6.2.2020

Der Entchristlichung das Wort geredet

 

Die Antisemiten an den politischen Rändern dürften sich über die Rasanz freuen, mit der das Urteil zur „Wittenberger Judensau“ medial abgefrühstückt wurde. Zwei Fliegen für sie mit einer Klappe: Zum einen bleibt die Schmähskulptur öffentlich hängen mit (scheinbar) mehrheitlicher Rechtfertigung. Zum anderen ist wieder kräftig abgeledert worden gegen das Christentum. Schon wittern wieder diverse Gruppen, dass es mit der „Entchristlichung des öffentlichen und privaten Lebens“ vorangeht. Genau wie im Nationalsozialismus. Damals gab es eine „Abwehrstelle gegen antichristliche Propaganda“, eingerichtet von der Deutschen Bischofskonferenz. Heute hält man sich an die Schweigespirale. Oder kümmert sich jemand um die „wachsende Plage massiver Kirchenschändungen in Europa“? Jedenfalls hat es der Nationalsozialismus „in der kurzen, aber wirkmächtigen Zeit nicht geschafft, den Glauben der meisten Katholiken … oder die Wertebindung des sog. ‚katholischen Milieus‘ entscheidend zu schwächen.“ 

 

Die extreme Linke hatte das schon zuvor erfolglos versucht. Wladimir I. Lenin ließ 1909 veröffentlichen: „Die Sozialdemokratie ist unbedingt verpflichtet, ihr Verhältnis zur Religion klar darzulegen. Die ganze Weltanschauung der Sozialdemokratie ist auf dem wissenschaftlichen Sozialismus, d.h. dem Marxismus aufgebaut … eines Materialismus, der unbedingt atheistisch und jeder Religion entschieden feind ist … Zugleich verurteilte Engels jedoch wiederholt die Versuche von Leuten, die ‚linker‘ oder ‚revolutionärer‘ sein wollten als die Sozialdemokratie, in das Programm der Arbeiterpartei ein direktes Bekenntnis zum Atheismus im Sinne einer Kriegs-erklärung an die Religion hineinzubringen … eine solche Kriegsansage sei das beste Mittel, das Interesse für die Religion zu beleben und das wirkliche Absterben der Religion zu erschweren.“ 

 

Historische Aufarbeitung aus diesen Perspektiven verlangt niemand. Warum nicht?

 

Siehe auch zum "Synodalen Weg" den Kommentar von Bischof Athanasius Schneider: Der "katholische Charakter" müsse ebenso geschützt werden wie jene Priester und Bischöfe in Deutschland, "die an die Peripherie gestellt wurden und deren Stimme langsam erstickt wird durch die 'Nomenklatura' einer neuen ungläubigen und gnostischen Kaste sogenannter 'wissenschaftlicher' Theologen, kirchlicher Apparatschiks und jener Bischöfen, die sich der ideologischen Diktatur der Massenmedien und der Politik anpassten."