Corona: "Die Panikmache der Medien ist das größte Problem." 

Auflistung zur Serie von Heise zur Medienkritik zum Corona-Journalismus: siehe dort. 

Medienkritik: "Rechtfertigungsorgien aus dem Kanzleramt und konzertierte Hilfestellung von der ARD."

Journalistische Eigenständigkeit: "Der Nordkurier erscheint weiter ohne Haltungs-Disclaimer."

Medienforscher zum Schüren von Corona-Ängsten: "Die Medien haben eine Mitschuld."

Prof. Dr. Michael Meyen: "Wie unabhängig sind unsere Medien?" (Video)


23.4.2021

Eine taz-Idee aus dem Archiv

 

Kürzlich gefunden: Eine alte Seite der tageszeitung (taz) aus 2009 – der Kommentar steht sogar noch im Netz: „Deutschland im Schweinegrippen-Fieber: Nachdem wochenlang jedes Hüsteln eines Flugreisenden in der ‚Tagesschau‘ gemeldet wurde, erreichen die Ansteckungszahlen jetzt die Ausmaße einer normalen, akuten Grippewelle. Schon schlagen die Nebenwirkungen bis zu den Krankenkassen durch“; wird dann weiter moniert, dass Geld in Bankenhäuser anstatt in Gesundheitsvorsorge fließt. Zur Politik der Krankenversorgung meinte Manfred Kriener damals: „Dass die Kassen aufs Geld achten, ist angesichts der Hysterie durchaus notwendig. Zum Beispiel Tamiflu. Das teure Grippemittel sollte nicht länger wie Smarties verordnet werden. Viele Fachleute sagen, dass die neue Grippe in der Regel so harmlos verlaufe, dass sie auf jede antivirale Arznei verzichten würden. Sie sollten es lauter sagen, denn die Resistenzbildung könnte bei Dauerverordnungen schnell zum ernsten Problem werden.“ Und eine zündende Idee zur gerechten Verteilung der Kosten dann zu guter Letzt: „Im Übrigen ist zu prüfen, ob nicht Verlegerverband und deutsches Fernsehen, die aus dem Hype um die ‚Todesgrippe‘ (Bild) täglich Honig saugen, einen Teil der Impfkosten tragen.“ Zur Wiedervorlage durchaus geeignet.


Dieses Jahr liest man erstaunlich wenig über den Welttag gegen Zensur im Internet. Ein Beitrag steht zum Beispiel hier. Man vergegenwärtige sich den Kampf um die EU-Urheberrichtlinie.

Nachtrag: Siehe dazu: "Abwendbarkeit von Upload-Filtern kurz vor Richtlinienumsetzung."


12.3.2021

Trivialisierende Sprache

 

Gestern im Bahnhofskiosk aufdringlich ins Auge gestochen: „pieks“ – das neue Magazin des Verlags „Jahr Media“, einer hälftigen Tochter der Axel Springer AG. Die infantilisierende Trivialisierung der Impfung und damit verbunden auch des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit mittels Babysprache wird von den etablierten Medien bereits seit geraumer Zeit betrieben. Man fragt sich, ob manch einem hauptamtlichen Journalisten überhaupt noch irgendeine Ernsthaftigkeit zu eigen ist. Das Heft mit seinen verlagseigenwilligen Interpretationen rund um die Impfung richtet sich selbstredend gegen ebenso eigenwillig interpretierte „Fake News“. Strategie: Wie inzwischen eingespielt projiziert man eigene Mängel im Print-Betrieb kurzum auf die Internet-Medien: „Die Macher von Pieks wollen mit ihrem Magazin auch der oftmals einseitigen Datenflut in den sozialen Medien entgegenwirken und so die eine oder andere Filterblase zum Platzen bringen.“ Der ungleiche Konkurrenzkampf um die Deutungshoheit bestätigt sich auch hier im Rahmen des Zugriffs auf finanzielle Ressourcen: „Die Launch-Phase von Pieks wird von einer bundesweiten Hörfunk- und Anzeigenkampagne in reichweitenstarken Zeitschriftentiteln begleitet.“ Einige Leser werden das Lektüreangebot vielleicht schon annehmen – steht doch Komplexitätsreduktion zur Vermeidung eigener anstrengender Hirnleistungstätigkeiten zunehmend hoch im Kurs; wobei immer noch nicht ganz klar ist, ob eher das Angebot die Nachfrage oder die Nachfrage das Angebot regelt.        Impfung 

 

Siehe zum Thema auch diesen Offenen Brief eines älteren Berliner Bürgers.


