Fortsetzung der Nachträge zur Seenotrettung - was bisher geschah: steht dort.


Nachtrag vom 25.8.: "Kurz vor der Landtagswahl in Brandenburg fordert die Linke, dass das Land ein Schiff zur Seenotrettung erwirbt. Eine zivile Organisation soll es nutzen dürfen. Den Unterhalt soll aber das Land zahlen." Wie außerdem linke Aktivisten die Migrationskrise schamlos kapitalistisch und gesetzesverächtlich ausschlachten wird aus diesem unglaublichen Beitrag deutlich: Dank "Benjamin Hartmann sind die Seenotretter der 'Mission Lifeline' wieder im Einsatz. Sein Modeunternehmen Human Blood hat das neue Rettungsschiff der Dresdner Hilfsorganisation gekauft - in einer sehr geheimen Aktion ... 'Wir wollten verhindern, dass die Behörden im Vorfeld wissen, für welchen Zweck das Schiff gekauft wurde' ... Mittlerweile wurde das Boot auf 'Mission Lifeline'-Kapitän übertragen ... Die Verbindung zu 'Mission Lifeline' gebe es bereits länger. Hartmanns Modefirma verkauft seit rund einem Dreivierteljahr auch 'Lifeline'-Produkte. Ein Teil der Erlöse geht direkt an die Seenotretter ... Hartmann sorgte erst Anfang Juli für Schlagzeilen, als sein Label die Kooperation mit dem Ursensollener Unternehmen Sheepworld beendete. Sheepworld-Gründer Tobias Hiltl hatte zuvor auf Facebook die 'Sea-Watch'-Kapitänin Carola Rackete als Schlepperin und Menschenhändlerin bezeichnet. Der Verkauf der gemeinsamen Textilpalette war daraufhin gestoppt worden." Lifeline-Geschäft

 

Nachtrag vom 26.8.: "Die deutsche Hilfsorganisation Mission Lifeline hat nach eigenen Angaben rund 100 Migranten vor der libyschen Küste von einem kaputten Schlauchboot gerettet. Kapitän Reisch bat die deutsche Bundesregierung um Vermittlung eines sicheren Hafens." Leserkommentare dazu: "'...für eine lange Reise nicht geeignet...' soll von vornherein suggerieren, dass Spanien und Frankreich als 'Zielhafen' nicht in Frage kommen. Lampedusa - das wird aber gerade noch so gehen." BR24 schreibt dazu: "Kaum in See hat das neue Rettungsschiff der NGO "Mission Lifeline" 101 Menschen im Mittelmeer gerettet. Das erfuhr der BR vom Oberpfälzer Mode-Unternehmer Benjamin Hartmann, der das Schiff organisiert hatte und mit der Crew an Bord in Kontakt ist" - und offenbar auch mit dem BR. Und der Spiegel will seiner treudoofen Leserschaft wieder den gesunden Menschenverstand abgewöhnen: "Das Märchen von der Sogwirkung." Bei Heise ist die Sogwirkung der "Rettungsschiffe" gar eine "Verschwörungstheorie". Völlig irre diese Fake-Berichterstattung. Man erinnere sich an 2015, dann braucht man keine politisch motivierte Studie zum Pull-Faktor, um die Sache klar zu sehen: Flüchtlinge am Budapester Ostbahnhof skandierten "Merkel! Merkel! Merkel!" oder "Germany! Germany! Germany!" - "ganz vorn in der Gruppe der Flüchtlinge läuft jetzt ein Mann, der die EU-Fahne schwenkt. Ein anderer hat sich ein Foto von Merkel an den Pulli geheftet..."

 

Nachtrag vom 30.8.: "Bundesregierung will 'Eleonore'-Flüchtlinge 'in beachtlicher Höhe' aufnehmen." Außerdem: "Das NGO-Rettungsschiff 'Mare Jonio' hat etwa hundert Menschen aus einem sinkenden Schlauchboot gerettet ... Zumindest Frauen, Kinder und Kranke durften die 'Mare Jonio' nun auf italienischem Boden verlassen." Das Schiff betreibt die Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans. Die italienische NGO "wird finanziell und organisatorisch von Aktivisten des deutschen Sea-Watch-Vereins unterstützt" (!) - siehe auch dort

 

Nachtrag vom 31.8.: "Auf der griechischen Insel Lesbos sind ... 16 Flüchtlingsboote mit rund 650 Menschen an Bord angelandet. Bei der größten Massenankunft seit drei Jahren seien allein 13 Boote innerhalb einer Stunde in Lesbos angekommen." Außerdem: "Der Theologe und frühere SPD-Politiker Prof. Richard Schröder hat den Standpunkt des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm beim Thema Seenotrettung kritisiert ... 'Sie differenzieren nicht, sondern sagen nur: Das ist gut und jenes böse. Im ersten Schritt wird gefordert, private Seenotrettung zu forcieren, weil wir Menschen im Mittelmeer nicht ertrinken lassen dürfen. Im zweiten Schritt wird ein Feindbild aufgebaut: gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung. Das ist propagandistisch sehr effektiv' ... Das Problem der Seenotrettung sei, dass die Boote die europäischen Anrainerstaaten ansteuerten und dann verlangten, dass alle Menschen aufge-nommen werden: 'Das Seerecht verlangt aber, den nächstgelegenen sicheren Hafen anzulaufen' ... Es könne nicht so sein, dass jeder, der in Seenot gerate, nach Europa dürfe, auch wenn er sonst keine Berechtigung habe ... Er ärgere sich oft über Kirchenvertreter, 'vor allem über Kurzsichtigkeiten aus Barmherzigkeit', so Schröder. Er werde deshalb aber nicht aus der Kirche austreten und warne auch davor, das zu tun: 'Die Waffe kann man nur einmal einsetzen'." 

