25.3.2020

Sondererlaubnis für Thailands König

 

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte vorhin im Bundestag angesichts durchzustehender Beschränkungen für die Bürger in der Corona-Krise, deren Übertreten übrigens mit Bußgeld bis zu 25.000 Euro belegt ist: "Niemand kann sich dieser Herausforderung entziehen." Das ist nicht ganz richtig. Der Merkur berichtet: "Maha Vajiralongkorn, König von Thailand, wohnt trotz Coronavirus-Krise aktuell in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen. Auch seinen Hofstaat hat er dabei und macht mit ihm Ausflüge ... Eigentlich herrschen wegen der Coronavirus-Krise strenge Ausgangsbeschränkungen in Bayern." Behördlicherseits begründet man das so: "Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen hat dem Grand Hotel Sonnenbichl eine Ausnahme erteilt, da es sich bei den Gästen um eine einzige homogene Personengruppe handelt, bei der keine Fluktuation vorliegt. Das Hotel ist für den normalen Beherbergungsbetrieb nicht zugänglich." Jupp. Über welche Stationen die Anreise verlief, ist nicht thematisiert.

 

Nachtrag vom 28.3.: Mit 20 Frauen plus Bediensteten soll der Thai-König im Hotel leben. "Laut Landratsamt ist die tatsächliche Zahl der derzeitigen Bewohner im Hotel aber nicht bekannt. Ob der König sich wegen der Corona-Pandemie gleich einen Ärztestab mit ins Haus geholt haben könnte, blieb ebenfalls offen ... DPA berichtete, dass das Hotel mit Panoramablick auf die Berge dem König inzwischen selbst gehören soll. Das stimmt nicht, wie der Anwalt des Hotels Focus Online mitteilte. 'Seit 1982 hat sich an den Eigentumsverhältnissen nichts verändert.' DPA korrigierte sich inzwischen und berichtet nun, dass das Hotel seit 1982 dem Geschäftsmann Omar Zawawi aus dem Oman gehört. Der Thai-König besitzt jedoch eine Villa in Tutzing am Starnberger See ... Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hält sich der König und seine Gefolgschaft jedoch an die Regularien der Ausgangsbeschränkung ... Kurz nachdem deutsche Medien über den Aufenthalt von König Vajiralongkor berichteten, sprach der thailändische Digitalminister Phuttiphong Punnakan auf Twitter eine Warnung aus, wie die 'Bild' schreibt. Kritiker des Königs werden laut dem Post mit mehreren Jahren Haft bestraft. In Thailand ist es nämlich verboten, negativ über den König zu berichten."


23.3.2020

Wie geht’s?

 

Die rhetorische Formel „Wie geht’s?“ sei vor der Pandemie eher eine „Nicht-Frage“ gewesen, analysiert ein italienischer Journalist bei „Il Giornale“. So genau wollte man‘s ja nie wissen. Nun aber verliere die Redewendung ihr freundliches Gewand, trage eher ein wissbegieriges, sogar ängstliches Kleid. „Und jeder, der mit der klassischsten aller Fragen konfrontiert ist, antwortet auf die unterschiedlichste Weise und enthüllt dabei einen Teil seiner selbst.“ Manche fühlten sich jetzt von dieser Frage angegriffen: Warum fragen Sie mich das? Sehe ich etwa schlecht aus? Andere rezitierten ihre gesamte Krankengeschichte. Die Hypochonder entdeckten auf diese Frage hin sofort Symptome an sich und husten los und den Unbesiegbaren schließlich gehe es so großartig wie überhaupt noch nie in ihrem Leben. Es gebe aber auch welche, die finden, dass die Frage in dieser Situation gänzlich fehl am Platze ist. „Wir aber hoffen in aller Ruhe“, resümiert der Autor, dass das alte, nutzlose, desinteressierte rhetorische „Wie geht’s?“ so bald als möglich zurückkehrt. „Dann, und das muss man nicht ausdrücklich sagen, wird es uns besser gehen.“


Schöne Momente in Zeiten von Corona                                                               Doku

 

26.3.2020: 101-Jähriger aus dem italienischen Rimini wurde nach Corona-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. "Die Familie hat ihn gestern Abend nach Hause gebracht." Die Lehre daraus: Selbst mit 101 Jahren ist die Zukunft nicht festgeschrieben. "Quarantäne-Helden" vermittelt bundesweit private Hilfen.

 

22.3.2020: Musiker aus ganz Deutschland spielen von ihren Privatwohnungen auf Balkonen und an offenen Fenstern Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude". Außerdem: Auf YouTube starteten die Macher der "Independet Film Days" die Reihe "Kurzfilm vs. Corona" und zeigen täglich einen Kurzfilm, um einen "kulturellen Lichtblick" zu setzen.

 

21.3.2020: Blumen haben noch Zutritt: Mitarbeiter des Botanischen Gartens in Augsburg brachten kurzerhand ein Blumenmeer zu Altenheimen, um die Bewohner aufzuheitern. Und sonst: Nach den gut gemeinten bundesweiten Applaus-Aktionen für das Pflegepersonal schreibt ein Pfleger auf Twitter: "Wir Pflegekräfte brauchen keine Klatscherei ... Wir wollen auch keine Merci-Schokolade und warme Worte! Wir brauchen 4.000 Euro brutto, mehr Personal, Gefahrenzulagen und ein entprivatisiertes Gesundheitssystem!" 

 

20.3.2020: "Über 180 Radiosender in mehr als 30 europäischen Ländern, ein Song und ein Ziel: 'Gemeinsam gegen Corona' ... Am 20. März um 8.45 Uhr spielten die Sender (zeitgleich) den Song 'You´ll never walk alone'."

 

19.3.2020: Nachbarschaftshilfe-Bewegungen: Zum Beispiel "Corona Help Team Berlin" oder nebenan.de. "Auch Netzwerk-Profis schalten sich ein" – etwa die Plattform "Wir gegen Corona". Die Idee: "Auf der Website können sich Menschen, die Hilfe suchen, weil sie beispielsweise zu Risikogruppen gehören und das Haus nicht verlassen können, registrieren. Aber auch Leute, die gern anderen helfen würden, tragen sich ein."

 

16.3.2020: Bamberger Solidaritätslied für Italien

 

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