27.2.2021

Sie wollen in die Köpfe der Kinder

 

Die Dreistigkeit kennt auch keine Grenzen mehr. Im Rahmen ihres hochaggressiven Kampfs um die uniforme Deutungshoheit bemühen sich etablierte Medien jetzt um entsprechende Lenkung der „Schüler*innen“. Denen will man unter dem Label „Lie Detectors“ beibringen, „Corona-bezogene Social Media-Beiträge auf Fakten zu überprüfen und setzt sie mit professionellen Journalist*innen in Kontakt“. Wer sich differenziert zu informieren weiß, wird längst festgestellt haben, dass die selbst gepriesene „Professionalität“ gerade mal für regierungslobbyistische Seitensprünge ausreicht, während sich diverse Seiten im Internet in akribischer Recherchearbeit um die plurale Darstellung von Sachverhalten und Ansichten bemühen. Die niedergeschriebene Motivation der „Lie Detectoren“ kommt vor diesem Hintergrund nur selbst als glatte Lüge daher: „In einer Welt, die zunehmend von Propaganda und verzerrten Fakten im Internet geprägt ist, setzt sich das Nachrichtenkompetenzprojekt Lie Detectors für diese Ziele ein: Wir bilden Schulkinder im Alter von 10 bis 15 Jahren in Europa zu kompetenten Lügendetektoren und kritischen Denkern heran … Auf der ganzen Welt bringt man Kindern bei, keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen. In Zeiten der Informationsflut benötigen sie eine entsprechende Nachrichtenkompetenz, damit sie nicht alles ‚schlucken‘, was man ihnen vorsetzt.“ 

 

Diese Manipulation will man freilich auch europäisch institutionalisiert wissen: „Als Teil dieses Auftrags ist Lie Detectors Mitglied diverser beratenden Expertengremien, mitunter der High Level Expert Group on Fake News, die die Europäische Kommission bei der Bekämpfung der Verbreitung von Desinformation berät.“ Zusätzlichen Druck bauen die Taschenspieler mit einem „Offenen Brief an die Institutionen und Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, von Journalist*innen, die kritische Medienkompetenz in europäischen Klassenzimmern fördern“ auf. „Die Unterzeichner*innen sind Journalist*innen von Print-, Online- und Rundfunkmedien.“ Besonders breit vertreten ist die ARD mitsamt ihrer Mitgliedsanstalten. Das ZDF seinerseits kündigt zusätzlich eine Offensive „mit Blick auf Kinder und Jugendliche, Schülerinnen und Schüler im Lockdown“ an – mit einer Chemikerin, die sich ihre Lorbeeren politisch korrekt verdient hat. Der ZDF-Programmdirektor: „Ich bin sehr froh, dass wir Frau (Mai Thi) Nguyen-Kim dauerhaft fürs ZDF gewinnen konnten.“ Künftig will das ZDF auch „auf Kanälen wie Youtube und Instagram unterwegs sein, auch um gerade Schülerinnen und Schüler zu gewinnen“.

 

Wie wenig man sich um das Wohlergehen der jüngsten Generation tatsächlich schert, zeigen ganz andere Blickwinkel aus alternativen Medien im Netz, die man bei den „Etablierten“ vergebens sucht: zum Beispiel der Offene Brief von Psychologen und Therapeuten oder dieses Interview eines Pädagogen mit einer Mutter. Der Unterschied zwischen echter Betroffenheit auf dieser Seite und karrieristischer Präsentation auf der anderen könnte kaum spürbarer sein.

