröter hatte zwar gar nicht Muslime von vornherein als potenzielle Terroristen abgestempelt. Er wies auf die Problematik in bestimmten Gruppen hin. Immerhin aber weiß man jetzt, falls man noch zweifelte, dass eine Lösung von diversen Seiten her mindestens blockiert und die Entwicklung ihren Lauf nehmen wird, solange nicht eintrifft, was der Theologe Kurt Marti so ausdrückte: „Gesucht sind Macher. Nötig wären Verhinderer.“

 

Nachtrag vom 21.7.: Siehe auch: "Das Netz der radikalen Schwestern." Außerdem: "Vater soll Tochter ermordet haben, um Mutter zu bestrafen."

 

Nachtrag vom 29.7.: "Ein sofort hinzugezogener Arzt konnte nur noch den Tod der Geschwister feststellen ... Der Vater, ebenfalls Mosambikaner, wurde festgenommen. Laut den Beamten war er stark alkoholisiert ... Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Kriminalisten von einem gewaltsamen Tod der beiden Mädchen aus." 

 

Nachtrag vom 11.8.: "Hunderte Kinder leben in Deutschland laut Verfassungsschutz in islamistischen Familien. Von ihnen gehe 'ein nicht unerhebliches Gefährdungspotenzial' aus, hieß es zuletzt vonseiten der Behörde ... In NRW ist die Sorge inzwischen so groß, dass die Regierung erwägt, auch Kinder unter 14 Jahren durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen ... 'Wir müssen leider davon ausgehen, dass sie ein anderes Verhältnis zur Gewalt haben und die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, geringer ist' ... Vor allem auch die Frauen in radikalisierten Familien bereiten den Behörden in dem Zusammenhang Sorge."

 

Nachtrag vom 23.8.: "In Köln werden ... salafistische Puppen zur Indoktrination von Kindern hergestellt ... Der Verfassungsschutz weiß davon und beobachtet dies auch." Rechtlich gebe es gegen den Vertrieb der Puppen keine Handhabe.

 

Nachtrag vom 14.11.: "Beziehungsdrama in Jüchen Afghane (35) sticht brutal auf seine Ehefrau ein." Außerdem: Irakerin (24) wird erschossen, ev. Beziehungstat.


24.5.2018

Familiennachzug ohne Hintergrundwissen

 

Im Bundestag werden Regelungen zum Familiennachzug ohne wesentliche Datengrundlage beschlossen – geht aus dieser Antwort der Bundesregierung hervor: „Es liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse dazu vor, wie viele Familienangehörige subsidiär Schutzberechtigter von der Möglichkeit des Familiennachzuges Gebrauch machen würden.“ 

 

Auch auf die Frage, wie sie „die Dimensionen und die Relevanz eines möglichen Familiennachzuges für subsidiär Schutzberechtigte“ einschätzt, und in welchem Umfang sie „zusätzliche Belastungen für Staat und Gesellschaft“ erwartet, weiß die Bundesregierung keine Antwort. Ebenso wenig zum Sogeffekt – die Zunahme von Fluchtbewegungen „nach Anerkennung als subsidiär Schutzberechtigter weitere Angehörige“ nach Deutschland zu holen, wenn die Regelung für den Familiennachzug wieder in der Form hergestellt würde, wie sie vor dem 17. März 2016 galt. Weiterhin gibt es keine Angaben zur Struktur der Verwandtschaftsverhältnisse bei Nachgezogenen, zum Aufenthaltstitel der Ausländer, zu dem der Nachzug erfolgt, und zum Anteil der erfolgreichen Antragsteller, die zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht auf Sozialleistungen angewiesen waren. Einer der Gründe für das Nicht-Wissen: „Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor, da bei der Einreise nach Deutschland an der Grenze keine Erfassung des zur Einreise verwendeten Visums oder des Einreisegrundes stattfindet und beim Familiennachzug grundsätzlich weder Staatsangehörigkeit noch Aufenthaltsstatus desjenigen, zu dem der Familiennachzug stattfindet, statistisch erfasst werden.“  

