"Als dritter Sektor in der Gesellschaft werden häufig die sozialen Organisationen neben dem Staat (= erster Sektor) und der freier Wirtschaft (= zweiter Sektor) bezeichnet. Die Aufgaben, die der sog. Dritte Sektor übernimmt wachsen, da der Staat immer mehr Verantwortung abgibt ... De facto ist der Dritte Sektor nicht mehr so einfach abzugrenzen, wie dies früher einmal war."


10.1.2020

„Populismus-Puzzle“

 

Institutionen und Vereine sind schon zu Anfang des Jahres wieder eifrig dabei, aus ihrer Filter-blase heraus einseitig Stimmung zu erzeugen. Das „Gesamteuropäische Studienwerk“ betitelt ihr „Multiplikatorenseminar“: „Populismus und Separatismus in Europa.“ Die Teilnehmer spielen unter anderem in Form von Gruppenarbeit ein „Populismus-Puzzle“. Das Programm wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) gefördert. In der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, mit freundlicher Untersützung durch das Auswärtige Amt, trifft sich die Europäische Akademie Berlin mit ihren Gästen unter der Überschrift „Teile und herrsche – Europa im Kampf gegen Falschinformation“. Interessant in der Ausschreibung: Die Uni Oxford identifizierte etliche Länder, in denen „politische Parteien oder die Regierung selbst das Internet genutzt haben, um durch gezielte Desinformationskampagnen Unruhe zu stiften, politische Gegner mundtot zu machen und grundlegende Menschenrechte zu unterminieren. Meistens sind die Absichten dabei innenpolitischer Natur.“ Die deutschen Verantwortlichen werden sich sicher nicht davon angesprochen fühlen, wie es sich allein schon aus dem Zusammentreffen der Deutungselite im November in Stuttgart erschloss. Der Einladung des baden-württembergischen Staatsministeriums waren „350 Führungsköpfe aus Medien, Wissen-schaft und Politik“ sowie aus den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gefolgt, die sich einig sind im Kampf gegen ihre Kritiker. Mittendrin in seiner Blase auch das Wissenschaftszentrum Berlin. Zu einer Debatte über das Buch „Smarte Spalter: Die AfD zwischen Bewegung und Parlament“ sind für den 20. Januar unter anderem eingeladen: Britta Haßelmann von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Stephan J. Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, und als Moderatorin eine taz-Journalistin. Pluralität sähe anders aus.