 

Nachtrag vom 2.3.: "Die bekannte Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim spricht sich klar für eine Verlängerung der strengen Maßnahmen aus - und stärkt Karl Lauterbach den Rücken."


20.2.2021

Aktueller Stand zum Meinungskampf

 

Die Untersuchungsergebnisse wären sicher interessant, falls es doch mal zu einer Aufarbeitung der Verwicklung etablierter Medien in der Corona-Krise – speziell im Rahmen der Impfpolitik – kommen sollte. Der Spiegel etwa tut sich so ungeniert auffällig dabei hervor, dass man schon von einer unerschütterlichen Siegesgewissheit ausgehen muss. Aktuell titelt das Sturmgeschütz der Corona-Angst-Schürer: „Die Angst vor AstraZeneca kann gefährliche Folgen haben.“ Warum geriert sich das Magazin als Lobbyist von Pharmaunternehmen und huldigt konstant einer Bundeskanzlerin, die ein ums andere Mal, ohne jegliche Beteiligung des Parlaments, willkürlich neue Zielvorgaben proklamiert und damit demokratische Spielregeln mit Füßen tritt?

 

Kritik an solchem devoten Hervortun von Journalisten quasi als „Regierungssprecher“ gibt es jedenfalls nur sehr versprengt. Zum Beispiel vom Welt-Feuilletonchef Andreas Rosenfelder: „Eigentlich müsste doch bei einer so fundamentalen gesellschaftlichen und auch politischen Krise das Verhältnis andersherum sein. Selbst wenn die Maßnahmen alle vernünftig wären, wovon ja, glaube ich, nicht mal die größten Optimisten ausgehen, aber selbst wenn das so wäre, müsste doch der Job von uns Medien sein, immer wieder neu zu überprüfen, sind die wirksam, wie ist die Evidenzgrundlage für einzelne Maßnahmen, ist der Lockdown wirklich eine effektive Strategie zur Bekämpfung einer Pandemie.“ Aus der Schweiz heraus identifiziert man bei den leidenschaftlichen Gesinnungsautoren eine eindeutige politische Schlagseite: „Schlägt das Journalistenherz links? Allerdings, sagt Christian Hoffmann. Der Professor für Kommunikations-management an der Universität Leipzig plädiert dafür, die Schlagseite der Branche endlich anzuerkennen. Die richtigen Aktivisten kämen jetzt erst in den Redaktionen an.“ Der Fachmann kann auch die Kritik von Liberalen am öffentlich-rechtlichen Rundfunk gut nachvollziehen.

 

Die digitale Dominanz von Spiegel & Co. wird sich wohl noch mehr ausweiten, als ohnehin schon. Seit Sommer letztes Jahr bevorzugt Google mittels eines „neuen Nachrichtenformats“ auch ganz offiziell deutsche Verlage: „Die Suchmaschine kooperiert unter anderem mit ‚FAZ‘ und ‚Spiegel‘. Artikel der Verlage sollen prominent in Google-Produkten auftauchen - auch Bezahlinhalte.“ Eingeleitet wurde diese Zusammenarbeit mit dem Leistungsschutzrecht. Im Herbst hieß es dann: „Unabhängigkeit des Journalismus zunehmend in Gefahr? - Der US-Tech-Gigant will in den nächsten drei Jahren rund eine Milliarde Dollar in journalistische Inhalte investieren.“ Man vergleiche gerne: „Der Internet-Riese Google hat seit 2013 mehr als 200 Mio. Euro in den europäischen Journalismus gesteckt, der Löwenanteil ging nach Deutschland. Neben technologischen Entwicklungen werden auch Rechercheprojekte gefördert, Journalismus-Kongresse organisiert ... Warum macht Google das?“ Hinzu kommt (neben weiteren staatlichen Zuschüssen) die bundespolitische Zugabe an Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in den nächsten Jahren im Umfang von 220 Millionen Euro. Eine kritische Anfrage auf Abgeordnetenwatch dazu will die medienpolitische Sprecherin der CDU bis heute partout nicht beantworten.

