Geistesblitzarchiv


"Gewalt macht alle Forderungen billig." 

Christine von Schweden, Königin von Schweden, 1626 - 1689


"Macht und Recht unterscheiden sich sehr von einer Stunde zur anderen; 

aber wenn man ihnen Jahrhunderte gibt, um sich zu erproben,

wird man sie identisch finden." 

Thomas Carlyle, schottischer Philosoph, 1795 - 1881 


"Der Antisemitismus ist stets ein Symptom reaktionärer Hochkonjunktur."

Erich Mühsam, 1878 - 1934, ermordet im KZ


"Das kann doch nicht sein, dass der Bürger, der sich gesetzmäßig verhält, 

sich wie ein Idiot vorkommen muss." 

Roman Herzog


"Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen,

als handele es sich um bloße Meinungen."

Hannah Arendt aus: Nach Auschwitz


"Die Menschen sind allgemein verdorben durch ihre Höflichkeit und ihr Wohlwollen.

Es ist nicht möglich, mit ihnen ein ergiebiges Gespräch zu führen,

so konziliant sind sie und entschlossen, mit dir übereinzustimmen…

Ich möchte einem begegnen, der provokant und eigenartig ist, 

so dass wir Gast und Wirt sein und einander erfrischen können…

Ein ärgerlicher Mensch, ein Exzentriker, ein Schweigsamer, einer,

der sich schlecht drillen lässt, solche machen mir Hoffnung." 

Henry D. Thoreau, amerikanischer Philosoph, 1817 - 1862 


"In der Gesamtsumme eines Lebens steckt ein wichtiger Posten,

auf den die Welt im Allgemeinen nicht achtet;

es ist der Preis, den man für das, was man erhalten hat, entrichten musste.

Nicht in Geld, sondern in langweiligen und unwürdigen Handlungen.

Manch ein Leben sieht so herrlich aus, und doch musste alles in ihm

mit Versklavung, Bücklingen und Aufträgen teuer bezahlt werden,

so dass ein solches Leben, mag es noch so glänzend erscheinen,

als ein Fehlschlag zu betrachten ist."

Henry de Montherlant, Essayist, 1895-1972


"Die Zeit muss mit geistigen, nicht mit mechanischen Maßstäben gemessen werden...

Nur der ist reich, dem der Tag gehört. Von allem, was auf Erden ist, 

machen die Tage die geringsten Ansprüche und vollenden doch die größten Leistungen. 

Sie kommen und gehen wie verschleierte Gestalten…aber sie sprechen nicht, 

und wenn wir die Gaben, die sie bringen, nicht nützen, 

nehmen sie sie ebenso schweigend wieder fort. 

Bereichern kann mich nur, wer mich die Spanne Zeit

zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang 

höher achten und weiser nützen lehrt.

Das ist das Maß des Menschen:. seine Auffassung von der Bedeutung des Tages." 

Ralph W. Emerson, US-Philosoph, 1803 - 1882


"Warum uns das Plötzliche oft überrascht? Weil uns das Allmähliche entging." 

Otto Weiss, Wiener Feuilletonist, 1849 - 1915


"Nur der Mensch ist frei, der sich seine eigenen Gedanken im Kopf ausbildet, 

niemand etwas nachspricht, was er nicht versteht oder selber einsieht." 

Berthold Auerbach, 1812 - 1882


"Man spricht so viel davon, dass der Mensch ein geselliges Tier sei;

im Grunde ist er ein Raubtier, 

worüber man sich nicht bloß durch die Betrachtung seines Gebisses vergewissern kann.

Das ganze Geschwätz von Geselligkeit und Gemeinschaft ist deshalb 

teils eine vererbte Heuchelei, teils eine ausgesuchte Hinterlist." 

Søren Aabye Kierkegaard, 1813 - 1855


"Nie kommt es auf eine Technik an,

sondern immer nur auf...den Geist, in dem sie gehandhabt wird."

Viktor Frankl 


"Die deutsche Journalistik war und ist zum größten Theile noch

ein wahrer Schandfleck unsrer Culturgeschichte.

Man konnte die öffentlichen Urtheile in den Blättern nur eintheilen

in absichtlich lügenhafte oder bornierte."

Karl Leberecht Immermann, Landgerichtsrat, Dramatiker, 1796 - 1840


"Der, welcher nicht Macht genug hat, einen Jeden im Volk gegen den Andern zu schützen, 

hat auch nicht das Recht, ihm zu befehlen." 

Immanuel Kant, 1724 - 1804


"Was süß schmeckt, wird oft bitter beim Verdauen."

William Shakespeare


"Das Ei tanzt nicht mit einem Stein zusammen." 

Aus Afrika


"Was hilft das Grinsen auf die Dauer? Es ist die Waffe der Feigheit..." 

August Strindberg, 1849 - 1912


"Einer, der nicht mehr darauf achtet und nicht mehr weiß, dass er in einem Schiffe lebt,

ist im Voraus wie wehrlos und wird bald das Meer einströmen sehen,

dessen Woge seine törichten Augen wäscht." 