 

Nachtrag vom 2.9.: "Die italienische Polizei hat das deutsche Rettungsschiff "Eleonore" beschlagnahmt, das nach Erklärung eines Notstands mit über 100 Flüchtlingen an Bord die sizilianische Küste angesteuert hat. Man habe des Schiff sichergestellt, sagte ein Sprecher der zuständigen Finanzpolizei in Rom. Die Flüchtlinge sollten im Laufe des Tages von Bord gehen. Kapitän Claus-Peter Reisch hatte rund eine Woche auf See ausgeharrt, fuhr dann aber trotz eines Verbots in italienische Gewässer und steuerte den sizilianischen Hafen Pozzallo an ... Er habe mit Leoluca Orlando telefoniert, dem Bürgermeister Palermos, teilte Reisch auf Twitter mit. 'Er hat mir gesagt: Sizilien ist eine mehr oder minder Salvini-freie Zone.' Orlando habe den Bürgermeister von Pozzallo informiert. Der werde die deutschen Retter im Hafen in Empfang nehmen." Zu Orlandos Netzwerk siehe die Beiträge auf dieser Seite vom 1.7.2019 und 7.6.2019. Dass T-Online Salvini mir nichts, dir nichts als "rechtsradikalen Innenminister" bezeichnet bezeugt die Unverfrorenheit der vorgeblichen Menschenfreunde. Außerdem: "Auch Rettungsschiff 'Alan Kurdi' nimmt wieder Migranten auf ... Das Schiff würde nun in Richtung Lampedusa fahren, weil die Insel der nächste sichere Ort sei. Italiens Noch-Innenminister Matteo Salvini unterzeichnete am Samstagabend die Anweisung, dass die 'Alan Kurdi' nicht in italienische Gewässer fahren darf." Die "Mare Jonio" hat bereits ebenfalls in Italien angelegt.

 

Nachtrag vom 4.9.: "Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Ragusa hat Ermittlungen gegen den Kapitän des deutschen Rettungsschiffs 'Eleonore', Claus-Peter Reisch, aufgenommen. Nachdem er am Vortag mit mehr als 100 Migranten an Bord in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo angelegt hatte, stehe er im Verdacht der Begünstigung illegaler Einwanderung." 

 

Nachtrag vom 8.9.: "Einsatz über dem Mittelmeer - 'Das Retten ist wie eine Sucht'." Das sich selbst feiern und gegenseitig auf die Schultern klopfen vermutlich auch. Was wohl Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beim Kapitänstag in Bremen zu suchen hatte?  

 

Nachtrag vom 11.9.: "Das Flüchtlingshilfsschiff Ocean Viking hat ein Angebot Libyens abgelehnt, die 84 Migranten an Bord in das nordafrikanische Land zu bringen. 'Libyen ist kein sicherer Ort. Wir haben eine Alternative erbeten, die den Anforderungen internationalen Rechts entspricht', teilte die Organisation SOS Méditerranée mit, die das Schiff zusammen mit Ärzte ohne Grenzen betreibt." Außerdem: "Die deutsche Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat am Dienstagabend in Barcelona die Ehrenmedaille des katalanischen Regionalparlaments erhalten. Ausgezeichnet wurde auch der Gründer der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps. Überreicht wurden die Ehrenmedaillen vom katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent, die Laudatio hielt Fußballtrainer Pep Guardiola."

 

Nachtrag vom 12.9.: "Die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ist umstritten. Dennoch will sich die Evangelische Kirche in Deutschland künftig selbst daran beteiligen. Ihre Forderungen gehen aber noch weiter ... Bedford-Strohm zufolge wird die EKD das Rettungsschiff nicht selbst kaufen und betreiben. Dies solle über einen Trägerverein 'in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis' geschehen. Es werde Monate dauern, bis das Schiff gekauft und umgebaut ist. Die EKD werde auch bei der katholischen Kirche darum werben, sich zu engagieren." Ein Leserkommentar dazu: "Zur sogenannten Seenotrettung hat der Theologe und Jurist Richard Schröder in der Zeitung Die Welt vom 1.7. 2019 unter dem Titel 'Seenotrettung ist das falsche Wort' Wichtiges geschrieben. Zum kriminellen Schlepperwesen schreibt er: 'Diese Art von Menschenhandel ist heute einträglicher als Drogenhandel. Sie ist durch und durch menschenverachtend und kriminell. Der Massentod ist einkalkuliert. Doch das erregt uns weniger als die angebliche Kriminalisierung der Seenotrettung'."