 

Nicht nur der Spiegel verlässt die traditionell erkämpfte Unabhängigkeit von Print-Erzeugnissen. Die FAZ schwärmt aktuell von der Bereinigung des Internets von Fake News verbreitenden unabhängigen Websites via Medienstaatsvertrag – Falschnachrichten produzieren wie immer stets nur die Anderen, etablierte Printmedien als goldene Kälber sind selbstredend jeglicher Kritik enthoben. Die politische Instrumentalisierung der vorgeblichen Sorge um „demokratische Kommunikationsprozesse“ zitiert die FAZ ganz unverblümt: Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten: „Das Eindämmen von Desinformation im Netz“ habe „im Superwahljahr 2021 für die Medienanstalten daher hohe Priorität“. Die Politik selbst springt diesem Ansinnen forsch zur Seite, zumindest in NRW: „Reul ist für stärkere staatliche Eingriffe im Internet.“ Bundesjustizministerin Christine Lambrecht kündigt ebenfalls verstärkte Zensur von Internetmedien an. Der Dritte Sektor bleibt auch nicht untätig im Kampf um die Deutungshoheit und scheut weder Geld noch Mühe, entsprechende Websites wie Pilze aus dem Boden schießen zu lassen; sowohl inländisch als auch auf europäischer Ebene. Die mediale Eliminierung störender Hintergrundinformationen benennt man dann exakt gegenteilig von dem, was sie tatsächlich sind: hier zum Beispiel im Wunsch nach einem „Demokratiefördergesetz“. Eine diesbezügliche Ambivalenz im journalistischen Auftritt betrifft im Übrigen auch das „Wikipedia-Problem“. Gleichsam präventiv arbeiten Plattwalzer des Pluralismus ebenso engagiert daran, den Kritikern Alternativräume zu verwehren. Aktuell wollen Nutzer die Entfernung des Messengers Telegram aus dem App Store erreichen und investieren dafür in eine Klage gegen das Technologieunternehmen Apple. Auf internationaler Ebene gab UN-Generalsekretär António Guterres einen „Fahrplan für die digitale Zusammenarbeit“ heraus. Ziel: ein neuer Steuerungsmechanismus für das Internet. „Dieses Dokument geht auf eine Auseinandersetzung bei den Vereinten Nationen darüber zurück, wer die Macht über die gegenwärtige und künftige Gestaltung des Internets haben soll.“

 

Ein Hoffnungsschimmer pro demokratische Wende in diesem ungleichen Informationskrieg ist trotz allem berechtigt. Die aggressiv anmutende Bevorzugung ohnehin schon großzügig gepamperter Medieninitiativen bekam überraschenderweise einen empfindlichen Dämpfer. Eine Meldung hierzu vom 10. Februar: „Heute hat die auf Kartellrecht spezialisierte 37. Zivilkammer des Landgerichts München I zwei Anträgen der NetDoktor.de GmbH in einstweiligen Verfügungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Gesundheit, und gegen die Google Ireland Ltd. im Wesentlichen stattgegeben. Die Kammer hat dem Bundesministerium für Gesundheit und Google vorläufig eine Zusammenarbeit untersagt, die darauf gerichtet ist, bei der Google-Suche nach Krankheiten prominent hervorgehobene Infoboxen (sog. Knowledge Panels) mit Gesundheitsinformationen anzuzeigen, die aus den Inhalten des Nationalen Gesundheitsportals des Bundesministeriums für Gesundheit (gesund.bund.de) gespeist und mit einem Link zu diesem Portal versehen sind. Die Kammer bewertete dies als Kartellverstoß.“ Noch interessant dazu: „Gegen die Kooperation hatte der Medienkonzern Hubert Burda Media über eine Tochterfirma, das Gesundheitsportal NetDoktor, geklagt.“ Wie übrigens die Bundesregierung die Sache darstellt ist in dieser parlamentarischen Antwort dokumentiert. Positiv stimmende Anzeichen zu gleichberechtigter Äußerungsfreiheit, zumindest erst mal an Universitäten, kommen auch aus Großbritannien

 

