Petition mit Unterzeichnungsoption: "Freiheit für Nahid Taghavi #freenahid"


19.3.2021

Freiheit ist universell

 

Im Nachgang zum Internationalen Frauentag am 8. März: Drei Fragen an Hourvash Pourkian, Initiatorin der Initiative „International Women in Power“ (IWP) und Organisatorin der Demo zum Frauentag vor der Blauen Moschee in Hamburg: 

 

Die IWP hat in Hamburg bereits viele Male für die Autonomie von Frauen und insbesondere gegen die gnadenlose Unterdrückung von Mädchen und Frauen im Iran demonstriert. Haben Sie den Eindruck, Ihre Demos können etwas bewirken? Falls ja: woran macht sich das bemerkbar?

 

Hourvash Pourkian: „Unsere Demos können immer etwas bewirken. Wir bringen Aussagen, Fakten über die Arbeit der iranischen Moschee an der Alster hervor, die vielen Menschen kaum oder gar nicht bekannt sind. Wir weisen eindringlich auf das Problem hin, dass dort, in der Blauen Moschee, unter dem Deckmantel von Islam und Religion ganz gezielt der politische Islam propagiert wird. So wurde zum Beispiel der Name der iranischen Moschee-Gemeinde 1977 ins Islamische Zentrum umgewandelt. Außerdem ist bekannt, dass Beheshti, der zweite Mann nach Chomeini, die Pläne für die Islamische Republik hier in dieser Moschee geschmiedet hat. Demnächst werden wir mit Politiker*innen in Kontakt treten, die sich nach unserer Einladung geweigert haben, eine Rede am 8. März zu halten – mit der Begründung, dass sie vor einem Gotteshaus nicht sprechen wollten. Mit jenen werden wir Termine vereinbaren, mit dem Ziel, sie zur Rechenschaft zu ziehen und insbesondere die Gründe für ihre Entscheidung, keine Rede vor der Moschee zu halten, zu erfragen. Wenn wir in dem Gespräch keine zufrieden stellenden Ergebnisse erzielen, dann würden wir an die Öffentlichkeit gehen und es thematisieren. Ich sehe meine Aufgabe mit unserer Initiative darin, die deutsche Bevölkerung aufzuklären und auf die deutsche Regierung Druck auszuüben. In den letzten Jahren haben wir diverse Briefe an Frau Merkel und Herrn Steinmeier geschrieben, doch bisher ohne konkrete Ergebnisse. Nächstes Jahr läuft der Staatsvertrag mit den Moschee-Gemeinden aus und wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser nicht verlängert wird. Die Veröffentlichungen vom Verfassungsschutz über die Moscheen in Hamburg sind immer kurz und knapp. Aufgrund dessen wollen wir uns auch dafür einsetzen, mehr Transparenz zu schaffen, sodass wir besser darüber informiert werden, was genau los ist.“

 

Wie ist eigentlich der Stand Ihrer Initiative und  Mitstreiterinnen in Hamburg? Gibt es Einverständnis oder eher Konkurrenz mit anderen Frauenrechtsvereinen – wie begründet sich das jeweils und welche Optimierungschancen bezüglich Kooperation könnte es geben?

 

Hourvash Pourkian: „Wir kooperieren immer mit Frauenbündnissen. Dieses Jahr arbeiteten wir mit Terres des Femmes Hamburg zusammen, vorletztes Jahr mit Bündnis 8. und dem Frauenrat. Wir haben andere Frauenorganisationen noch nie als Konkurrenz wahrgenommen.“ 

 

Auch vor dem Hintergrund des 10-jährigen Bestehens der IWP: Wenn Sie drei realitätsnahe Wünsche frei hätten, welche wären das?   

 

Hourvash Pourkian: „Drei realitätsnahe Wünsche von uns wären, dass die Politiker*innen in Hamburg uns anerkennen und ernst nehmen. Sie müssen endlich verstehen, dass die Scharia-Gesetze für Gewalt und Unrecht an den Frauen verantwortlich sind. Freiheit ist nicht östlich oder westlich, sondern universell. Außerdem fordern wir, dass die Leiter dieser Moschee-Gemeinden nicht hofiert werden und sie nicht als Anlaufstelle für die Integration der Zugewanderten fungieren. Es ist kontraproduktiv, dass die Moscheen für deren Integration Gelder erhalten.“


Zum Internationalen Frauentag am 8. März lädt die Initiative International Women in Power (IWP) zu einer Demo vor der Blauen Moschee in Hamburg, Schöne Aussicht 36, ein. Motto: „Frauenrechte statt Scharia-Unrecht“ - Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen im Namen des Islam und seiner Tradition. Uhrzeit: 15 bis 17 Uhr. Die Veranstalterinnen wollen dem Senat verdeutlichen, dass die Moschee – Träger: Islamisches Zentrum Hamburg (IZH) – überwiegend politische Arbeit betreibe. „Obwohl unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehend, arbeitet der Hamburger Senat mit dieser demokratie- und frauenfeindlichen Organisation seit 2012 im Rahmen eines Staatsvertrages zusammen und lässt deren Einfluss auf die Schulpolitik zu“, heißt es in einer Mitteilung. Unter dem Scharia-Recht drohe etwa Mädchen ab dem 13. Lebensjahr, verheiratet zu werden. Konkretes Anliegen der Initiative: „Wir fordern den Hamburger Senat auf, den Staatsvertrag mit den Moscheen in Hamburg zu beenden und nicht zu verlängern!“ Die IWP begeht im Übrigen parallel zur Demo ihr Jubiläum zum 10-jährigen Bestehen. 

 

Hinweis: Zur Demo der IWP am 3. Oktober 2020 am selben Ort steht dort ein Beitrag.


6.2.2021

Genitalverstümmelung

 

Anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar: "Terre des femmes - Menschenrechte für die Frau e.V. warnt vor den dramatischen Folgen des Lockdowns für von weiblicher Genitalverstümmelung bedrohte Mädchen. Durch die drastische Einschränkung sozialer Kontakte und damit auch der Rückgang von regelmäßigen Arztbesuchen oder die Schließung von Schulen und Sportvereinen, fallen fast alle niedrigschwelligen Anlaufstellen weg, denen sich bedrohte Mädchen vor der Pandemie anvertrauen konnten..."