9.1.2021

Prioritäten hinter der Kulisse

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit hat die Bundesregierung endlich ein Förderprogramm zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 vorgestellt. „Es hat einen Umfang von 50 Millionen Euro.“ Geradezu niedlich angesichts der 750 Millionen, die man zum Beispiel in das Sonderprogramm zur Erforschung und Herstellung eines Impfstoffes gegen Covid-19 in Deutschland „auf der Basis einer Meilensteinplanung“ – deshalb nicht rückzahlbar – investierte. Und nur ein konkretes Beispiel: Das Biotechnologie-Unternehmen Curevac bekam von der Regierung im Juni 2020 rund 300 Millionen Euro – nur dieses eine Unternehmen und nur in diesem Zeitraum. Hernach flossen noch viele weitere hundert Millionen in die Impfstoffentwicklung. Schon einen Monat später hieß es: „Bundesregierung verdreifacht Fördermittel für Corona-Forschung.“ Inwiefern die Erwartung neuer Medikamente gegen Covid-19 für 2021 zutreffend ist wird sich zeigen. Es wäre nebenbei sicherlich interessant zu erfahren, welcher Anteil der 6,15 Milliarden Euro beim internationalen Spendenmarathon, der offiziell sowohl für Impfstoffe als auch für Behandlungen gegen Covid-19 stattfand, der Entwicklung von Medikamenten zuteilwurde. Übrigens: Knapp 5,3 Milliarden Euro der zusammengeworbenen Mittel steuerten allein die EU-Kommission und Deutschland bei. 

 

Der Jahrzehnte andauernde Pflegenotstand wäre unter Zuhilfenahme solch schwindelerregender Summen längst behoben. Ein nicht weg zu argumentierender Beweis für die eher gleichgültige Haltung gegenüber den Anliegen der Betroffenen. Aktuell bestätigt das auch der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege: „Wir haben nicht genügend Personal, und der Beruf wird immer unattraktiver. Wir weisen schon seit Jahren auf diesen desolaten Zustand hin, aber bisher hat die Politik das ignoriert.“ Der Personalratsvorsitzende des Klinkums Passau hat gar einem Stadtrat dessen geschenkte Weihnachtsplätzchen zurückgegeben. Er sagt, er habe die Nase von Symbolpolitik voll ... 'Plätzchen helfen den überlasteten Pflegekräften nicht'. Die hätten ohnehin keine Zeit, Plätzchen während der Schicht zu essen

 

Es sollen hier nicht mutwillig zwei Themen miteinander vermischt werden, Heimbetreiber sollten dennoch im Bewusstsein wach halten, dass die politisch hochideologisch betriebene Marginalisierung stationärer Altenheime bis hin zu ihrer Abschaffung weiterhin virulent ist. Das als stets unumstößlich präsentierte Dogma „ambulant vor stationär“ steht dafür ebenso Pate wie der explodierende Eigenanteil von inzwischen vielfach monatlichen 2.000 Euro und die fragwürdige Stigmatisierung der Einrichtungen als angebliche Pandemietreiber (obwohl diese wesentlich besser geschützt sind als etwa Supermärkte) in Kombination mit immer noch weiter ausufernden Anordnungen, die Pflegeheime zunehmend an ihre Belastungsgrenze bringen. Die durch öffentlichen und sozialen Druck entstehende faktische Impfpflicht für Pflegekräfte, die sich in weiten Teilen kein nicht langzeituntersuchtes Serum spritzen lassen möchten, wird Heim-betreiber durch weiter zu erwartenden Personalmangel zusätzlich ins Schwitzen bringen. Alles in allem wären es jedenfalls geeignete Methoden, um Heimen letztlich den Todesstoß zu versetzen.

 

Zu den gefährlichen Folgen der Alten-Stigmatisierung siehe ergänzend gerne "Sozialer Sprengstoff?" vom 21.11.2020. Zum Thema Medikamente steht noch was auf dieser Seite. Was finanziell bisher in die Impfstoffentwicklung floss, ergibt sich aus der Doku hier und auch dort.

 

Nachtrag: "Bioinformatiker entdecken eine neue Schwachstelle des Virus" mit Potenzial für die Entwicklung eines antiviralen Wirkstoffs: "In einem Computermodell identifizierte der DZIF-Wissenschaftler Andreas Dräger und sein Team ein menschliches Enzym, das für das Virus entscheidend ist. Wurde es im Modell ausgeschaltet, konnte sich das Virus nicht mehr vermehren." Außerdem beim Fraunhofer Institut: "Leipziger Forschern ist es in einem Labor-experiment gelungen, Corona-Viren zu stoppen – mit einem handelsüblichen Lutsch-Bonbon." Politik und Medien wird das ihre propagierte Impf-Alternativlosigkeit zusätzlich erschweren.  Und eine "Kuriose Studie aus dem Ruhrgebiet – mit Lakritz gegen den Krankheitserreger." 

 

Nachtrag vom 17.1.: "Metformin könnte Sterblichkeit von Diabetikern an Covid-19 senken." Corona austricksen: "Wissenschaftler aus Franken entwickeln neuen Therapieansatz gegen Covid-19 ... Ziel sei es, dem menschlichen Immunsystem beizubringen, 'die Viruspartikel eigenständig zu erkennen und zu beseitigen'."

 

Nachtrag vom 20.1.: "Behandlungsstart der GeloMyrtol® forte-Studie: Erster Covid-19-Patient erhält Medikation ... Atemwegsinfekte, ausgelöst von den bisher bekannten Coronaviren, sind mit etablierten Medikamenten nachweislich sehr gut therapierbar." Siehe außerdem: "In Deutschland werden schwer erkrankte Corona-Patienten regelmäßig mit dem Virustatikum Remdesivir behandelt ... verfügt Deutschland über rund 90.000 sogenannte Durchstechflaschen mit dem Arzneimittel Veklury. Unter diesem Markennamen wird Remdesivir vertrieben."

 

Nachtrag vom 22.1.: "Laut einer Studie hat jetzt ein Antikörper-Medikament das Risiko einer Erkrankung bei Pflegeheimbewohnern um 80 Prozent gesenkt ... Eli Lilly strebt nur eine Notfallgenehmigung für das Mittel für ungeimpfte Bewohner von Pflegeheimen an, in denen es Corona-Ausbrüche gibt. 'Ich sehe das nicht als Alternative zu Impfungen', sagte Eli Lilly-Forschungschef Daniel Skovronsky." (?) 

 

Nachtrag vom 23.1.: "Die Suche nach einem wirkungsvollen Medikament gegen das Corona-virus. An einem Fraunhofer Institut in Hamburg untersuchen Forscher rund 6.000 Wirkstoffe." 

 

Nachtrag vom 24.1."Bundesregierung kauft neues Corona-Medikament" auf Antikörper-Basis.