 

Gänzlich ohne Sinn und Verstand geht es auf der Vereinsebene zu. „Familienleben für Alle!“ wird dort skandiert, ohne auch nur einen einzigen Gedanken in die Machbarkeit und in die Auswirkung auf „schon länger hier Lebende“ zu investieren. Zu einer „Aktionskonferenz“ im März waren neben Betroffenen und „Flüchtlingsaktivist*innen“ auch „Parteipolitiker*innen der Grünen und Linken (und Jusos), Vertreter*innen der Kirche und alle anderen, die auf unserer Seite sind“, eingeladen. Was nachgezogenen jungen Frauen widerfahren kann, sollten sie sich hierzulande integrieren und folglich emanzipative Bestrebungen zeigen, ist hinlänglich bekannt, spielt aber bei den Aktivisten mit maßloser Anspruchs- und Forderungshaltung allenfalls eine untergeordnete Rolle.

 

Nachtrag vom 11.6.: "Die künftige Regelung des Familiennachzugs ... in Deutschland sorgt unter Sachverständigen für Kontroversen." Weiter bei "heute im bundestag"...

 

Nachtrag vom 17.8.: 22.000 Terminanfragen für Familiennachzug an Botschaft Beirut


30.1.2018

Familiennachzug und Infos zur Zuwanderung

 

Bei der gestrigen Anhörung im Bundestag zur künftigen Ausgestaltung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus gab es diverse Aussagen der Sachverständigen zur Sache. Drei der Gutachter äußerten sich ambivalent. Helmut Dedy (Deutscher Städtetag): Man solle den Familiennachzug „grundsätzlich weiter aussetzen“, in einem bestimmten Maß aber Ausnahmen zulassen. Uwe Lübking (Deutscher Städte- und Gemeindebund): Man solle die Aussetzung des Familiennachzugs zeitlich begrenzt weiter festhalten und parallel eine Anschlussregelung finden. Kay Ruge (Deutscher Landkreistag): Sowohl die voraussetzungslose Ermöglichung des Nachzugs als auch seine generelle Abschaffung sei abzulehnen. Weiterhin gab es drei Stimmen pro und eine contra Nachzug. Zu den rechtlichen Grundlagen äußerten sich außerdem drei Professoren kontrovers.  

 

Wie viele Personen im Rahmen des Nachzugs kommen würden ist unklar. Auf Schätzungen und angeblich „belastbare Zahlen“ wird an dieser Stelle verzichtet. Trotz der unklaren Datenlage bereite das Auswärtige Amt „schon jetzt die Wiederaufnahme des umstrittenen Familiennachzugs für bestimmte Flüchtlinge ab Mitte März vor“, so n-tv Anfang Januar. Da im Zuge der aktuellen Debatte sonstige Aspekte der Zuwanderung in den Hintergrund geraten, werden einige davon im Folgenden aufgelistet: Europapolitiker von Union und SPD stimmten Vorschlägen zur Dublin-Reform zu, nach denen „faktisch die bloße Behauptung einer Familienverbindung ausreichen“ solle: „Im Ergebnis würde ein Mitgliedstaat, in dem sich bereits zahlreiche Ankerpersonen befinden, für weitreichende Familienverbände zuständig“, zitiert die Deutsche Welle den Spiegel. Schutzbedürftige werden auch im Wege des Resettlement und weiterer humanitärer Aufnahmeprogramme aufgenommen.

