16.1.2020

Die finanziellen Zuwächse der Monika Grütters

 

Ist für 2020 ein Großputz angesagt? In der Causa AWO kommen immer mehr Details ans Licht. Auf UN-Ebene fliegen gerade korrupte Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks auf, die Afrikanern gegen Bares falsche Papiere ausstellten und sie so über das Resettlement in westlichen Staaten unterbrachten. Und nun hat auch noch der „Guardian“ einen kompromittierenden Beitrag über den Auslandssender „Deutsche Welle“ (DW) gebracht. „Starker Tobak“, heißt es bei Meedia. Die britische Tageszeitung stelle die DW als „eine Art Vorhölle aus Rassimus, Antisemitismus, sexueller Übergriffe und Mobbing“ dar. Die DW weist die Vorwürfe zurück. Die dortigen Redakteure widersprechen ebenfalls. Deshalb besonders pikant: „Die Gewerkschaft Verdi bekräftigt die massiven Vorwürfe in dem ‚Guardian‘-Text. Eine Verdi-Sprecherin wird dort zitiert, dass DW-Mitarbeiter, die missbräuchliches Verhalten melden, massiven Repressalien ausgesetzt seien. In einem Fall sei es sogar zur Kündigung gekommen.“  

 

Die Deutsche Welle ist steuerfinanziert, durch Zuweisungen des Bundes. Bei „Medienkorrespondenz“ erfährt man aus einem Artikel vom November 2018: „Die Deutsche Welle (DW) wird im nächsten Jahr aus dem Etat von Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) einen Betrag in Höhe von 350 Mio Euro erhalten. Das sieht der Bundeshaushalt für das Jahr 2019 vor.“ Das waren 24 Millionen Euro mehr als im Vorjahr 2018. Für 2020 hat Grütters eine erneute Erhöhung für die DW um 15 Millionen Euro durchgedrückt. Kürzungen stehen trotzdem im Raum. Weiter liest man bei „Medienkorrenspondenz“: „Neben dieser Grundfinanzierung erhält die Deutsche Welle seit langem auch von verschiedenen Bundesministerien, darunter das Auswärtige Amt und das Bundesentwicklungshilfeministerium, Fördergelder für bestimmte programmliche Projekte … Aus Steuergeldern finanziert der Bund ferner die Arbeit der Deutsche-Welle-Akademie.“ Nebenbei erfährt man noch, dass Monika Grütters – man darf sich an dieser Stelle gerne nochmal ihre Rolle in der Causa Knabe vergegenwärtigen –  2019 über ein „Rekordbudget“ von 1,9 Milliarden Euro verfügte. „Das sind 140 Mio mehr, als für 2018 vom Bundestag bewilligt worden waren.“ (!)

 

Geschäftsführende DW-Programmdirektorin ist Gerda Meuer, die Chefredaktion leitet seit 2017 Ines Pohl (vormals Chefredakteurin bei der taz).