Hinweis: Der aggressive Kampf um die Deutungshoheit vollzieht sich schon seit etlichen Jahren. Ältere Beiträge dazu finden sich etwa hier, dort, hier, dort, hier und zur Netzpolitik: dort

 

Nachtrag vom 23.2.: "2020 sind beim Deutschen Presserat so viele Beschwerden wie nie zuvor eingegangen. Ein Grund dafür: Corona. Ein Blatt stand dabei im Mittelpunkt - und wurde oft gerügt ... Besonders gespannt war man beim Presserat, wie viele Beschwerden es wegen der Berichterstattung über Corona geben würde. Am Ende waren es 581, die sich auf knapp 400 Artikel bezogen. Auch hier wurden die meisten als "unbegründet" eingestuft. Zum Beispiel dann, wenn sich jemand an Begriffen wie 'Corona-Leugner' oder 'Verschwörungstheoretiker' störte ... wird vor allem Europas größtes Boulevard-Blatt 'Bild' oft öffentlich gerügt ... Mit der Corona-Berichterstattung seit Beginn der Pandemie ist der Presserat insgesamt zufrieden" - wirft die Frage auf, warum es kein Beschwerdeorgan über den Presserat gibt.

 

Nachtrag vom 24.2.: Bundesregierung zur "Effektivität des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes". Außerdem echauffiert sich der Spiegel plötzlich über Löschung eines Beitrags - weil es ihn selbst und seine Gesinnungsfreunde betrifft: "Angeblicher Verstoß gegen Richtlinien - Instagram sperrt 'Monitor'-Beitrag über Hanau ... ohne detaillierte Begründung." Anm.: Das ist üblich.

 

Nachtrag vom 26.2.: "Facebook hat angekündigt, in den kommenden drei Jahren mindestens eine Milliarde US-Dollar für die Unterstützung von Medienunternehmen bereit zu stellen. Man erkenne an, dass Qualitätsjournalismus für offene Gesellschaften wichtig sei, erklärte der Kommunikationschef ... Dagegen lehne sein Unternehmen eine staatlich festgelegte Abgabe zur Nutzung von Nachrichteninhalten ab." Hintergrund: Streit zwischen Facebook und australischer Regierung um ein geplantes Gesetz zur Regulierung des digitalen Nachrichtenmarktes.

 

Nachtrag vom 3.3.: Unglaublich elitäre Unverschämtheit: "Bundespräsident Steinmeier hat die Demokratien weltweit dazu aufgerufen, ihre Werte und Errungenschaften gegen Angriffe aus Sozialen Medien zu verteidigen." Siehe auch: "Nach der Übereinkunft im Streit mit der australischen Regierung will Facebook künftig auch in Deutschland für journalistische Inhalte bezahlen. Viele Verlage machen mit, doch die Skepsis bleibt." Und hier aus der Youtube-Richtlinie zur freimütigen Löschung von Videos im Netz: "Auf YouTube sind keine Inhalte erlaubt, die medizinische Fehlinformationen zu Covid-19 verbreiten, die im Widerspruch zu medizinischen Informationen der Weltgesundheitsorganisation oder lokaler Gesundheitsbehörden stehen." Dass aus den Institutionen selbst schon mal Widersprüchliches kommt wird übergangen.

 

Nachtrag vom 6.3.: "Hinterfragen verboten – YouTube zensiert kritische Ärzte."

 

Nachtrag vom 12.3.: "Identifizierungspflicht bei WhatsApp und Co - Das Bundesinnenministerium will E-Mai- und Messengerdienste dazu verpflichten, grundlegende Daten von Kunden zu erheben, um diese im Zweifelsfall abfragen zu können."

 

Nachtrag vom 21.3.: "Künstliche Intelligenz gegen Desinformation als Waffe im Cyberwar - US-Militär will mit KI-System automatisch Desinformation ... und Propaganda erkennen." Außerdem: "Facebook und Google - Und plötzlich ist das Online-Konto weg ... Wenn die Plattformen den Zugriff sperren, beginnt für viele Betroffene ein Albtraum."