 

Obwohl Bigamie in Deutschland und weiteren EU-Ländern verboten ist (hier relevant: § 1306 BGB und § 172 StGB), wird über Einzelfallentscheidungen im Sinne des Kindeswohls der Nachzug von Zweitfrauen hier lebender Zugewanderter erlaubt. Davon unberührt sind Fälle, bei denen „Bigamie und Polygamie vor den Behörden auch verschleiert“ wird, „indem nur eine Ehefrau angegeben wird und dann irgendwelche ‚Cousinen‘, ‚Bekannte‘ oder ‚Freundinnen‘ mit einem Teil der Kinder zusammenleben.“ (RP Online). Am Flensburger Bahnhof werden derzeit täglich Personen aufgegriffen, die sich ohne Papiere von Dänemark nach Deutschland begeben. „Hunderte, meist aus dem Nahen Osten, sind es in den vergangenen Wochen und Monaten gewesen“, schreibt die SHZ, obwohl man wegen dort nicht eingeführter Grenzkontrolle gar nicht jeden Zug überprüft, der von Dänemark kommt. Grund für die Einreise: Der Asylantrag wurde abgelehnt, Andere fühlen sich durch verschärfte Gesetze nicht willkommen. „Gleich wieder zurückschicken oder zurückweisen, wie es für die dänische Seite durch die eingeführten Grenzkontrollen möglich ist, könne man die Menschen nicht … Jedes Aufgreifen unerlaubt eingereister Menschen zieht viele administrative und praktische Arbeitsschritte nach sich … ein Abreißen des Flüchtlingsstroms gen Süden scheint vorerst nicht in Sicht.“ (Praxisbeispiel)

 

An deutschen Grenzen würden zwischen 500 und 1.000 illegale Einreisen pro Tag gezählt, führt die Berliner Zeitung aus. „Viele Grenzübergänge werden eben nicht kontrolliert.“ Bundesweit gibt es untergetauchte Zuwanderer: Allein im Landkreis Aichach-Friedberg sollen es über 150 seit Januar 2016 sein. Fast jeder Zehnte entziehe sich dem Zugriff der Behörden. Im Landkreis Freising sei ein großer Teil der abgelehnten Asylbewerber „unbekannt verzogen“. Heißt: „Man wisse weder über Schicksal noch Verbleib Bescheid.“ Abschiebungen sind bekanntlich ohnehin nur schwer durchsetzbar, der EuGH trägt dazu bei.

 

Nachtrag: "Union und SPD haben eine Einigung beim Familiennachzug von Flüchtlingen erzielt. Bis 31. Juli soll der Nachzug ausgesetzt bleiben, anschließend soll er auf 1.000 Menschen pro Monat begrenzt werden, ergänzt um eine bereits bestehende Härtefallregelung", so die Welt. Leserkommentare dazu: "Diese Begrenzung wird durch die von der EU vorbereiteten Änderung der Dublin-Regeln aufgehoben. Nach dem Motto: Wir können nichts dafür, EU- Recht geht vor. Und damit nimmt das Resettlementprogramm ungezügelt Fahrt auf." - "Kann mir mal jemand erklären, wie jemand, der ohne Papiere und Ausweis einwandert, nachweisen will, wer seine Frau und wer seine Kinder sind?" - "Niemand sollte sich von der Meldung blenden lassen. Die 1.000 pro Monat beziehen sich nur auf die subsidiär Schutzberechtigten (ca. 130.000 Menschen) und nicht auf die voll Schutzberechtigten (ca. 800.000), deren Familien sowieso nachziehen oder dies bereits getan haben." - "Welcher Fall ist kein humanitärer Härtefall? Die Härtefallregelung hebelt die Kontingentierung aus." - "In Wirklichkeit weiß doch eh keiner, wie viele kommen."

 

Nachtrag vom 31.1.: Union und SPD interpretieren Nachzug unterschiedlich.