Antoine de Saint-Exupéry 


"Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit

und ihre Brutalität Ignoranz."

Kurt Tucholsky


"Wie hoffnungsvoll ist der Einzelne doch immer wieder,

wie wirklich, wie gut gewillt, wie reich.

Wenn man dann die wirre trübe Menge sieht, begreift man's nicht, 

dass er sich in ihr so gleichsam spurlos verliert." 

Rainer Maria Rilke 


"Was jedermanns Sache ist, ist niemandes Sache."

Izaak Walton, 1593 - 1683


"Am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende." 

Indisches Sprichwort


"O Menschheit, wo bleibt dein Wohl?

Soll das immer aufs neue von dem albernen Samum der Aufgeblasenheit, 

der daher gestoben kommt in der Wüste, unter den alten Sand begraben werden?"

Bettina von Arnim, 1785 - 1859 


"Der Grund aller Verkehrtheiten in Gesinnungen und Meinungen

ist Verwechslung des Zwecks mit dem Mittel."  

Novalis, 1772 - 1801


"Ich trotze allen Vorbedeutungen:

Es waltet eine besondere Vorsehung über den Fall eines Sperlings. 

Geschieht es jetzt, so geschieht es nicht in Zukunft; geschieht es in der Zukunft,

so geschieht es jetzt; geschieht es jetzt nicht, so geschieht es doch einmal in Zukunft.

Bereit sein ist alles." 

William Shakespeare


"Die Meinung des Anderen ist nicht das Opfer eines einzigen unserer Wünsche wert." 

Anatole France, 1844 - 1924


"So guten Bogen gibt es nicht, der überspannt und nicht zerbricht." 

Bernhard Freidank, fahrender Kleriker, ca. 1170-1230


"War möglicherweise alles, ob grandios, ob kläglich, ein einziger Umweg? 

Und über uns weg eilen leichte Füße die Hintertreppe auf und nieder,

während wir im Staub einer Geschichte versinken, die wir für Fortschritt gehalten haben."  

Kurt Marti, Schweizer Pfarrer, *1921


"Nur die missverstandene Religion kann uns von dem Schönen entfernen." 

Gotthold E. Lessing, 1729 - 1781


"Je weniger eine Gewalt ihres rechtmäßigen Ursprungs sicher ist, desto unvermeidlicher drängt es sie, allem Legitimen rings um sich herum den Garaus zu machen." 

Max Burckhard, 1854 - 1912


"Die Gewalt lebt davon, dass sie von Anständigen nicht für möglich gehalten wird."

Jean Paul Sartre


"Die Eitelkeit des kollektivistischen Menschen hat

sich zur Masse geschlossen, um das Individuum zu töten."

Max Beckmann


"Nicht die Freiheit, sondern, was scharf zu unterscheiden ist,

die individuelle Willkür hat ihre Grenze."  

Ferdinand Lassalle


"Die Würde verschleißt sich an dem übergroßen Dünkel." 

Sir Philip Sidney


"Jeder Erneuerer ist ein Umgestalter. Handelt er richtig,

führt er die Menschen auf den rechten Weg. 

Handelt er falsch, wird die Besessenheit, die er in ihnen entfacht,

sie antreiben, für das Richtige einzutreten." 

Khalil Gibran 


"Undemokratisch ist es, wenn der Minderheit gestattet wird, die Mehrheit zu überwiegen." 

John Stuart Mill


"Wenn sich Deutschland und Frankreich gut verstehen, freut mich das für sie.  

Aber wir müssen niemandem vorspielen, dass wir eine Einheit sind." 

Matteo Renzi, italienischer Premier, nach dem EU-Gipfel im September 2016


"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, 

sondern auch für das, was wir nicht tun." 

Jean-Baptiste Poquelin alias Molière


"Der gefährlichste Feind der Wahrheit und Freiheit bei uns 

– das ist die kompakte Majorität." 

Henrik Ibsen


"Die Zeit der andern Auslegung wird anbrechen,

und es wird kein Wort auf dem andern bleiben." 

Rainer Maria Rilke


"Der Despotismus nimmt niemals eine schlimmere Gestalt an,

als wenn er unter dem Deckmantel des Despotismus einher kommt."

Jeremy Bentham, 1748-1832


"Die meisten kommen nur fort auf einem mit Phrasen gepflasterten Weg;

über Gedanken stolpern sie."

Johann Jakob Mohr, 1824-1886


"Wenn Du sie nicht überzeugen kannst, dann verwirre sie."  

Altes Sprichwort


"Der Floh macht Löwen mehr zu schaffen als Löwen dem Floh." 

Sprichwort aus Afrika


"Wir gehören einer Zeit an, deren Kultur in Gefahr ist,

an den Mitteln der Kultur zugrunde zu gehen." 

Friedrich W. Nietzsche


"Die Kultur muss alles aufbieten,

um den Aggressionstrieben der Menschen Schranken zu setzen." 

Sigmund Freud


"Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen."

Sir Francis v. V. Bacon, englischer Phliosoph


"Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt." 