 

Nachtrag vom 26.3.: "Bundestag und Bundesrat machen Weg frei für Gesetz gegen Hassrede." Außerdem: "Facebook will Haftungsregeln für Onlinenetzwerke reformieren - Facebook und Twitter wird vorgeworfen, dass sie zu wenig gegen die Verbreitung von Desinformationen tun."

 

Nachtrag vom 2.4.: "Die Latte der Zensur liegt so niedrig wie nie" - Interview über Corona-Berichterstattung, Kampf um Deutungshoheit und die "Desinfektion des Meinungsspektrums". Siehe auch: "Ich habe in dieser öffentlichen Figur, die ich auch bin, irgendwann nichts mehr verloren, wenn ich nicht sagen darf, was ich denke" – Interview mit Schauspieler Volker Bruch.

 

Nachtrag vom 14.4.: "Heinrich Heine, einer der größten deutschen Dichter. Seine Worte sollen plötzlich 'Hassrede' sein? - Im 'Land der Dichter und Denker' geraten jetzt auch deutsche Klassiker ins Visier der Zensoren. Zumindest auf Facebook, der weltweit größten Internetplattform ... 'Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.' Facebook-Nutzer Dirk Schwarzrock (59) hatte dieses Zitat kürzlich in seinem Profil veröffentlicht – und war dann bass erstaunt. Der Social-Media-Konzern entfernte die Heine-Worte mit dem Hinweis, dass der Beitrag gegen die Gemeinschaftsstandards zu Hassrede und Herabwürdigung verstoße ... Der Stralsunder Kaufmann: 'Ich habe das Zitat daraufhin erneut gepostet, was wiederum zur Löschung führte. Zudem wurde ich als Nutzer erst drei und dann sieben Tage bei Facebook gesperrt.' Dirk Schwarzrock fühlt sich an finstere DDR-Zeiten erinnert." Klage dagegen läuft.

 

Nachtrag vom 4.5.: "Fact or Fake? Tackling Science Disinformation" - Published in Berlin by ALLEA - All European Academies, May 2021. Außerdem: Die Bundespressekonferenz geht auf teilnehmende Journalisten los und verunglimpft sie - Offener Brief

 

Nachtrag vom 11.5.: "Im Baerbock-Bann: Wie Elite-Journalisten die Grünen ins Kanzleramt zu schreiben versuchen..." Außerdem: "Anne Will nutzt linke Aktivisten als Faktenchecker." Siehe dazu: "ARD-Moderatorin Anne Will steht in der Kritik. In der jüngsten Ausgabe ihrer Talkshow durfte Luisa Neubauer unwidersprochen suggerieren, der CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen wäre ein Antisemit ... Es ist sehr bedauerlich, dass der journalistische Umgang von Frau Will mit den Talkshowgästen allein die Diskussion bestimmt. Und nicht die politischen Inhalte – um die es ja eigentlich gehen sollte. Das resultiert natürlich daraus, dass die Moderatorin verschiedene Gäste unterschiedlich angefasst und nur selektiv journalistisch nachgefasst hat..."

 

Nachtrag vom 13.5.: "Kontrollwahn" beim Spiegel: "Literaturkritiker Volker Weidermann verlässt den 'Spiegel' und wird im Oktober Feuilletonchef der 'Zeit' ... beim Nachrichtenmagazin gekündigt – und seine Unzufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld dokumentiert..."

 

Nachtrag vom 26.5.: "Es wird daran gearbeitet, KI-Programme zu entwickeln, die automatisch Desinformation erkennen sollen (Künstliche Intelligenz gegen Desinformation als Waffe im Cyberwar). Damit würden KI-Programme zur Erkennung und zur Erzeugung von Desinforma-tion in eine Aufrüstungsspirale eintreten ... dürfte den Trend verstärken, unliebsame Positionen aus der Öffentlichkeit auszuschließen, schließlich ist die entscheidende Frage, was Desinforma-tion ist, denn das ist oft eine Frage des politischen Lagers: Die Desinformation des einen, ist die Wahrheit des anderen. KI-Programme können das Problem nicht lösen, da sie abhängig von den Daten, mit denen sie lernen, entscheiden - und damit so tendenziös wie Menschen auch sind. Die Gefahr ist aber dennoch, dass mit aufgerüsteten Programmen wie GPT-3 schnell und viele zielgerichtete Botschaften erzeugt werden können, die die Öffentlichkeit überschwemmen und deren 'Immunsystem' lahmlegen - und dass zur Abwehr immer mehr Filter eingesetzt werden, die eine diskursive Öffentlichkeit allmählich ersticken und Konformität erzwingen."