 

Nachtrag vom 3.2.: Inzwischen sind mehr als drei Anzeigen gegen den Landrat des Kreises, Oliver Stolz, wegen Förderung der Bigamie eingegangen. Offenbar kommt es aber nur auf die Formulierung der Begründung an, dann klappt es auch mit dem "legalen" Nachzug von Zweitfrauen, wie hieraus ersichtlich ist. Die Bild meint dazu: "Tat­sa­che ist, dass ein Syrer mit sei­nen bei­den Frau­en und sei­nen acht Kin­dern als Groß­fa­mi­lie zu­sam­men­lebt, der an­de­re mit zwei Frau­en und drei Kin­dern! Die Fa­mi­li­en be­kom­men So­zi­al­hil­fe (die zehn­köp­fi­ge rund 3.500 Euro mo­nat­lich). Damit wird Bi­ga­mie in­di­rekt le­ga­li­siert, deut­sches Recht außer Kraft ge­setzt." Nachtrag vom 19.2.: Zum Fall der "Vielehe in Pinneberg" berichtet die Welt: "Der Flüchtling lebt mit ihnen und sechs Kindern in einem großen Haus, das ihm von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde." Ahmad ist ungelernter Arbeiter und Analphabet. Seine erste Frau war damals 14, seine zweite Frau 13, als er sie heiratete. "Von seiner dritten Frau, die in Syrien ist, lebt er getrennt ... Ahmad hat schon angekündigt, dass er in Zukunft vier Ehefrauen haben möchte und zehn Kinder. Inzwischen habe die Familie nach einer Klage einen Flüchtlingsstatus für drei Jahre erhalten. Damit könnte der Syrer auch arbeiten gehen, er möchte aber lieber bei den Kindern bleiben." Nachtrag vom 8.6.Trotz der 150 Anzeigen, die wegen Bigamie und Sozialleistungsbetrug eingingen, hat jetzt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Begründung: „In Deutschland ist Bigamie zwar strafbar, die Fortführung bereits im Ausland geschlossener Doppelehen jedoch nicht.“ Landrat Oliver Stolz wünscht sich für den Umgang mit künftigen ähnlichen Problemen, dass man „auch mal die Kraft hat, Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann (?), auch wenn es den eigenen Moralvorstellungen widerspricht“. 

 

Nachtrag vom 2.3.: "Der Bundesrat billigte das Gesetz, mit dem ab August 1.000 Angehörigen subsidiär Geschützter der Zuzug nach Deutschland ermöglicht werden soll ... Zusätzlich zum Kontingent von 1.000 Flüchtlingen sollen Härtefälle kommen. Die seit zwei Jahren geltende Komplettaussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem subsidiären Schutz wird bis Ende Juli verlängert." 

 

Nachtrag vom 26.3.Zwei Frauen, 13 Kinder: Mehrfach-Ehe darf fortgesetzt werden ... "Polygamie ist in Deutschland verboten. Tatsächlich ist die Vielehe aber längst nach Deutschland eingewandert." Dabei kündigte im Sommer 2016 der damalige Justizminister Heiko Maas an: "Polygamie darf in Deutschland keinen Platz finden."  

 

Nachtrag vom 4.5.: Familiennachzug: Kritiker: Zuständigkeitswirrwarr

 

Nachtrag vom 7.5.: EU-Gerichtshof: Ein unbegleiteter Minderjähriger, der während des Asylverfahrens volljährig wird, behält sein Recht auf Familien­zusammen­führung. 

 

Nachtrag vom 18.5.: Urteil: "Asylbewerber haben Anspruch auf Familien­zusammen­führung im Dublin-System." Bewilligte Überstellungen: innerhalb Sechs-Monatsfrist.

 

Nachtrag vom 9.7.: "Bundesrat lässt Regelung zum Familiennachzug passieren." Außerdem: "Deutschland hat seit Januar 2015 weltweit rund 322.000 Visa zur Familienzusammenführung erteilt ... Eine Prognose, wie viele Migranten insgesamt Familien nachholen wollen, sei nach Angaben der Bundesregierung nicht möglich."