Platon


"Gerades Scheitern steht höher als ein krummer Sieg."

Sophokles


"Selig der Mann, dem Einsamkeit genug, der niemals seidene Gewänder trug, 

der wie ein Greif zum Himmel aufgeflogen, statt wie die Eule sitzt in Lug und Trug." 

Omar Khayyâm, 1045 - 1122, Persien


"Nicht der Weg ist das Schwierige, vielmehr ist das Schwierige der Weg." 

Søren Kierkegaard


"Wenn zwei Zeiten sich scheiden und alles, was man bisher fest verankert glaubte, 

plötzlich von einem Strudel erfaßt wird, und Zukünftiges mehr noch in der Ahnung lebt

als in der organisierenden Vernunft, dann kann die Fragestellung nicht lauten: 

Wollen wir politisch sein? sondern: Können wir es überhaupt verhindern, politisch zu sein?" 

Carl von Ossietzky


"Der moralische Zustand eines Volkes ergibt sich weniger 

aus dem absoluten Zustand seiner Mitglieder

als aus ihren Beziehungen untereinander." 

Jean-Jacques Rousseau


"Die Allgemeinheit war ja wohl immer schon

der schlechteste Lehrer für das Leben und Fühlen."  

Erasmus von Rotterdam   


"Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben." 

Christian Morgenstern 


"Es ist offenbar auf moralischem Gebiete ein Kleinigkeitsgeist zu finden, 

der sich abängstigt in kapriziösen Einzelheiten 

und gewissenlos ist im Wichtigsten." 

Alban Stolz  


"Von der Zukunft hängt ab, wer nicht versteht, in der Gegenwart zu wirken."

Seneca


"Aber ach, wie oft ist dieser Glanz einer Seifenblase gleich, 

die in bunten Farben spielet, inwendig aber hohl und leer ist!" 

Aus dem Nachlass des Hofpredigers Heinrich W. Bommer


"Wenn der Hass feige wird, geht er maskiert und nennt sich Gerechtigkeit."  

Arthur Schnitzler


"Jeder Terror rechtfertigt sich mit objektiven Notwendigkeiten. 

Umso mehr gilt es, unbeirrt subjektiv zu sein." 

Kurt Marti


"Ich muss, weil ich kann."  

Immanuel Kant 


"Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, 

sondern an das Schweigen unserer Freunde."  

Martin Luther King


Denn man hat über Dinge, die man nicht kennt, immer eine bessere Meinung,

und Geheimnisse, die enthüllt werden, fordern oft den Spott heraus.

G. W. Freiherr von Leibniz


"Der Terror braucht drei Verbündete, um mächtig zu werden: 

die Allesversteher, die Drumherumsteher, die Zuspätweiner." 

Hans Kasper


"Wer A sagt, der muss nicht B sagen. 

Er kann auch erkennen, dass A falsch war." 

Bertolt Brecht


"Poesie wie Brot? 

Dieses Brot müsste zwischen den Zähnen knirschen

und den Hunger wiedererwecken, ehe es ihn stillt.

 

Und diese Poesie wird scharf von Erkenntnis

und bitter von Sehnsucht sein müssen,

um an den Schlaf der Menschen rühren zu können.

 

Wir schlafen ja, sind Schläfer, aus Furcht,

uns und unsere Welt wahrnehmen zu müssen." 

Ingeborg Bachmann 


"Eure Freiheit, vergeßt es nicht, taugt gerade so viel, als ihr taugt."

Alexandre Vinet


"Wie zur Beschämung der gewaltigsten menschlichen Anstrengungen und Leistungen

wird hier ein Kind in den Mittelpunkt der Weltgeschichte gestellt." 

Dietrich Bonhoeffer 


"Hier reiten zu viele ihre ideologischen Steckenpferde

unter dem Deckmantel der Menschenrechte.“ 

Hans-Olaf Henkel im EU-Parlament 12/2015

zur "permanenten Ausdehnung der Menschenrechtsdefinition“


"Die Menschen werfen sich im Politischen wie auf dem Krankenlager 

von einer Seite zur andern, in der Meinung besser zu liegen." 

Johann Wolfgang von Goethe


"Mit einer Weisheit, die keine Träne kennt…, will ich nichts zu tun haben."

Khalil Gibran


"Losungen sind das Gegenteil von Lösungen."

Gabriel Laub


"Wir dürfen uns nicht länger von Politik und Medien

in Gut und Böse bzw. Helfer und Gegner spalten lassen.

Applaus für die Helfer! Schmach für die Politik!“

Bürgerinitiative Neugraben-Fischbek 10/2015


"Diese großartige deutsche Bevölkerung mit ihrer Gastfreundschaft

hat andere Politiker verdient. Politiker, die nicht leichtsinnig

die Grenzen aufmachen, ohne sich vorbereitet zu haben.“

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami

auf der Frankfurter Buchmesse 10/2015


"Es wird ja niemand über das Zugspitzmassiv nach Garmisch laufen

oder durch den Bodensee schwimmen.“

Ein Kommentator im Internet zur Frage der Grenzziehung 10/2015