 

Nachtrag vom 2.6.: "Fördert der neue Medienstaatsvertrag die Bekämpfung von Hass und Desinformation? Oder leistet er Zensur Vorschub? Warum wir an einem Scheideweg in der Mediendemokratie stehen - Der neue Medienstaatsvertrag hat es in sich - Eine sich verselbständigende Dynamik - 'Eine Zensur findet nicht statt' - Präzedenzfälle als Prüfstein für die Medien- und Meinungsfreiheit." Außerdem: "Claus Kleber mit massiven Falschinformationen – ein typischer Fall des üblichen Kampagnen-Journalismus ... Im konkreten Fall hetzt er die Jungen gegen die Alten auf..."

 

Nachtrag vom 4.7.: Rücktrittsforderungen an Hans-Georg Maaßen, weil er - völlig berechtigt - die Tagesschau und ihre Verbindung zur linksextremen Szene kritisiert.

 

Nachtrag vom 7.7.: "Zensurwelle im Internet kurz vor den Bundestagswahlen." Siehe auch: "Maulkorb für Kritiker: Soll Zensur-Welle deutsche Wahl beeinflussen? - In den letzten Tagen kam es zu einer beachtlichen Häufung von Sperren öffentlicher Personen in Deutschland in den sozialen Medien. Die Betroffenen sowie die ihnen mutmaßlich vorgeworfenen Punkte decken ein breites Meinungsspektrum ab. Es macht den Eindruck, als sollte gerade zu ... Corona jeder Widerspruch zur Einheitsmeinung der Regierung und Mainstream-Medien unterbunden werden."

 

Nachtrag vom 13.7.: "Kranke Normalität: Manipulationskultur der Tagesschau ... Manipulation des täglichen Lebens durch so genannte öffentlich-rechtliche Medien geht weiter, als ich dachte. Dies auf eine subtile Art. Was hier zur Debatte steht, sind nicht so genannte Fake News, sondern eine Fake Culture, die unser Verhältnis zur Realität nachhaltig umwertet und pervertiert..."

 

Nachtrag vom 28.7.: Ex-Tagesschau-Sprecher: "Selbstzensur in der ARD? - Jan Hofer spricht von 'Schere im Kopf'." Außerdem: "Wegen Netzwerkdurchsetzungs-Gesetz: Google zieht gegen Bundesjustizministerium vor Gericht - Der US-Technologiekonzern Google klagt gegen eine Erweiterung des deutschen Gesetzes gegen Hassbotschaften im Internet."

 

Nachtrag vom 30.7.: "Facebook behält 'Hausrecht': Freibrief für politische Willkür - Der Bundesgerichtshof hat Facebook neue Regeln bei der Löschung von Beiträgen auferlegt. Das Grundproblem aber hat das aktuelle Urteil nicht erfasst: Weiterhin wird dem US-Unternehmen über sein 'Hausrecht' erlaubt, massiv in die politische Meinungsbildung in Deutschland einzugreifen – willkürlich und unabhängig von der deutschen Rechtsprechung..." 