19.1.2018

Sozialpädagogische Flurhüter

 

Im Zuge der aktuellen Debatte zum Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte, insbesondere für Personen aus Syrien, werfen die großen Sozialvereine einmal mehr ihre wohlklingenden Worte in den Ring. „Ein Gebot humanitärer Verantwortung“ sei das, ein Menschenrecht, das es zu achten gelte. „Kleinherzig“ seien alle, die dagegen argumentieren. Auch auf das Grundgesetz, dort auf den Schutz der Familie, wird verwiesen. Das Maß, wie sich die sozialen Akteure für die Bevölkerungsgruppe aus Vorderasien einsetzen, beeindruckt mindestens ebenso wie ihre Gleichgültigkeit gegenüber den bisherigen und kommenden Folgen dieses maßlosen Zuzugs.

 

Nur wenig nachhaltiges Gehör mit seiner Warnung findet etwa der Deutsche Städte- und Gemeindebund: „Das würde die Integrationskraft der Kommunen überfordern. Schon heute fehlen Kita- und Schulplätze sowie Wohnraum für Geflüchtete.“ Nicht viel anders geht es der Migrationsforscherin Necla Kelek: „Der Familiennachzug fördert gerade Parallelgesellschaften … Familie heißt in orientalisch-muslimischen Gesellschaften die Großfamilie, die Sippe, die patriarchalisch organisiert ist. Mit dem Familiennachzug importieren wir ein islamisches Familiensystem, das erst zu Parallelgesellschaften und Integrationsproblemen führt.“

 

Ebenfalls wenig thematisiert: Es wird eine massive Problematik entstehen mit denjenigen syrischen Zuwanderern, die sich im Drogenmilieu einrichten – siehe etwa die Fälle in Bayreuth, in Kassel, in Altenburg oder in Flensburg. Den Sozialverbänden müsste eigentlich klar sein, dass unbehandelte Suchtmittelabhängige für integrative Maßnahmen nicht erreichbar sind und sich deren gesundheitliche Lage auch nicht durch den Nachzug der Familie bessert. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Denn dafür, dass die Klientel nicht weniger wird, sorgen arabische Großstadt-Clans, die vor Asylunterkünften für Drogenhandel werben. Bei der SHZ fragt man sich gar: „Versuchen Flüchtlinge, den Drogenhandel in Schleswig-Holstein zu übernehmen?“

 

Erfahrungsgemäß geht es den Akteuren nicht um die Einhaltung von Recht und Ordnung. Sie werden sich mit ihrem großen Herzen auf die neu entdeckte Klientel stürzen und den Aufbau eines weiteren Zweiges der Flüchtlingsindustrie forcieren, der aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs garantiert ist. Vom Ausbau des Suchthilfesystems werden auch Sprachvermittlungsdienste profitieren. Es ist abzusehen, dass dieser Staat zu einem gigantischen sozialpädagogischen Projekt mutiert, in dem sich angesichts der humanitären Großzügigkeit gegenüber Zuwanderern versus der Vernachlässigung des Wohles „schon länger hier lebender“ Familien eine „Zweiklassengesellschaft“ manifestiert. Es wird schon so sein, dass die Akteure beizeiten auch ihren eigenen Nachkommen erklären müssen, warum sie das gesamtgesellschaftliche Wohl nicht im Blick hatten.  

 

Hinweis: Da dieser Beitrag auf weiteren Internetseiten mit einer anderen Überschrift erschien, die nicht von mir stammt, hier diese Klarstellung: Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass alle Syrer drogenabhängig sind. Das Problem kann dennoch gar nicht ernst genug genommen werden, denn es geht auch um neue lebensgefährdende Drogen wie "Bonzai". Die BZ dazu: "Vor allem junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan seien als Händler und Konsumenten bekannt": Auskunft der Berliner Polizeibehörde. Verschweigen der Hintermänner verschärft bereits gravierenden Auswüchse: "Synthetisches Cannabis überschwemmt Berlin" (Morgenpost). Am Alexanderplatz tauchte "Bonzai" etwa im Frühjahr 2017 erstmals auf (Bild).