9.1.2020

Marx‘ eigenmächtige „Spendenbereitschaft“

 

Jetzt werde auch ich meine Konsequenzen ziehen. Die Welt teilt mit: „Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, hat 50.000 Euro für das geplante Seenotrettungsschiff des Bündnisses ‚United 4 Rescue‘ gespendet … Das Geld stamme aus Mitteln des Erzbistums, die dem Kardinal aus dem Haushalt zur Verfügung stünden.“ Es ist das dritte Mal, dass der Vorsitzende der Deut-schen Bischofskonferenz eigenmächtig X-Tausende Euro der Kirchensteuerzahler für hoch umstrittene Aktivitäten auf dem Mittelmeer ausgibt. Im Februar 2019 hieß es: „50.000 Euro hat die katholische Kirche auf Betreiben von Kardinal Marx für Rettungseinsätze auf dem Mittel-meer gespendet – aus Kirchensteuer-Mitteln. Dafür dankte ihm der deutsche Flüchtlingshilfe-verein Sea-Eye … Bereits im Herbst hatte Marx eine Spende in derselben Höhe aus Kirchen-steuermitteln an eine andere private Seenotrettungsorganisation ... angewiesen.“ 

 

Merkwürdig bei der aktuellen „Spende“ an „United 4 Rescue“: „Die katholische Deutsche Bischofskonferenz, deren Vorsitzender Kardinal Marx ist, hatte erklärt, sich nicht an dem Bündnis zu beteiligen.“ Ob sich die zu erwartenden Kirchenaustritte auf die Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz Anfang März auswirken? Da Marx im März 2014 zum dortigen neuen Vorsitzenden gewählt wurde und die Amtszeit sechs Jahre beträgt, dürfte diesen März wieder eine Vorsitzenden-Wahl anstehen. Die Wiederwahl von Vorsitzenden ist möglich. 

 

Am Bündnis „United 4 Rescue“ beteiligen sich etliche Organisationen, etwa evangelische Landeskirchen, die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Diakonie, das Nachrichtenportal evangelisch.de, Pro Asyl, ProGedenkstätten Schleswig-Holstein, der Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung und die sizilianische Stadt Palermo.  Zum Thema „Europäische Koordinierung der Seenotrettung“ steht hier eine parlamentarische Antwort.   

 

Nachtrag vom 10.1.: Claus-Peter Reisch will nicht mehr für "Mission Life" zu Seenotrettungs-einsätzen fahren. Er sei ein "konservativer Bayer", die "politische Agitation" dieser Hilfsorganisation gefalle ihm nicht: "Vieles ist mir zu linksradikal." Siehe auch: "italienischen Behörden haben dem deutschen Kapitän Claus-Peter Reisch ein Strafmandat in Höhe von 300.000 Euro zugestellt ... Reisch will Rechtsmittel gegen den Strafbescheid einlegen ... Ein maltesisches Berufungsgericht hatte am Dienstag eine im Mai 2019 gegen Reisch verhängte Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro aufgehoben."