Amüsante Illner-TV-Kritik bei der FAZ: "So war diese Sendung das Spiegelbild einer Debatte, die am Abend schon vergessen hat, was sie am Morgen noch wusste. Aus der Perspektive der Systemrelevanz eines 'extrem harten Lockdowns' wäre sie überflüssig zu nennen. Das damit für die Beteiligten verbundene Infektionsrisiko kann man durch Aussetzung reduzieren. Unter Umständen gilt das sogar für das ZDF insgesamt." Mitten ins Schwarze getroffen. Siehe auch: "Journalisten: Und sie zensieren doch! ... so weitreichend, dass unser demokratisches und gesellschaftliches Gefüge längst Schaden genommen hat ... Die Zensur, die die Berichterstattung prägt, ... ist soweit in die journalistischen Produkte eingeschliffen, dass es schon einer hartnäckigen Realitätsverweigerung bedarf, um sie nicht zu erkennen ... Sie ist nicht bedingt durch einen externen Zensor. Diese Zensur kommt aus dem Innern der Medien selbst ... Journalisten bestätigen sich permanent gegenseitig in ihren Weltbildern ... Je mehr die eigenen Glaubenssätze von außen kritisiert werden, umso größer ist die innere Abschottung. Mittlerweile ist ein Grad an weltanschaulicher Ignoranz in den Redaktionen erreicht, der zu einer fast schon sektenhaften Berichterstattung führt ... Für die Demokratie ist eine sozialstrukturell ausgeformte Zensur Gift. Eine Medienlandschaft, die den freien demokratischen Diskurs so untergräbt, wie es bei uns der Fall ist, treibt die Gesellschaft förmlich auseinander."


16.1.2021

Medialer Personenkult

 

Was heutzutage alles als „Studie“ durchgeht ist nur noch lachhaft. Tragisch wird’s immer dann, wenn vermeintliche „Journalisten“ jeden Schmarrn lobhudelnd wiederkäuen, wie es etwa der Merkur in Bezug auf einen Beitrag im Journal of Publich Health (an anderer Stelle mit „Merkel-Phänomen“ betitelt) macht. Es geht darin um die Auswirkungen politischer Kommunikation auf das Depressionsniveau in Deutschland. „Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Merkel durch ihr offenes Auftreten und ihre Ansprachen zu ‚einer Reduzierung von Angst und Depressionen in der deutschen Bevölkerung‘ beigetragen haben könnte … Die Forscher konstatieren einen Zusammenhang zwischen dem Angst- und Depressionsniveau und der Fernsehansprache von Merkel. Demnach stieg die Kurve ab dem 10. März infolge der Schließung öffentlicher Einrichtungen und Grenzschließungen bis zum 18. März an und flachte nach der Ansprache stark ab. ‚Bemerkenswert ist, dass nach der öffentlichen Ansprache der Bundeskanzlerin am 18. März die Angst- und Depressionswerte deutlich zurückgingen‘.“ Da staunt man. Ob das nach dem nächsten – parlamentarisch gar nicht vorgesehenen – Corona-Gipfel immer noch so ist?

 

Die „Studie“ hatte der Spiegel zuerst aufgegriffen. Die pubertär anmutende Merkel-Glorifizierung ist auch dort gang und gäbe, aktuell: „Eines muss man der Kanzlerin allerdings lassen: Bisher hat die Frau, die sich vermutlich 300 Nachkommastellen der Zahl Pi merken kann, noch immer recht behalten mit ihren düsteren Corona-Prognosen.“ Aber sie senkt trotz dem das Depressionsniveau, alle Achtung. Übrigens: Als der Spiegel noch Journalismus betrieb, zum Beispiel 1986, konnte man dort über den rumänischen „roten Monarchen“ Nicolae Ceausescu lesen: „Mit Julius Cäsar und Napoleon wurde der machtbesessene Kommunist gleichgesetzt. Die Parteipresse verklärte ihn stets als den Klügsten und Weitsichtigsten. „Maler zeichnen ihn göttergleich vom Himmel herabsteigend, vor leuchtenden Horizonten, ein Messias. Zahllose Künstler haben ihm gehuldigt, haben die Zeugnisse ihrer Verehrung schwülstig auf Papier und Leinwand gebracht.“ Auch betreffend Ceausescus Ehefrau Elena: Sie war „Dr. der makromolekularen Chemie“ und galt im Land offiziell als „liebende Mutter der Nation“ und „Gelehrte von Weltruhm“. Ein zum bizarren Götzendienst gesteigerter Personenkult. Wenig mehr dazu steht im Beitrag „Personenkult als diktatorisches Symptom“ vom 8.6.2019.